Roto Kampagne pro Einbruchschutz

 „Die Besorgnis, von Wohnungseinbrüchen selbst betroffen zu werden, wächst spürbar. Deshalb hält die Mehrheit der Bundesbürger alle Maßnahmen für richtig, die diese Gefahr verringern können.“ So resümiert forsa-Chef Prof. Manfred Güllner eine Umfrage seines Instituts. Für die Roto Frank AG als Initiator der Studie resultiert daraus eine „klare Aufforderung an die Politik, geeignete Sicherheitsausstattungen im Wohnungsbau bindend vorzuschreiben und damit der rapide gestiegenen Einbruchskriminalität wirksam zu begegnen.“ Mit Widerstand in der Bevölkerung sei dabei kaum zu rechnen, denn sie stufe entsprechende gesetzgeberische Schritte der Untersuchung zufolge überwiegend als sinnvoll ein.


Um das kriminelle Treiben von Dieben zu bekämpfen, empfehlen Experten, allgemeine Mindeststandards zum Einbruchschutz im Wohnungsbau gesetzlich vorzuschreiben. Das stoße in der Bevölkerung auf hohe Akzeptanz. Laut Studie halten 62 % eine derartige Pflicht für „sehr/eher sinnvoll“. Lediglich 15 % könnten sich damit überhaupt nicht anfreunden. Zu den besonderen Befürwortern gezielter Sicherheitsauflagen gehören, meldet Roto, die ostdeutschen Bürger (66 %) und die in mittelgroßen Städten lebenden Personen (67 %). Überraschend sei die mit 71 % sehr starke Zustimmung in der Altersgruppe „18 bis 29 Jahre“. Noch aufgeschlossener sind die Deutschen gemäß der Erhebung für gesetzliche Sicherheitsvorschriften bei Fenstern und Türen, die sich in der Praxis oft als „leichteste Beute“ für Diebe erweisen. Mit 66 % steige die Quote derer, die verbindliche Regelungen im Baurecht als „sehr/eher sinnvoll“ bewerten, auf exakt zwei Drittel der Gesamtbevölkerung. Analog dazu lehnen das nur 15 % kategorisch ab.

In Deutschland sei die 2017 auf 50 Mio. Euro vorgesehene Aufstockung des Volumens für staatliche Zuschüsse bei nachträglichen Einbruchschutz-Maßnahmen als derzeit einziges Instrument zwar im Prinzip zu begrüßen, aber im Kern „nur zweite Wahl“. Komme es zu der auch durch die forsa-Studie gestützten Fixierung des Einbruchschutzes im Baurecht, könne der Fiskus am Ende auf finanzielle Anreize für spätere Nachrüstungen verzichten.

Unabhängig davon empfehle Roto Haus- und Wohnungseigentümern sowie Mietern eine „aktive Selbsthilfe“. Es gelte zunächst, sich bei Fachbetrieben über geeignete Lösungen und Systeme zu informieren. So biete sich einbruchhemmende Beschlagtechnik für leicht erreichbare Fenster und Türen etwa in Kellern und Erdgeschossen ebenso an wie für gefährdete (Schiebe-)Elemente auf Balkonen und Terrassen. Spezielle Komponenten wie Pilzkopf-Sicherheitsschließzapfen, stabile Sicherheitsschließstücke, abschließbare Fenstergriffe und ein sogenannter Anbohrschutz bewährten sich in der Praxis gegen Diebe.

Mit rund 167.000 registrierten Fällen kletterte die Zahl der abgeschlossenen bzw. versuchten Einbrüche 2015 in Deutschland auf ein 20-Jahres-Hoch. Hinzu komme, dass die Polizei nur etwa jedes siebte Delikt aufklären konnte.

red, 8.11. 2016