Dübelfibel (18)

Befestigungstechnik für den Altbau

Hohe Decken, Stuck und viel Platz. Altbauten haben ihren Charme. Doch ihr Mauerwerk ist in puncto Befestigung berüchtigt. Wenn es um die Sicherheit von Leib und Leben geht, also beispielsweise beim Anbringen von Treppen oder Balkonen, muss ein Statiker hinzugezogen werden, der nach Zugversuchen einen zugelassenen Dübel auswählt. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht.

Surprise, surprise – beim Altbau weiß der Monteur im Vorfeld meist nicht, was ihn für ein Untergrund erwartet. Um dies herauszufinden, empfehlen die Baustellen-Profis von Tox, den Bohrer ohne Schlag in die Wand zu bohren. Kommt man nicht in den Untergrund, handelt es sich um festes Mauerwerk. Beim Antreffen von weichem Baustoff oder Lochstein gilt es, im Anschluss den richtigen Dübel auszuwählen. Dieser lässt sich  z.B. über den Dübelfinder an der Verkaufswand im Baumarkt oder mithilfe des Tox-Prospekts „Dübel-Ratgeber“ definieren.

Zugelassene Dübel

Da bei Altbauten das Gemäuer oft aus undefinierten Steinen und Mörtel besteht, sind bei der Befestigung von schweren Lasten – die im Fachjargon ausgedrückt „Einfluss auf Leib und Leben“ haben (also z.B. Treppen, Geländer, Balkone) – zugelassene Dübel Vorschrift. Diese werden von einem Statiker festgeschrieben. Zudem sind Zugversuche auf der Baustelle erforderlich, um den wirklich passenden Dübel zuverlässig definieren zu können. Tox hat für diese Tests ein extra Service-Team. Die Befestigungsspezialisten sind seit Jahren auf Baustellen in ganz Deutschland unterwegs und verfügen neben ihrer Fachkenntnis über wertvolle Erfahrungswerte für Statiker und Bauherren (siehe Infokasten Zugversuche).

Die Praxis zeigt’s: Befestigungen können bei schweren Lasten häufig nur als „Fixierung“ dienen. Die Hauptlast sollte, sofern möglich, immer durch geeignete Abstützungen, wie etwa tragende Balken, gehalten werden.

Fassaden und Fenster

Zu den Klassikern bei der Altbau-Sanierung gehören auch Fassaden und Fenster. Für die Befestigung der Fassade gibt es bauaufsichtlich zugelassene Rahmendübel. Herrscht bezüglich des Baugrunds Unklarheit, ist individuell zu entscheiden, welche Dübel geeignet sind und welche Last diesen zugeordnet werden können.

Auch bei der Fenster- und Türenbefestigung sind Monteure mit Rahmendübeln oder –schrauben gut beraten. Diese verankern spreizdruckfrei und gewährleisten einen sicheren Halt.

Böse Bohrlöcher

Auch im Innenausbau bietet der Altbau seine Herausforderungen. Denn selbst wenn es um das Befestigen von Lampen, Regalen, Garderoben oder schlicht Bildern geht, wird’s gerne knifflig. Die Wände bröseln, der Putz bröckelt – und es dauert ewig, bis sich eine Stelle findet, in der ein Dübel einigermaßen sitzt. Mit dem Tox „Altbaujoker“ soll der Bohrfrust ein Ende haben. Durch die Mehrfachspreizung sitzt der Nylondübel extratief im Mauerwerk, ist sicher verankert und bietet so hohe Haltewerte. Ganz egal, ob es sich um Beton oder Porenbeton, Vollstein, Hochlochziegel oder Hohlblockstein handelt.

Wer sich mit bösen, also ausgefransten Bohrlöchern herumärgern muss, ist mit Liquix SOS gut beraten. Der Zweikomponentenkleber lässt sich sowohl als Reparaturmasse sowie als stark haftender Befestigungsklebstoff verwenden. Ein 2-in-1-Multitalent, welches in SOS-Manier bei fast jedem Hand- und Heimwerker-Notfall Abhilfe schafft. Das Befestigungs-Prozedere funktioniert ganz einfach: Bohrloch reinigen und es mit der Liquix-Masse abdichten. Bereits nach fünf Minuten ist der Klebstoff bei einer Temperatur von 23°C ausgehärtet und die Schraube kann mühelos eingesetzt werden. Der Kleber eignet sich für Baustoffe wie Beton, Holz, Fliesen und Naturstein, außerdem für Dämmstoffe wie EPS (expandiertes Polystyrol) und PUR (Polyurethan). Fliesen und Putz sind durch die weitestgehend spreizdruckfreie Verankerung vor Beschädigungen geschützt. Zudem bietet der schnell reagierende Klebstoff hohe Festigkeit. Aufgrund seiner Temperaturbeständigkeit von -20°C bis +60°C und Pflegeleichtigkeit ist Liquix SOS auch für draußen geeignet, egal, ob es regnet, schneit oder die Sonne bei 30°C brennt. Selbst Schleif- und Überstreicharbeiten sind nach der Aushärtung kein Problem.⇥red ◊

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