ift Fenstertage

800 Teilnehmer aus 24 Ländern

Prof. Ulrich Sieberath.
Foto: Melanie Schlegel

Prof. Ulrich Sieberath.
Foto: Melanie Schlegel
Zum letzten Mal eröffnete Prof. Ulrich Sieberath am 10. Oktober die Rosenheimer Fenstertage in seiner Funktion als Institutsleiter, nach 37 Jahren ift wird er Ende 2019 in den Ruhestand wechseln. Sein Nachfolger wird ab Januar 2020 Prof. Jörn P. Lass, der seit über 30 Jahren in der Fenster- und Fassadenbranche tätig ist – davon 14 Jahre in Führungsaufgaben im ift und zuletzt fünf Jahre an der Technischen Hochschule Rosenheim als Leiter der Studienrichtung „Gebäudehülle“.

In seinem Eröffnungsvortrag „Fenster for Future“ zeigte Prof. Sieberath, welche technischen, gesellschaftlichen und politischen Trends die Fensterbranche beeinflussen werden:

Die anhaltende Nachfrage nach sozialem Wohnraum und kleinteiligen Gebäuden in der    Nachverdichtung bedingt multifunktionale Fenster mit höherem Lärmschutz.

Der zunehmende Mangel an Fachkräften und Baustoffen zwingt zu flexiblen Lösungen, beispielsweise einer Vereinfachung der Systeme und der Montage sowie zu Schulungskonzepten für fachfremde Arbeitskräfte und Zuwanderer.

Die Folgen des Klimawandels mit Hitzewellen, Überflutungen, Tornados oder Hagelstürmen erfordern neue Konstruktionen und Materialien. Insbesondere der sommerliche Wärmeschutz und der Einsatz von gesteuerten Fenstern stehen verstärkt im Fokus.

In seinem Vortrag stellte Prof. Sieberath fest: Die jetzt beschlossenen Maßnahmen im Klimagesetz der Bundesregierung werden nicht reichen, um im Gebäudesektor bis 2030 min. 45 Mill. Tonnen CO2 einzusparen. Deshalb ist damit zu rechnen, dass nach der Bundestagswahl 2021 die Anforderungen verschärft und die steuerliche Abschreibungverbessert werden, damit Milliardenzahlungen an die EU wegen verfehlter Klimaziele vermieden werden.

Im technischen Bereich werden die Verwendung von Vakuum-Isolierverglasung sowie die intelligente Steuerung von Sonnenschutz und Fenstern zunehmen. Katastrophen mit Starkregen und Überflutungen sind ja fast schon normal. Aber dass Hitzewellen zur Deformation und Zerstörung von Bauelementen mit dunkler Farbe führen, oder Fenster für Staubstürme bislang nur bedingt geeignet sind, ist für viele neu. Die daraus erwachsenden Anforderungen können mit flexiblen, modularen und adaptiven Systemen am besten erfüllt werden.

Auch die neuen digitalen Produktionsmethoden helfen dabei, der wachsenden Komplexität von Fenstern bei der Planung und Ausführung zu begegnen. Das fällt größeren Unternehmen leichter – kleine und mittelständische Betriebe müssen sich in Netzwerken organisieren. Der Prozess der Fenstermontage kann durch Montagezargen vereinfacht und qualitativ verbessert werden. Das wurde auch von 52 % der Teilnehmer in der Saalfrage so gesehen.

Fachautorin Dipl.-Ing. Melanie Schlegel war für die Redaktion metallbau in Rosenheim dabei, den Fachartikel lesen Sie in der Ausgabe vom Dezember.

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