Recycling-Raten für Aluminium steigen

597.400 Tonnen Aluminium wurden nach Angaben des Gesamtverbandes der Aluminiumindustrie (GDA) im Jahr 2013 in Deutschland im Umschmelzverfahren produziert. Darunter fällt neben Neuschrott aus der laufenden Aluminiumproduktion (wie Bleche, Bänder, Profile und Späne) auch Altschrott aus bereits gebrauchten Aluminium-Produkten. Zum Vergleich: Die Produktion von Hüttenaluminium in Deutschland betrug im gleichen Zeitraum 492.400 Tonnen. Die globale Nachfrage nach Hütten- und Umschmelzaluminium zieht unterdessen weiter an. Doch lediglich ein Drittel des Aluminiumbedarfs kann derzeit durch die Rückgewinnung aus Schrotten gedeckt werden. Die Nachfrage nach Aluminium wächst stärker als der Rückfluss von Aluminiumschrotten, so der GDA. 
Energieeinsparung von 95 Prozent durch Recycling

Das Recycling von Aluminium sichert nicht nur die Rohstoffversorgung, sondern minimiert vor allem den Schadstoffausstoß und spart Energie. So werden für die Rückgewinnung von Sekundäraluminium nur fünf Prozent jener Energie eingesetzt, welche für die Herstellung von Primäraluminium benötigt wird. Die Reinheit und der niedrige Schmelzpunkt (660°C) sorgen dabei für die hohe Recyclingfähigkeit von Aluminium. Der Kreislauf der Wiederaufbereitung ist ohne Qualitätseinbußen unendlich wiederholbar. Der weltweite Bestand an Aluminium, das noch in Form von Produkten genutzt wird, ist zudem eine Ressourcenbank: Geschätzte 75 Prozent des Aluminiums, das je erzeugt wurde, ist noch in Gebrauch und hat teilweise bereits vielfache Recyclingprozesse durchlaufen. 
Industrie baut Kapazitäten aus

Um die Nachfrage zu bedienen und urbane Rohstoffquellen noch intensiver zu nutzen, baut die Aluminiumindustrie ihre Recycling-Kapazitäten massiv aus. Der Aluminiumkonzern Novelis, Aussteller auf der ALUMINIUM, hat Anfang Juni erfolgreich den ersten Aluminiumbarren mit einer Länge von fast 10 Metern Länge in seinem neuen Recyclingwerk in Nachterstedt, Sachsen-Anhalt, gegossen. Die neue Anlage, die im Herbst ihre volle Produktion aufnehmen wird, soll jährlich rund 400.000 Tonnen Walzbarren aus recyceltem Aluminium erzeugen. 
Erst im Mai hatte Hydro Aluminium angekündigt, am Standort Neuss 45 Millionen Euro in eine neue, integrierte Recyclinglinie für gebrauchte Getränkedosen zu investieren. Damit will Hydro insbesondere dem wachsenden Bedarf an recyceltem Aluminium im Verpackungsbereich Rechnung tragen. Die bisherige Jahreskapazität von 50.000 Tonnen im Rheinwerk in Neuss soll auf mehr als 100.000 Tonnen erhöht werden. Aus dem hergestellten Flüssigmetall wird unmittelbar wieder Vormaterial für neue Getränkedosen gefertigt. 

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