Roto kauft strategisch ein

Nachdem Roto im Oktober 2015 den Erwerb des Dichtprofil-Spezialisten Deventer meldete, wird jetzt die Übernahme der Industriesparte des dänischen Herstellers Peder Nielsen (PN) via Pressemitteilung gemeldet. Die 1877 gegründete und in Brønderslev im nördlichen Jütland ansässige Firma gehöre zu den ebenso renommierten wie führenden Anbietern von Beschlagsystemen für nach außen öffnende Fenster und Türen, die vor allem in Skandinavien und Großbritannien überwiegend anzutreffen seien. Durch die Akquisition schließt Roto eine gerade in diesen Märkten entscheidende Produktlücke und stärkt damit seine entsprechende Position nachhaltig, wie der Vorstandsvorsitzende Dr. Eckhard Keill hervorhebt. Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden verfügt Roto u. a. als einziges mitteleuropäisches Branchenunternehmen nun über ein komplettes Fenster- und Türtechnikportfolio für den skandinavischen Raum.

Der Kauf erfolgte im Rahmen eines Asset Deals. Er erstreckt sich z. B. auf Maschinen, Anlagen, die Marke und die Kundenbeziehungen. Hinzu komme das gesamte Produktportfolio für die Öffnungsarten „Top / Side Swing“ und „Top / Side Hung“. Laut Keill reiht sich das neue Engagement „nahtlos in das langfristige Konzept ein, unsere internationalen Wachstumschancen immer dann durch gezielte Akquisitionen zu erhöhen, wenn sie strategisch sinnvoll und ökonomisch vernünftig sind“.

Wie Finanzvorstand Michael Stangier unterstreicht, waren auch für das PN-Investment keine zusätzlichen Fremdmittel erforderlich. Das bestätige „einmal mehr“ die trotz der zuletzt zum Teil „drastischen Markteinbrüche“ unveränderte wirtschaftliche Stabilität der Roto Gruppe. Sie weise für 2014 mit 4.500 Mitarbeitern ein Umsatzvolumen von gut 641 Mio. Euro aus. In dem „per saldo extrem schwierigen Jahr 2015“, für das konkrete Zahlen im April vorlägen, habe sie sich im Markt- und Wettbewerbsvergleich ebenfalls respektabel entwickelt: „Wir sind kerngesund und damit auch für die Kunden von Peder Nielsen ein buchstäblich sicherer Partner.“

Der Übergang des aus dem Asset Deal resultierenden Geschäftes vollziehe sich in zwei Stufen. Ab 01. März 2016 werde sich das Geschäftsgebiet „Westeuropa“ der Division Fenster- und Türtechnologie zunächst um die Kundenbetreuung und -aufträge kümmern. Im Herbst beginne dann die Integration der Fertigung in den Roto-Produktionsverbund an den Standorten Lövö (Ungarn) und Kalsdorf (Österreich).

red, 12.01. 2015