In gesunder Verfassung

Eine forsa-Studie offenbart: Während nicht wenige andere Handwerks- und Industriezweige wegen der Wirtschaftskrise erhebliche Einbußen erleiden, zeigt sich die Fenster- und Türenbranche sehr stabil, fast krisenresistent. Und das dürfte auch im 2. Halbjahr 2009 so bleiben.

Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Exklusivstudie, die das Berliner forsa-Institut im Auftrag der Roto Frank AG, Leinfelden-Echterdingen, durchgeführt hat. Dr. Eckhard Keill, Vorstandsvorsitzender des international erfolgreichen Bauzulieferers (2008: 3% Wachstum in der Gruppe, 621 Mio. Euro Umsatz, 3750 Mitarbeiter) stellt bei der Präsentation der Studie die Zielrichtung klar: „Bei dieser ungewöhnlichen Maßnahme ist es um fundierte, neutrale und umfassende Informationen über die Befindlichkeit der Branche gegangen.“ Zum einen beim Handel und zum anderen bei den Verarbeitern. Und – den eigenen Konzern betreffend – um die Frage: „Was haben wir als Roto mit unseren beiden Divisionen Fenster- und Türtechnologie sowie Dach- und Solartechnologie vom Deutschlandgeschäft zu erwarten?“

In 20minütigen persönlichen Telefoninterviews haben die Sozialforscher von Mitte Juli bis Mitte August 2009 nach Roto-Angaben „ausschließlich Vertreter des Spitzenmanagements relevanter Unternehmen mit regionaler bzw. überregionaler Ausrichtung befragt.“ Infolge der Firmenstrukturen sowie der „hohen Beteiligungsquote von rund 50%“ könne man von der Repräsentativität der Erhebung ausgehen, heißt es weiter. Auf den Punkt gebracht lautet Dr. Keills  Fazit: „Die Branche präsentiert sich in einer erstaunlich gesunden Verfassung, die Krise hat nicht stattgefunden.“  
 
Fast keine Umsatzeinbußen. Das Schlagwort, das sich wie ein roter Faden durch die Präsentation zieht, heißt „weitgehende Krisenresistenz“. Roto-Vorstandschef Dr. Keill, der im Konzern zudem die Division Fenster- und Türtechnologie leitet, betont: „Dies zeigt sich vor allem bei der Umsatzsituation.“ Wie die Studie belegt, hat seit Herbst 2008 nur ein Fünftel der Unternehmen Einbußen von oftmals weniger als 10% hinnehmen müssen. 95%  der Fenster- und Türenhersteller sind, so Dr. Keill weiter, von der Krise nicht betroffen: 53% hätten einen unveränderten,  42% einen gestiegenen Umsatz vermeldet. Allerdings weist er auf die erheblich schlechtere Lage beim Handel hin. Jede zweite Firma habe mit einem Umsatzminus kämpfen müssen. Das stärkere Auslandsengagement des Handels könne ein möglicher Grund für diese Entwicklung sein.
 
Zufrieden mit Erträgen. Wie forsa weiter ermittelt hat, sind die meisten Betriebe mit den Erträgen zufrieden. 42% registrieren eine seit Herbst 2008 unveränderte, 31% eine verbesserte Ertragslage. Dr. Keill: „Auch hier ist die Entwicklung des Handels gegenläufig zur Situation der Verarbeiter. Wie bei den Umsätzen bewerten die Fenster- und Türenproduzenten vieles weitaus günstiger.“ 57% der Handelsunternehmen haben sinkende Gewinne in Kauf nehmen müssen. Bei den Verarbeitern liegt die Quote bei  16%.
„Kein Alarm nötig“, resümiert der Roto-Chef und wiederholt: „Die Branche präsentiert sich unter dem Strich in einer erstaunlich gesunden Verfassung“. Dies sei ein „ebenso klares wie erfreuliches Indiz“ für ein insgesamt gelassenes und normales Marktverhalten. Und: Die Zahlen bestätigen, dass es für die meisten Betriebe keine Notwendigkeit gibt, sich in „aktionistischen Preiskämpfen“ aufzureiben.
 
