Teamtechnik in Freiberg

Glas-Alu-Fassade von Freyler

Das Freiberger Familienunternehmen Teamtechnik hat im vergangenen Jahr sein neues Bürogebäude eingeweiht. Der 2.600 m2 große Bau ist eine Denkfabrik für hochqualifizierte Ingenieure. Die Ludwigsburger Architekten, KMB Plan Werk Stadt, entwarfen ein prägnantes Gebäude, das mit dem Bestand harmoniert, sich aber als Firmenzentrale deutlich absetzt. Die Fassade hat Freyler Metallbau umgesetzt.


Die filigranen Glas-Alu-Fassaden, deren Raffinesse sich erst im Detail zeigt, prägen die Architektur. Geplant und realisiert wurde diese Sonderlösung von Freyler Metallbau in Kenzingen. Mit ihrem Konzept konnten sie in der Ausschreibung die Architekten und den Generalunternehmer Leonhard Weiss überzeugen. „So haben wir etwa für die unauffällige Integration der Lüftung in die homogene Fassadenfront eine Lösung mit Lamellenbändern entwickelt. Damit ließ sich der klare und geradlinige Entwurf der Architekten elegant in die Praxis umsetzen“, berichtet Stefan Gauss, Geschäftsbereichsleiter bei Freyler Metallbau. Graue Aluverkleidungen gliedern mit ihrer zurückhaltenden Fugenanordnung die ca. 1.000 m2 große Fassade. 

Lamellenbänder verbergen Lüftung
Der Bürokomplex ist komplett klimatisiert, die Lüftungsanlage sollte in die Fassade integriert werden, ohne deren homogene Optik zu stören. „Eine Sonderkonstruktion mit Lamellenbändern verbirgt die Kühl- bzw. Luftanzugsgeräte, die jeweils an die Stirnseite der Zwischendecken installiert sind“, erklärt Gauss. Zwischen den sieben bzw. acht jeweils 50 mm breiten Deckleisten befinden sich 33 mm breite Fugen, durch die die Luft strömt. Die dahinterliegenden tiefen Kofferpaneele nehmen die Lüftungsgeräte auf. „In die Lamellenkonstruktion haben wir zudem Insektenschutzgitter integriert, sodass man von außen die Lüftungsgeräte nicht wahrnimmt.“

Sonnenschutz integriert
Hinter der Glas-Alu-Fassade steckt eine klassische Pfosten-Riegel-Konstruktion, die Fassadenelemente sind an der Deckenstirn jedes Geschosses befestigt, die Lasten werden so in das Tragwerk abgeleitet. Zur Anwendung kamen die Vorhangfassadensysteme Raico Therm+ 50/125 A-V, die sich durch eine filigrane Optik und reduzierte Dichtungsansichten auszeichnen. Die  Fronten sind festverglast, ohne Fensterflügel. Die Glaselemente sind insgesamt 70 mm dick, da sie die verschiedensten Funktionen erfüllen müssen: Neben Absturzsicherung, Witterungs- und Wärmeschutz auch den Blend- und Sonnenschutz. Um die geradlinige Architektursprache nicht zu stören, wurde dieser in die Dreifachverglasung integriert: Im Zwischenraum der zwei äußeren Scheiben sind die 16 mm breiten Lamellen eingearbeitet, die sich per Knopfdruck hoch- und runterfahren lassen. Ein Bussystem reguliert die Verschattung automatisch, sodass der sommerliche Wärmeeintrag möglichst gering gehalten wird. Jeder Mitarbeiter kann für seinen Raum auch manuell nach Bedarf steuern.

Präzise Vorfertigung
Der Aufbau der Fassadenelemente erforderte bei der Vorfertigung im Freyler Werk höchste Präzision. In Kombination mit den großen Glasformaten von 1,30 x 3 m entstanden wahre Schwergewichte. Zwischen den transparenten Fensterflächen sind immer wieder opake Glaspaneele in die Fassade integriert, die von außen fast nicht zu erkennen sind. Dabei wurde bewusst Isolierglas verwendet, bestehend aus einem äußeren Klarglas, einer mit Siebdruck versehenen Scheibe und einem inneren Blechpaneel. „So ließ sich eine größere Tiefenwirkung erzielen“, berichtet Gauss.

Brandschutz zwischen Alt und Neu
Der Glaskubus ist mit einem Verbindungsbau an den Bestand angeschlossen – das Erscheinungsbild dominieren dunkelgraue Blechverkleidungen. Die hinterlüftete Kaltfassade besteht aus 4 mm starken Alublechen vor einer thermisch getrennten Hinterkonstruktion. Auf die Bleche hat Freyler Metallbau rückseitig Bolzen aufgeschweißt, sodass äußerlich von den Befestigungseinheiten nichts erkennbar ist. Mit Einsatz von EI 90 Stahlelementen wurden mit dem Verbindungsgang die Gebäudekomplexe brandschutztechnisch getrennt. Auch energetisch kann der Neubau gute Werte vorweisen, der Ucw liegt für die gesamte Fassade bei 0,508 W/m2K und damit weit unter den Anforderungen der EnEV 2016 (Ucw = 0,541 W/m2K).

Der erste Eindruck zählt
Ein Vorbau auf 12,5 m Länge überdacht den Weg zum Foyer. Eine verzinkte Stahlkonstruktion dient als robuster Unterbau, durchs Dach zieht sich der Länge nach ein 2 m breiter und um 4° geneigter Glasstreifen. Auch hier stammen Detailplanung und Umsetzung aus dem Hause Freyler Metallbau. Dank der markanten Fugenbildung und der gleichen Materialität wie bei der Kaltfassade bildet der Vorbau mit dem Bürokomplex architektonisch eine Einheit. red, 4.9. 2017

www.freyler.de




Technische Daten:

Größe Verwaltungsbau: 2.600 m2

Fassade gesamt: 1003,2 m2

Ucw Fassade gesamt: 0,508 W/m2K

Transparente Fassade: 599,6 m2

Ucw Glasfassade: 0,626 W/m2K

Opake Paneele:   403,6 m2

Ucw opake Paneele:   0,332 W/m2K

Verglasung: 1,3 x 3 m

Pfosten-Riegel-Konstr.:  Raico Therm+ 50/125 A-V