Landesfachklasse Metallgestaltung ist erfolgreich

Der Göppinger Schmiedetag des Unternehmerverbands Metall Baden-Württemberg (UVM) Anfang Februar bot nicht nur Anlass zum fachlichen Austausch der Metallgestalter. Mit der Übergabe der Abschlusszeugnisse und Gesellenbriefe an 17 Absolventen der Landesfachklasse Metallgestaltung konnte zugleich das 20-jährige Bestehen dieser beispielgebenden Ausbildungsinstitution gefeiert werden.

Im Klassenzimmer die Reden, in der schuleigenen Werkstatt die handgefertigten Gesellenstücke: Jeder Besucher konnte erkennen, dass Kreativität, handwerkliches Können und kulturhistorisches Wissen bei den Metallgestaltern gleichermaßen gefragt sind.

Dass Metallgestaltung gelehrt und Nachwuchs in dieser individuellen, dem Metallbau zugeordneten Fachrichtung weiterhin ausgebildet wird, ist der Beharrlichkeit der Fachgruppe Metallgestaltung im Unternehmerverband Metall Baden-Württemberg und dessen langjährigem Fachgruppenleiter Oskar Hafen zu verdanken. Daran erinnerte der frühere Leiter der Landesfachklasse Metallgestaltung, Wilhelm Häderle, in seinem Festvortrag. Zugleich gedachte er des vor wenigen Wochen verstorbenen Oskar Hafen.

Gesellprüfung der Metallgestalter an der Gewerblichen Schule Göppingen
Gesellprüfung der Metallgestalter an der Gewerblichen Schule Göppingen

Trotz vielfältiger Möglichkeiten der maschinellen Fertigung sei diese jahrhundertealte Handwerkskunst nicht überflüssig und es bestehe weiterhin Bedarf, die Tradition des Schmiedehandwerks zu erhalten. Dafür hatten sich Oskar Hafen und seine Mitstreiter vor 20 Jahren erfolgreich eingesetzt.

„Das lange Bemühen, die Metallgestaltung als eigene Fachrichtung in der Ausbildung zu etablieren, hat letztendlich zum Erfolg geführt“, erinnerte Wilhelm Häderle, der anschaulich berichtete, wie die Verantwortlichen in den Ministerien direkt vor Ort, in Oskar Hafens Schmiedewerkstatt, von dieser Notwendigkeit überzeugt wurden.

Baden-Württemberg hatte sich mit dem Standort Gewerbliche Schule Göppingen um die Fachklasse für Metallgestaltung beworben und aufgrund der optimalen Bedingungen mit der umfassenden Ausstattung eines großen beruflichen Schulzentrums und einem an die Schule angegliederten Fort- und Weiterbildungszentrum als deutschlandweit erste Klasse dieser Art den Zuschlag bekommen.

Seither besuchen die auszubildenden Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung aus Baden-Württemberg im 3. und 4. Ausbildungsjahr diese Schule. Auf Antrag können auch Schüler aus anderen Bundesländern nach Göppingen kommen – eine Möglichkeit, die häufig genutzt wird und ebenfalls für den guten Ruf der Schule spreche, betonte Häderle. Der Unterricht folgt dem Bildungsplan des Landes Baden-Württemberg und wird in drei Blöcken mit je sechs Wochen organisiert. Während der Zeit des Blockunterrichts können die Auszubildenden in dem vom UVM betriebenen Schmiedewohnheim wohnen.


Kreativität und Technik.das gestalterische Können und in besonderer Weise um das Freihandzeichnen, um die Modellentwürfe zeichnen und präsentieren zu können. In der schuleigenen Werkstatt lässt sich das Gelernte dann auch gleich in die Praxis umsetzen. „Der Unterricht ist praxisnah und lebensnah. Wir bekommen Auftragsarbeiten, die wir im Team besprechen und in Gemeinschaftsarbeit – von der Idee bis zur Montage – umsetzen“, sagt Klassenlehrer Christian Dreifert.

Am Ende der Ausbildung steht, als Gesellenstück, eine individuelle Projektarbeit, den die jungen Nachwuchsschmiede von der Idee über Entwurf und Detailplanung, Fertigungszeichnung, Dokumentation und Präsentation allein entwickeln.

Oberstudiendirektor Siegfried Pietrass, der Leiter der Gewerblichen Schule Göppingen, Klassenlehrer Christian Dreifert und Werkstattausbilder Ulrich Deess überreichten die Schulzeugnisse, bevor die jungen Absolventen in der Werkstatt ihre jeweiligen Prüfungsstücke präsentierten und Gesellenprüfungsvorsitzender Thomas Gustav Kenngott die Arbeiten aus der Sicht des Prüfungsausschusses erläuterte und die Gesellenbriefe überreichte. Tische, Betten, Feuerschalen oder ein Haustürklavier – die Stücke waren ebenso fein gefertigt wie individuell entwickelt und kreativ gestaltet.

Landesinnungsmeister Peter Mader ist stolz auf die Fachklasse für Metallgestaltung: „Die praxisnahe und fachlich hervorragende Ausbildung auf technisch modernstem Stand bildet die Grundlage für eine hohe Qualität im Gestalterhandwerk. Jedes Produkt ist individuell und in Handarbeit gefertigt. Dies belegt erneut die Qualität der Göppinger Landesfachklasse als Kreativzentrum.“


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