Deutscher Fassadentag

Friedrich Tuczek, einer von drei Geschäftsführern des Architekturbüros raumzeit in Berlin, hat das Fassadenprojekt Hörsaal Campus Center der Universität Kassel vorgestellt. Das Büro hatte dafür den Deutschen Fassadenpreis für VHF 2015 erhalten. Über die Architektur hinaus haben die Mitarbeiter von raumzeit auch die Aufgaben des Fassadenplaners übernommen. „Die Größe des Projekts hat es zugelassen, dass wir die Planung mit Unterstützung von Beratern leisten konnten“, berichtete Tuczek. Ausgeführt hat die VHF das Unternehmen AMS in Elkenroth, das auch beim Bau des Erlebnisaufzugs Burg Altena beteiligt war. Der Aufzug hatte 2014 den Wettbewerb der Ingenieurkammer-Bau in NRW gewonnen.

„Die plastische Ausgestaltung der Fassade, die Andeutung der Tiefe des Fassadenkörpers gibt diesem Bau ein spezielles Profil“, so Tuczek. Durch Loggien, Einschnitte und Rücksprünge erscheint auch bei Nahsicht die Fassade, hinter der sechs Hörsäle untergebracht sind, wie ein plastisches Relief. Opake Aluminiumtafeln bekleiden die Fassade im Wechsel mit Alu-Glas-Elementen, die ein filigraner Rahmen auszeichnet. „Die ansteigenden Hörsäle werden über die Architektur nach außen kommuniziert, auf diese Weise Außen und Innen in Bezug gesetzt.“ Die Fassadenstruktur setzt perspektivisch die Raumkonfigurationen um.

Endspurt für die Elbphilharmonie

Auch wenn sich die 1.100 Fassadenelemente, die die Firma Josef Gartner montiert hat, schon seit Längerem bestaunen lassen, noch bleibt der Öffentlichkeit der Zutritt in die Elbphilharmonie verwehrt. Auf drei Seiten von Wasser umgeben, ist der Zugang sowieso recht eng. Am Pavillon bei den Magellan-Terrassen ist ein Modell ausgestellt und Vorträge informieren über den Megabau, der 2005 mit 186 Millionen Euro Kosten kalkuliert wurde. Bis heute hat sich jedoch eine Kostensteigerung von 364% ergeben. Am 11. Januar 2017 soll es soweit sein, nach zehn Jahren Bauzeit wird die Elbphilharmonie mit ca. 3.000 geladenen Gästen eröffnet. An gemeine Bürger werden 1.000 Karten verschenkt. Die Inbetriebnahme der drei Konzertsäle für insgesamt 2.820 Gäste soll ein Spektakel für alle werden. Dann wird klar, ob tatsächlich die Akustik im Großen Saal auf jedem Platz gleich gut ist, egal ob dafür 180 Euro oder 25 Euro gezahlt wurden. Bislang auch eher unklar ist der Zugang zur Kühne-Dachterrasse. Wird es für die Öffentlichkeit einen Zugang aufs  ca. 100 Meter hohe Dach geben? Bei der Namensgebung wurde der Mäzen Klaus -Michael Kühne bedacht, der 30 Millionen Euro für den Bau gespendet hat. Angesichts einer Gesamtsumme von ca. 865 Millionen Euro wirken diese wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Insgesamt sollen ca. 76 Millionen Euro für den Bau des Konzerthauses gespendet worden sein.⇥ma ◊