Marktübersicht Isoliergläser

Zehn Hersteller in der Übersicht

Unbestritten gehört die Zukunft dem Dreifach-Isolierglas, aktuell besteht jedoch noch ein hoher Bedarf an Zweifach-Isoliergläsern. Dipl.-Ing. Ulrike Hensel stellt auf zwanzig Seiten 121 Zweifach- und Dreifach-Isolierglastypen für Fenster beziehungsweise Fassaden vor.

Pro Hersteller stellt die Marktübersicht zwischen 12 und 15 unterschiedliche Glastypen vor und beschreibt anhand von 19 Parametern deren Bauweise sowie die Glasarten und gibt die Eigenschaften an.

Die forcierte Entwicklung energieeffizienter Scheiben hat den Ug-Wert im Allgemeinen optimiert, will heißen gesenkt. Der schlechteste Ug-Wert für Zweifach-Isolierglas in der Marktübersicht beträgt 1,5 W/(m2K). Von den insgesamt 121 Glastypen haben 57 Zweifach-Isoliergläser einen Ug-Wert von 1,0 W/(m2K) und höher. 27 Glastypen bieten einen Ug-Wert von 0,6 W/(m2K) und niedriger. Prinzipiell handelt es sich hierbei um Dreifach-Isolierglas, das im Scheiben-zwischenraum (SZR) in 19 Varianten mit Argon-Gas befüllt ist und in 11 Varianten mit Krypton. Anders der Glastyp Okagel, der sich mit dem Spitzenwert von 0,3 W/(m2K) erstens als Zweifach-Isolierglas abhebt und zweitens als Einziger mit Aerogel gefüllt ist. Mit 76 mm Gesamtdicke – einem Aufbau von 6-60-10 – ist dieser Glastyp jedoch dicker als viele Dreifach-Aufbauten.

Hochleistungs-Isolierglas mit Aerogel. Okagel wurde bereits 2007 auf der BAU in München eingeführt. Nach Angaben des Herstellers Okalux hat das Aerogel einen Luftgehalt von ca. 97 % und wiegt nur ca. 75 g pro Liter. Die Aerogel-Füllung reduziert den Wärmeübergang im Scheibenzwischenraum hinsichtlich Konvektion, Wärmeleitung und Wärmestrahlung. Die Mikrostruktur des Aerogels besteht aus einem dreidimensionalen Gitternetz mit einer mittleren Porengröße von ca. 20 Nm. Hierdurch werden die vorhandenen Gasmoleküle eingeschlossen und deren Bewegung sowie Stöße untereinander verhindert. Dadurch wird nicht nur die Konvektion, sondern direkt die Wärmeleitung in der Gasphase wirkungsvoll gestoppt. Aufgrund des geringen Materialanteils ist zudem die Festkörperwärmeleitung im Aerogel minimal. Mit zunehmender Dicke dieser Füllung verbessert sich daher der Ug-Wert.

Interessant ist zudem das Verhalten der Aerogel-Füllung bei Neigung. Der Ug-Wert eines Isolierglases nach DIN EN 673 bzw. DIN EN 674 bezieht sich immer auf den senkrechten Einbau. Wird das Isolierglas geneigt, beispielsweise bei einer Dachverglasung, steigt der Ug-Wert an, da die Konvektion im Scheibenzwischenraum zunimmt. Ein Isolierglas mit dem Normwert Ug = 1,1 W/(m2K) hat als horizontale Dachverglasung dann einen Wert von 1,7 W/(m2K). Anders bei Okagel – bei diesem Glas wird durch die Aerogel-Füllung die Konvektion verhindert, der Ug-Wert bleibt daher in jeder Einbaulage konstant.

Darüber hinaus wird in der porösen Aerogel- Struktur die Geschwindigkeit sich ausbreitender Schallwellen drastisch reduziert und so eine sehr gute Schalldämmung erreicht.

Fazit. Über den Ug-Wert ist schon viel geredet worden, die Branche ist nicht mehr gewillt, jedem zuzuhören, der sich die Ug-Olympiade zum Thema macht. Gleichwohl gibt es weiterhin Neuigkeiten zu berichten, die Entwicklung weiterer Scheiben mit einem Ug-Wert zwischen 0,3 und 0,6 W/(m2K) ist nicht abgeschlossen. Marktübersichten sind ein Weg, die Marktdurchdringung noch unbekannter Produkte zu forcieren und einen Vergleich der Eigenschaften zu erleichtern.⇥ma ◊

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