Unternehmensporträt

Erfolgsmodell Benedikt Belle

In 25 Jahren von drei auf 60 Mitarbeiter

Benedikt Belle hat aus einer kleinen Werkstatt ein Unternehmen aufgebaut, das in seiner badischen Heimat Marktführer für Balkone und Treppen aus Stahl ist. Ein Thema ist ihm besonders wichtig: der Nachwuchs.

Vor 25 Jahren begann Stahlbaumeister Benedikt Belle mit einer einfachen Vision: Er wollte sich selbständig im  Stahl- und Metallbau etablieren. Wollte auf die Wünsche der Kunden wirklich eingehen, dauerhaft etwas bewegen, Herausforderungen annehmen und als Chef und Unternehmer über sich hinauswachsen. Ein Vierteljahrhundert später steht der Unternehmer vom Kaiserstuhl vor einem beeindruckenden Lebenswerk. Doch am Ziel sieht er sich noch lange nicht.

Unternehmensaufbau

Gegründet hat Belle das Unternehmen im kleinen Jechtingen bei Freiburg. Damals musste noch eine kleine Werkstatt von 160 Quadratmetern reichen. Zu den ersten Arbeiten, die Belle mit seiner neuen Firma erledigte, gehörten Geländer und Treppen, aber auch Bauteile für die Landwirtschaft und den in der badischen Heimat so wichtigen Weinbau. Daneben wurden einfache Schlosserarbeiten ausgeführt.

Drei Mitarbeiter hatte Benedikt Belle im ersten Jahr – alle drei sind noch heute den Chef aktiv: Waldemar Drachenberg, Vladimir Trenkle und Uwe Villing. Nach einigen Jahren war es in Jechtingen zu klein geworden. Auf dem Grundstück hatte man längst auch den Hof und die anliegende Garage von Benedikt Belles Vater in Beschlag genommen. Die Firma war nach vier Jahren bereits auf zehn Mitarbeiter angewachsen. Eine Lösung von Dauer war das also nicht. Daher suchte Benedikt Belle ein Baugrundstück und wurde schließlich im nahen Wyhl fündig. Im Oktober 1998 begannen die Bauarbeiten am heutigen Stammsitz. Vieles wurde in Eigenleistung erledigt.

Als die Firma im April 1999 einzog, hatte Belle bereits 15 Mitarbeiter. Und auch einen namhaften Stammkunden gab es: Die Fertighausfirma Weber-Haus aus dem nordbadischen Rheinau ließ vor allem Balkone von Belle fertigen. Die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen dauert bis heute an. Eine Kooperation über zwanzig Jahre hinweg spricht für sich.

Anfang der 2000er Jahre folgt auf eine kleine Umsatzdelle die größte Erfolgszeit des Unternehmens. Belle wächst jährlich im zweistelligen Bereich. Es gab immer neue Herausforderungen, bedeutende Aufträge auch über die Region hinaus. 2005 folgt dann die erste Erweiterung in Wyhl. Bis heute wurde fünf Mal ausgebaut. Neue Anlagen, erweiterte Werkstätten und Sozialräume, schließlich Büros und Versandabteilung − Belle ist heute auf 12.000 Quadratmeter Gesamtfläche gewachsen.

Bei der jüngsten Produktionserweiterung vor zwei Jahren wurden auch die Abläufe innerhalb der Fertigung optimiert. In Verbindung mit der Hallenerweiterung wurde der  komplette Produktionsablauf neu ausgelegt, um eine bessere Organisationsstruktur zu erzielen. Durch die Erweiterung der Halle können mehrere Projekte parallel fertiggestellt werden. Auch große Bauteile wie zum Beispiel Brücken werden bei Belle vormontiert.

Belle sind Azubis wichtig

Das Unternehmen ist heute ein echter Mittelständler im Handwerk, beschäftigt knapp 60 Mitarbeiter, darunter zwölf Auszubildende in drei Berufen. Die Ausbildungsquote liegt bei 20 Prozent – einzigartig in der Region. Mehr als 50 junge Menschen hat die Firma in zweieinhalb Jahrzehnten ausgebildet. Die Hälfte von ihnen ist heute noch im Unternehmen tätig.

