Schweiz bezahlt Metallbauer gut

Da in der Schweiz die Bauproduktenverordnung erst im Sommer 2015, also zwei Jahre später als in Deutschland, verpflichtend wurde, blieb den Betrieben etwas mehr Zeit, sich auf die Zertifizierung nach der EN 1090 vorzubereiten, und die SMU konnte von den Erfahrungen profitieren, die bereits in Deutschland und Österreich zum Ablauf der Prüfungen vorlagen. Dass in der Schweiz bislang ca. 22 % der Betriebe nach EN 1090 zertifiziert sind, ist nicht verwunderlich. Da die Marktüberwachung offensichtlich nicht greift, worüber Markus Schmid von der Hochschule Luzern auf S. 5 unter der Überschrift „Wohin die Reise geht …“ informiert, meinen wohl einige Unternehmer, dass sie die notwendigen Änderungen noch nicht ernst nehmen brauchen. Ärger droht spätestens dann, wenn in rechtlichen Auseinandersetzungen die nötigen Nachweise fehlen.

Nach Angaben der SMU haben die Mitgliedsunternehmen der Fachabteilung Metallbau, also 60 % aller Schweizer Betriebe, im Jahr 2015 einen Umsatz von 3.031 Millionen  Euro erwirtschaftet und beschäftigen ca. 15.770 Mitarbeiter plus rund 2.600 Auszubildende: 355 davon als Metallbaukonstrukteure, 205 als Metallbaupraktiker und 2.050 als Metallbauer. Wer sich in vier Jahren zum Metallbauer ausbilden lässt, kann sich für die Fachrichtung Metallbau, Stahlbau oder Schmiedearbeiten entscheiden. Über die Möglichkeit der Berufsmaturität haben wir in metallbau 09/2015 ausführlich berichtet.

Neben der Weiterbildung zum Metallbaumeister wird ein Abschluss als Metallbau Werkstatt- und Montageleiter, als Metallbauprojektleiter und als Techniker angeboten. Die SMU hält die Fahne für die Aus- und Weiterbildung hoch und baut das Bildungszentrum Aarberg zum Kompetenzzentrum für den Metallbau aus. Umfangreiche Baumaßnahmen starten 2017. Die Löhne der Schweizer Metallbauer sind deutlich höher als in Deutschland und Österreich (s. Tabelle). Die Angaben auf www.lohnanalyse.ch stimmen mit den Angaben überein, die Unternehmer Willi Jost im Porträt auf Seite 34 gibt. Rund 30.000 Euro mehr Jahresbrutto verrechnen sich nicht mit den höheren Lebenshaltungskosten in der Schweiz.

Wie die Zahlen der SZFF zeigen, ist die Baukonjunktur nur marginal rückläufig. Der Wettbewerb um Aufträge hat sich vielmehr durch die Entkopplung des Mindestkurses des Schweizer Franken vom Euro verstärkt, wie SMU Direktor Christoph Andenmatten feststellt. Seit der Kurskorrektur des Schweizer Franken zu Beginn des Jahres 2015 drängen vermehrt ausländische Anbieter auf den Schweizer Markt. Die Steigerung der Produktivität wird für die Branche wichtiger. red ◊