Die Gute Form 2018

Bundessieger in Metallgestaltung

Den ersten Platz gewann Serdar Edem aus Aachen mit seinem Mobile „POG – Poise of Generation“, Zweiter wurde Alexander Mayer aus Stutensee mit seiner „Stehbar“, den dritten Platz belegte Jakob Sander aus Stuttgart mit einer mechanisch dimmbaren „Tischleuchte“. Ronja Wetzels aus Herzogenrath erhielt eine Belobigung für ihr Mobile „Der fliegende Wal“.

„Wie ein Mobile – nur andersherum“, sagt Serdar Edem vom Ausbildungsbetrieb Weber Metallgestaltung aus Aachen. „Ich wollte kein konventionelles Mobile wie über einem Kinderbettchen fertigen, sondern etwas Außergewöhnliches. Also habe ich das Mobile auf den Boden gestellt.“ Mit Erfolg. Denn Edem erhielt dafür den ersten Preis beim Bundeswettbewerb „Die Gute Form 2018 – Gestaltung im Metallhandwerk“. Die Skulptur trägt den Namen „POG – Poise of Generation“, Generationen im Gleichgewicht. Der 27-Jährige beginnt im Herbst den Studiengang Handwerksdesign, mit der Ausbildung zum Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung hat er sich dafür qualifiziert.

Für seine „Stehbar“ erhielt Alexander Mayer nicht nur Lob und Anerkennung von der Jury. Vor allem sein Ausbilder Rosswag vom Betrieb Rosswag Pfinztal-Kleinsteinbach in Baden-Württemberg freut sich, dass er mit dem Werkstück seinen Kunden endlich optisch und haptisch zeigen kann, mit welchem Material der Betrieb arbeitet. Er plant, gleich mehrere dieser Tische herzustellen. Mayer strahlt über seinen zweiten Platz. Der 21-Jährige sagt: „Und das trotz der großen Konkurrenz. Jetzt gehöre ich zu den Besten. Das ist ein sehr tolles Gefühl.“ Aktuell macht er bei Edelstahl Rosswag eine Ausbildung als Kaufmann für Büromanagement.

Die Tischleuchte vom Drittplatzierten Jakob Sander lässt sich mechanisch dimmen, indem man die Lamellen manuell dreht. Er selbst konnte das vor Ort nicht demonstrieren, weil er sich gerade im australischen Brisbane für ein Praktikum aufhielt, stellvertretend nahmen seine Eltern seine Auszeichnung entgegen. Seine Begeisterung und Freude über den Preis teilte er in einer kleinen Videobotschaft mit. Momentan arbeitet der 22-Jährige während seines Work-and-travel-Aufenthalts bei einem Kunstschmied in Brisbane (Ironfist by Robert Everingham), allerdings nur für anderthalb Monate. „Wenn ich wieder zurück in Deutschland bin, möchte ich Produktdesign studieren“, kündigte er im Videoclip an.

Zehn Jahre „Die Gute Form“

Seit zehn Jahren wird auf der Internationalen Handwerksmesse der Wettbewerb „DieGuteForm – Gestaltung im Metallhandwerk“ präsentiert. Ziel ist es, die ästhetische Handwerksqualität und die schöpferische Fantasie während der Ausbildung zu fördern sowie die Entwicklung zeitgemäßer Lösungen mit traditionellen oder neuen Werkstoffen anzuregen. Ein Teilziel des Wettbewerbs ist das Werben für Formgebung und für das Berufsbild in einer breiten Öffentlichkeit. So dürfen die Veranstalter von einem Erfolg sprechen, da die Sitzplätze während der Preisverleihung am 10. März 2018 auf der Messe bis auf den letzten Platz besetzt waren und Interessierte rund um das Auditorium ihre ergatterten Stehplätze verteidigen mussten. Mit dieser Resonanz standen die jungen Metallbauer den Mannequins in nichts nach, die zuvor auf derselben Bühne zur Modenschau aufliefen. Besonderheit der Preisverleihung in diesem Jahr: Alle Preise wurden von der Botschafterin Judith Loreen Hägele überreicht. Die 18-Jährige absolviert derzeit selbst eine Ausbildung im dritten Lehrjahr zur Metallbauerin, Fachrichtung Konstruktionstechnik, bei Fürst Stahl- und Metallbau in Essingen und ist das Gesicht für die neue Metallbauer-Generation. Bekannt wurde sie durch das Voting bei „Germany’s power people“. Auch in diesem Jahr gingen die Sieger nicht nur mit Trophäen nach Hause, sondern auch mit einem Weiterbildungsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Wert von 7.200 Euro. Serdar Edem und Jakob Sander streben beide einen Designstudiengang an: Edem Handwerksdesign, Sander Produktdesign.

Die Wettbewerbs-Exponate wurden nicht nur in einem Katalog dokumentiert, sondern vor allem im Rahmen der IHM auf dem Messe­stand des Metallhandwerks ausgestellt. Ob die nächste Generation gemäß dem diesjährigen IHM-Motto dem Publikum zeigte, was kommt, bleibt fraglich, die Gewinner jedenfalls zeigten das, was sie können. Der Bundesfachgruppenleiter der Metallgestaltung im BVM Michael Stratmann resümierte: „Wir sehen Gesellenstücke in einer Qualität, die vor 15 Jahren noch Meisterschülern vorbehalten waren.“

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