Guter Auftragseingang. Weitgehend Zufriedenheit charakterisiert außerdem im Bereich Auftragseingang die Stimmungslage, nur 23% haben über gesunkene Bestellungen berichtet – in einem begrenzten Rahmen von zumeist unter 10%. Im Vergleich zu 2008 ist das Auftragsvolumen bei 27% der befragten Betriebe gleichgeblieben, rund 50% haben sogar mehr Bestellungen erreicht.
Die spannendere Frage, so Dr. Keill, sei aber eigentlich: Wie sieht die Zukunft aus? Auch hierbei könne Entwarnung gegeben werden. Das Jahr sei für die Fenster- und Türenhersteller bereits gelaufen. Der bisherige Auftragseingang lässt nach den Ermittlungen der forsa-Interviewer keine Krisenstimmung aufkommen. Im zweiten Halbjahr 2009 erwarten 50% der befragten Firmen einen unveränderten, 35% einen noch steigenden Auftragseingang. Auch auf diesem Sektor hat der Handel das Nachsehen.
Im Rahmen der Studie hat forsa zudem nach krisenbedingten Reaktionen im Personalbereich gefragt. Der Tenor lautet: Da es keine Branchenrezession gibt, ist derHandlungsdruck so gut wie nicht vorhanden. 88% der interviewten Firmen haben bisher nicht Kurzarbeit, Gehaltsreduzierungen oder Entlassungen veranlasst. Nur  12% hätten zu diesen Mitteln gegriffen. Sollten derartige, schmerzhafte Einschnitte künftig doch unumgänglich werden, glaubt das Gros der Betriebe nach forsa-Angaben an die Bereitschaft der Mitarbeiter bzw. der Arbeitnehmervertreter, die Folgen mitzutragen. 23% halten das „völlig uneingeschränkt“ und 65%  noch „bedingt“ für realistisch, so die Umfrage. Dr. Keill sieht darin einen positiven Effekt der mittelständischen Branchenstruktur, zu der eine persönliche Verbundenheit der Mitarbeiter mit ihren Unternehmen gehöre. Das treffe auf Hersteller und Handel gleichermaßen zu.
 
Investitionen bleiben. Im Investitionsverhalten gilt nach seiner Interpretation in der Branche offenbar die Devise: in aller Vorsicht weiter so. Von rigorosen Streichungen der Budgets könne keine Rede sein. Damit sei die Praxis in diesem Jahr im Vergleich zu 2008 ebenso treffend charakterisiert wie die gegenwärtige Planung für 2010. Während die Investitionen nach den forsa-Ergebnissen in diesem Jahr zu 38% „ähnlich hoch“, zu 24% höher und zu 38% niedriger sind, belaufen sich die Erwartungen für 2010 in diesen Abschnitten auf 54%, 8% und 31%. Der Roto-Chef hebt hervor: „Es fehlt der Branche nicht der Mut, die Zukunft aktiv zu gestalten.“
Wie forsa weiterhin ermittelt hat, spielt das Thema „Kreditklemme bei den Banken“ in der Branche wohl keine große Rolle. 81% der Unternehmen seien mit diesem Problem nicht konfrontiert. Indes berichten 19% der Firmen von Restriktionen bei der Kreditvergabe – durch gekürzte Kreditlinien, schlechtere Konditionen oder „andere negative Reaktionen“. Die Schlussfolgerung: Es sind doch Ansätze eines Trends erkennbar, Firmen im Kreditranking herabzustufen.
Alarmierend ist dagegen nach Roto-Einschätzung das Verhalten der Kreditversicherer. Wie Finanzvorstand Michael Stangier in Leinfelden-Echterdingen erklärt, ist dieses Geschäftsmodell nicht mehr tragfähig, wenn ganze Länder pauschal auf Null heruntergestuft werden.  Es komme der Verdacht auf, dass man die Krise zur „Risikominimierung durch die Hintertür“ nutzen wolle. Und Dr. Keill ergänzt: „Wenn sogar im weitgehend stabilen Deutschland die Hälfte der Firmen in der Fenster- und Türenbranche über Restriktionen klagt, muss das Geschäftsmodell der Kreditversicherer generell hinterfragt werden.“
 
Zuversicht für 2010. Nach forsa-Angaben haben sich bei den Fragen zur wirtschaftlichen Entwicklung in diesem und im kommenden Jahr klare Unterschiede zur Beschreibung der eigenen Firmenlage offenbart. 70% der Unternehmen erwarten, dass sich die allgemeine Krise 2009 weiter fortsetzt. Nur 3% setzen auf einen leichten Aufwärtstrend. 27% rechnen mit einem Erreichen der Talsohle. Ein erheblich positiveres Bild zeichnet die Branche von 2010. Auf eine allmähliche Konjunkturbelebung hoffen 27%. 19% sind skeptisch, erwarten eher eine weitere Abschwächung.
Für das eigene Unternehmen zeigt sich der Roto-Chef zuversichtlich: „Roto hat die Substanz und die Kraft, die Krise zu meistern, sollte sie noch kommen. Wir haben im Unternehmen die Weichenstellungen früh genug richtig vorgenommen, u.a. mit einem professionellen Kostenmanagement, einer langfristigen Gesamtstrategie und hohen Eigenkapitalquote.“ Und die internationale Ausrichtung sei gut für die Zeit nach der Krise. $
 
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