glasstec 2014

Die Entwicklung geht weiter

Herbst und Winter gehören den umsatz- und besucherstarken Baumessen, die in ihrer Präsenz eher Sommerstürmen gleichen. Eine davon – die glasstec 2014 – findet vom 21. bis 24. Oktober in Düsseldorf statt. Sie gehört zu den weltweit größten Messen ihrer Branche und deckt als internationale Leitmesse mit etwa 1.150 erwarteten Ausstellern die Wertschöpfungskette rund um den Werkstoff Glas in einer großen Bandbreite ab. 2012 zog sie mit ihren Angeboten mehr als 42.000 Besucher an.



Das umfangreiche Angebot ist besucherfreundlich sortiert. Auskunft und gebündelte Informationen zu Produkten und Innovationen gibt darüber der sogenannte „Trendkompass“ auf www.glasstec.de. Dieser Überblick erleichtert die ganz individuelle Planung für den eigenen Messerundgang. Die brandaktuellsten Neuigkeiten sind zwar den Messepräsentationen vorbehalten, aber hier sei schon mal verraten, dass diese Trends 2014 im Mittelpunkt stehen: Dünnes und gebogenes Glas, Glasdruck und Beschichtungen, Displaygläser sowie technische Glasanwendungen (u.a. LED/OLED), Photovoltaik-/ Solarthermie-Gebäudeintegration, Glas und Materialkombinationen in der Fassade, Lasertechnik und Glasrecycling. Diese Themen werden in neun Hallen der Messe Düsseldorf gezeigt und in unterschiedlichen Formaten gespielt. Es gibt neben regulären Messeauftritten ein sehenswertes Rahmenprogramm mit Sonderschauen und Konferenzen. Diese heißen dann  „glass art“, „handwerk live“, „autoglass arena“, „façades center“, „glass technology live“, „solar meets glass“, „engineered transparenca“ und ganz schlicht „Architekturkongress“.

glass technology live

Sehr spannend für die Metallbaubranche ist sicherlich die Sonderschau „glass technology live“ in Halle 11. Prof. Stefan Behling und sein Team des Instituts für Baukonstruktion der Universität Stuttgart organisieren wie schon beim letzten Mal das Aushängeschild der glasstec. Auf 500 m² sieht man dort unter dem Motto „intelligent glass“ Glasprodukte von morgen, wie sie sich Architekten und Designer wünschen. Jeder Tag hat einen anderen Schwerpunkt. Für Metallbauer ist sicherlich der Mittwoch am spannendsten. Da geht es um Verarbeitung und Technologie.

„Zentrum Handwerk“

Auch interessant für Metallbauer – und das ist tagesunabhängig – ist der Besuch des „Zentrums Handwerk“ in Halle 9. Unter diesem Begriff laufen die Sonderschauen „handwerk LIVE“, „Autoglass Arena“ sowie die Glaskunstausstellung „glass art“. Im Zentrum findet sich neben dem Stand des Bundesinnungsverbands des Glaserhandwerks (BIV) und den Ausstellern ein umfangreiches Rahmenprogramm für diese Zielgruppe. Ganz neu ist der Programmpunkt „handwerk live“. Dort ist das glasverarbeitende Handwerk eingeladen, selbst Hand an Werkzeug und Material anzulegen. Dazu gibt es acht der Praxis nachempfundene Mitmachstationen. Diese sind jeweils den Themen Zuschnitt (Schneiden + Lagern), Bearbeiten (Bohren und Schleifen), Veredeln (Lackieren und Verkleben) und Montage (u.a. von Beschlägen) zugeordnet. Übergeordnete Themen sind Handling, Transport und Arbeitsschutz. Zusätzlich zu den Mitmachstationen gibt es eine Demonstrationsfläche, auf der beispielsweise der Aufbau einer Glasfassade, der Bau einer Duschkabine oder die Montage von Glasschiebetüren gezeigt werden. Konzeptionelle Partner bei „handwerk live“ sind neben dem BIV die Unternehmen Bohle und Hegla. Die „Autoglass Arena“ wird ebenfalls federführend vom BIV organisiert und ist Auszeichnungsort des mit 5.000 Euro dotierten nationalen Autoglaserwettbewerbs. Komplettiert wird das Zentrum Handwerk durch die Sonderausstellung „glass art“, die Kunstobjekte aus Glas zeigt. Das Spektrum der ausstellenden Künstler international renommierter Galerien, dem Glasmuseum Hentrich sowie der Glaskünstlervereinigung Nordrhein-Westfalen reicht von Glasgefäßen über skulpturale Objekte bis hin zu Glasmalerei.

