Marktübersicht - 12 Smart-Home-Systeme

Das Angebot an Smart-Home-Systemen ist derzeit eher unübersichtlich. Das erschwert die Auswahl für Fachbetriebe und Endkunden. Auch sind die meisten Smart-Home-Systeme proprietär, haben eine überschaubare Zahl an Funktionalitäten und bieten nur begrenzt Schnittstellen zu anderer Haustechnik an. In der Printausgabe vom April stellen wir die technischen Parameter von 12 Systemen im Vergleich vor.

Vom Smart Home träumen viele Hausbesitzer und Mieter, umgesetzt haben das bis jetzt wenige. In maximal zehn Prozent aller privaten, neu gebauten Einfamilienhäuser werden intelligente Systeme zur Hausautomation eingebaut, schätzt Bernd Riedmann, Geschäftsleitung Produktmanagement und Marketing bei Warema. Die Nase vorn haben derzeit proprietäre, also herstellergebundene Funksysteme, die allerdings meist nur Teilbereiche abdecken. Sie können beispielsweise Markisen und Rollladen steuern, Lichtszenarien schalten oder die Alarmanlage überwachen.


Zu viele Einzellösungen

Somfy bietet ein besonders umfassendes Portfolio an digital steuerbaren Komponenten an, die sämtlich auf Basis eines io-fähigen Antriebs funktionieren. io-homecontrol von Somfy ist daher zwar ein herstellerübergreifendes Funksystem, aber kein offener Standard. Rademacher geht einen ähnlichen Weg und hat den Vorteil, dass seine Aktoren potenzialfrei geschaltet sind. Somit können unterschiedliche Komponenten in ein System eingebunden werden, ohne dass zusätzliche Aktoren oder andere Baugruppen nötig wären.

Die Recherche zu dieser Marktübersicht offenbarte große Unübersichtlichkeit: Es gibt viele Anbieter, kaum Vergleichbares, überwiegend Stand-alone-Systeme mit begrenzter Kompatibilität zu anderen Herstellern. Die meisten Funklösungen beschränken sich auf wenige Funktionen. Trotzdem werden sie von den Anbietern als Smart Home bezeichnet, obwohl der Begriff in der Fachwelt als umfassendes System von vielen unterschiedlichen, steuerbaren Komponenten im und am Haus definiert ist, die untereinander vernetzt sind und von einer Zentralsteuerung aus gemanagt werden.


Was will der Kunde?

Smart Home kann für Metallbauer, die u.a. die Montage von Bauelementen wie Fenster, Türen, Sonnenschutz, Garagentore usw. anbieten, ein interessanter Zukunftsmarkt sein. Vor allem, was die Installation von Funksystemen betrifft. Bei der Vielzahl der aktuell existierenden Systeme ist die Beratungsleistung allerdings nicht einfach. Sinnvoll ist es daher, sich auf bestimmte Systeme zu spezialisieren. In der Beratung sind wichtige Fragen zu klären: Was will der Endkunde mit Smart Home erreichen (Sicherheit, Energie einsparen, Klima regulieren oder Komfort), wie viele Komponenten will er in ein einheitliches System einbinden, will er das System sukzessive erweitern können oder benötigt er nur ein bis zwei proprietäre Systeme, welchen Be-dienkomfort wünscht er, wie technikaffin ist er, um z.B. Updates selbst durchführen zu können usw..


Viel Potenzial für wenige Metallbauer

Wer nur sehr selten mit Smart Home zu tun hat, für den lohnt sich der Aufwand an Zusatzausbildungen und laufenden Schulungen sicher nicht. Wer sich Smart Home auf die Fahnen schreibt, der sollte auch kräftig die Werbetrommel rühren und nicht hinterm Berg halten. Noch kann man sich damit ein Alleinstellungsmerkmal sichern. Eines gilt es zu bedenken. Bei Smart Home stehen Metallbauer immer in direkter Konkurrenz zum Gewerk Elektrotechnik. Die aktuelle Ausschreibungspraxis zeigt jedoch, dass sich auch Planer und Architekten nicht immer einig sind, wem der Part Smart Home zuzuschreiben ist: dem Metallbauer, dem Elektrotechniker, dem Schreiner, dem Sonnenschutzspezialisten oder dem Garagentorexperten? Vorteil für den Metallbauer ist, dass der Verbraucher eine Markise oder eine Tür nie beim Elektriker bestellen würde und dort auch nicht bekommt. Der Metallbauer braucht für die elektrotechnische Installation entweder ein Zertifikat als Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten oder sollte mit einem Elektriker oder Netzwerktechniker eng kooperieren.