„Zur Ausbildung gehört bei uns nicht nur die fachliche Qualifikation“, sagt Benedikt Belle. „Wir verstehen uns als Unternehmen, das viel Wert auf ein gemeinsames Miteinander legt. Wir vermitteln soziale Kompetenz und sind eine echte Gemeinschaft.“ Von diesem Ansatz profitiert das Unternehmen langfristig. Viele der Führungskräfte im Unternehmen sind ehemalige Auszubildende. „Wir sind ständig auf der Suche nach Fachkräften für die Bereiche Blechbearbeitung, Montage und Qualitätssicherung“, so Benedikt Belle. „Um diesen Bedarf zu decken, ist die Ausbildung junger und motivierter Menschen für uns unerlässlich. Wir sehen dies aber auch als Teil unserer gesellschaftlichen  Verantwortung.“

Belle setzte auf Teamgeist, auf echte Typen und einen ehrlichen Umgang miteinander. „Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter sich mit dem Unternehmen identifizieren“, sagt Belle. Dazu gehört, dass sie sich mit Leidenschaft einsetzen. Aber auch, dass sie strategisch geführt werden. Dass das Unternehmen einer Vision folgt und diese an seine Mitarbeiter weitergibt. Auch im sozialen Bereich engagiert sich Belle, unterstützt Schulen, Jugendorganisationen, Sportvereine und andere Institutionen aus der Region.

Handwerk in Industriequalität

Die Grundvoraussetzung für den Erfolg ist bei Belle die fachliche Kompetenz. Möglich ist das auch durch die hohe Fertigungstiefe. Sie ermöglicht präzise Fertigung in Industriequalität, hausinterne Vormontage, eine zeitgerecht digitalisierte Organisation und die schnelle Montage vor Ort durch eigene Mitarbeiter.

Zur Kundenseite hin begeistert Belle vor allem bei der Entwicklung und Realisierung von Treppen und Balkonen aus Stahl. Das Besondere dabei: das Belle-System. Das Unternehmen hat eine eigene Fertigungskompetenz entwickelt, die wasserdicht ist. „Dadurch können wir die Produktion und Teile der Vormontage direkt bei uns im Haus erledigen“, erklärt der Technische Leiter Dirk Spix. „Das spart Zeit auf der Baustelle. Und das wiederum spart Geld.“ Zudem bietet das System auch die nötige Flexibilität. Die Balkone werden auf einer Blechwanne mit flexiblem Belag konstruiert. So kann man, wenn gewünscht, die Optik des Balkons anpassen. Fast so einfach wie beim Teppichwechsel in der Wohnung.

Mit seinem zuverlässigen Fertigungssystem ist Belle gleichermaßen Partner für Bauunternehmen und Projektträger, für kommunale Kunden, aber auch für Privatleute. Der Weg zum eigenen Balkon gestaltet sich mit Belle besonders einfach. Auf der Website des Unternehmens kann man sich seinen Wunschbalkon mit wenigen Klicks selbst entwerfen. „Dahinter steht ein System, das sogar für den Laien verständlich ist“, sagt Marketingleiter Mike Müller. Natürlich ersetzt der Balkonkonfigurator keine solide Planung durch die Belle-Experten. Aber gerade für Privatkunden wird so anschaulich gemacht, was am eigenen Haus alles möglich ist: Farben, Varianten, Materialien.

Belle hat viel in diesen Weg investiert. Allein in den vergangenen Jahren wurden rund drei Millionen Euro in die Zukunft des Unternehmens gesteckt. Etwa für die bauliche Erweiterung der Produktion, aber auch in intelligente Fertigungstechnik, moderne Arbeitsplätze und natürlich in die Ausbildung der nächsten Generation von Fachkräften.

Mit Führungstrio in die Zukunft

Benedikt Belle ist 51 Jahre alt und hat noch viel vor. Auch in Zeiten von Corona hat sein Unternehmen viel zu tun und sieht sich gut gerüstet für die Zukunft. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Belles langjähriger Partner in der Geschäftsführung, Björn Heyer, das Unternehmen vor einem Jahr verlassen hat. Heyer war 15 Jahre lang an Belles Seite. Doch er hatte den Wunsch, selbst unternehmerisch tätig zu werden, machte sich selbstständig. Die beiden Unternehmer sind Freunde geblieben.

Benedikt Belle führt das Unternehmen nun gemeinsam mit dem technischen Leiter Dirk Spix und der kaufmännischen Leiterin Aline Hernandez. Spix ist ein echtes Eigengewächs und schon seit 15 Jahren im Unternehmen. So gesehen war er die logische Wahl für Heyers Nachfolge.

Aline Hernandez kam vor zwei Jahren zur Belle AG und war zuvor unter anderem für den Fördertechniker Conductix-Wampfler tätig. Seit Januar gehören Hernandez und Spix zur Geschäftsleitung. „Ich bin sehr froh über das neue Führungstrio“, sagt Belle. „Um sicher in die Zukunft zu gehen, brauchen wir an der Spitze eine breite Kompetenz, ein exzellentes persönliches Verständnis untereinander und natürlich einen guten Draht zu unseren Kunden sowie zu den Mitarbeitern. Dafür sind wir hervorragend aufgestellt,“ ist sich der Unternehmer sicher.

www.belleag.de

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