Highlights

Die glass technology live zeigt, wie moderne Wärmeschutz- und Sonnenschutzgläser sowie schaltbare Verglasungen sehr effizient und mit höchstem ästhetischen Anspruch in Gebäudehüllen verbaut werden können. Eines der Highlights der diesjährigen Sonderschau ist nach Aussage von Dipl.-Ing. Architekt Stefan Robanus, ebenfalls Mitglied des Organisationsteams der Uni Stuttgart, die modular aufgebaute Glasfassade „seele iconic skin“. Die brandneue Entwicklung des deutschen Unternehmens seele, einem Spezialisten für außergewöhnliche Glasfassaden, wird erstmals dem Fachpublikum präsentiert. Die äußere und innere Fassadenoberfläche der seele iconic skin erscheint vollständig homogen, ohne sichtbare Pfosten, Querträger oder Befestigungen. Der Doppelhaut-Aufbau mit integrierten Profilen ist mit einem patentierten, selbstregelnden Druckausgleichssystem (SCF – self conditioning facade) bestückt, das durch Interaktion mit dem Außenklima eine passive Belüftung sicherstellt. Die neue Glas-Sandwich-Elementfassade bietet exzellente Wärme- und Schallisolation und ermöglicht die Integration von Sonnenschutzelementen. Maximale Elementgrößen von 3,20 mal 15 Metern verbinden mehrere Stockwerkhöhen zu einer vertikalen optischen Einheit. seele iconic skin ermöglicht laut Hersteller maximale Individualität in Arrangement, Form und Größe der transparenten Bereiche sowie bei der Bedruckung und Farbgebung der äußeren und inneren Glasflächen.

Ein anderer Typ einer funktional eigenständigen Fassade wurde von der Josef Gartner GmbH entwickelt. Die Besonderheit der CCF-Fassade (Closed Cavity Façade) des zur italienischen Permasteelisa-Gruppe gehörenden Fassadenbauers ist der integrierte Hohlraum zwischen den Glaselementen. Der Raum zwischen Innen- und Außenhaut ist komplett geschlossen. Um Kondensat an der Fassade zu vermeiden, werde konstant trockene, saubere Luft zugeführt, erläutert Jutta Albus die Funktionsweise. Der Energieverbrauch der Fassade reduziert sich damit auf ein Minimum. Die gtl zeigt ein 2,70 mal 3,50 Meter großes Mock-up der CCF-Fassade.

façades center

Weitere Fachvorträge und Sonderschauen gibt es im sogenannten „Fassaden Center“ in Halle 11 mit dem „Kompetenzzentrum Glas + Fassade“. Hier stellen sich Institute und Verbände vor wie z.B. der Bundesverband Flachglas e.V. (BF), der Verband Fenster und Fassade (VFF), das ift Rosenheim – Institut für Fenstertechnik e.V., der UBF – Unabhängige Berater für Fassadentechnik e.V. sowie das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. (ZAE Bayern). Zielgruppen sind Fassadenplaner, Bauingenieure und Architekten sowie das verarbeitende Handwerk. Ein Höhepunkt der Ausstellung wird das „efnMobil“ des European Fassade Network sein, an dem Studenten der Hochschule Ostwestfalen-Lippe live Fassaden-Mock-Ups erstellen. Das Kongressprogramm besteht aus der wissenschaftlichen Fachkonferenz für den konstruktiven Glasbau, „engineered transparency“, dem „Architekturkongress“ und der Konferenz „Solar meets Glass“, die Schnittstellenthemen der Glas- und Solarbranche behandelt.

Wer also den Messesturm nicht scheut, und gleichzeitig etwas Geld sparen möchte, erwirbt am besten zu vergünstigten Vorverkaufsgebühren ein e-ticket: www.glasstec.de

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