Neues Forschungszentrum für die Universität Kiel

Amöbe mit mattgoldener Beschichtung

Drei Kreise bilden den ungewöhnliche Grundriss eines neuen Forschungszentrums an der Universität Kiel. Zusammen mit der vorgehängten Fassade aus Streckmetallsegmenten ergibt sich ein auffälliges, elegantes Erscheinungsbild. Einen Beitrag dazu leistet auch die mattgoldene Beschichtung von HD Wahl.

Im neuen „Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB)“ der Christian-Albrechts-Universität in Kiel (CAU) arbeiten 80 Wissenschaftler. Auf 3.100 m² können sich die Experten aus den Fakultäten Medizin, Mathematik-Naturwissenschaften und Agrar- und Ernährungswissenschaften dem Forschungsschwerpunkt „Angewandte Lebenswissenschaften“ widmen.
Entworfen hat das Gebäude das  Münchener Architekturbüro Henn. Mit seiner Form und Fassade hebt sich das neue Zentrum deutlich von den angrenzenden, orthogonalen Gebäuden des Campus ab. Eine mattgoldene, schimmernde Metallfassade legt sich um eine amorph geschwungene Stahlbetonkonstruktion. Die Basis der besonderen Gebäudeform bilden im Grundriss drei unterschiedlich große Kreise. Wegen dieser Form hat sich bereits der Spitzname „Amöbe“ für den Neubau etabliert.

Mattgoldene Beschichtung. Die wellenförmig bewegte Außenhaut des ZMB soll den Wissensfluss im Inneren symbolisieren. Durch unregelmäßig angeordnete, raumhohe Fensteröffnungen erhält die Fassade einen dynamischen Rhythmus. Die Fenster durchschneiden die in geschosshohen Bändern gegliederten Streckmetallsegmente. Die Fassadenkonstruktion selbst bleibt dahinter verborgen. Die vorgehängte Fassade soll auf den Betrachter fein und elegant wirken, wie textiles Material. Ein Eindruck, der durch die gerasterte Struktur und die besondere Oberfläche der Streckmetallgitter entsteht. Deren Beschichtung stammt von HD Wahl, einem Spezialisten für die professionelle Oberflächenveredlung von Aluminium-Fassadenbauteilen. Die Mattgold schimmernde Duraflon®-Beschichtung bietet nicht nur optische Vorzüge, sondern weist nach Herstellerangaben auch eine extrem hohe Beständigkeit gegen Witterungseinflüsse auf. Glanz und Farbechtheit der Aluminiumbauteile sollen deshalb auch auf lange Zeit sichergestellt sein, eine Kreidung soll selbst nach vielen Jahren nicht feststellbar sein. Die Einbrennlackierung verfügt, bedingt durch ihre Molekularstruktur, über eine sehr stark vernetzte und damit schmutzabweißende Oberfläche und bietet damit sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile.

Interdisziplinäre Schnittstelle. Im Inneren orientiert sich die Gebäudestruktur an den Ansprüche der Forschung und bietet gleichzeitig eine Schnittstelle zur Öffentlichkeit. Ein Vortragsaal im obersten Geschoss ermöglicht den interdisziplinären Austausch, weitere Räumlichkeiten sind zur Vermietung für Start-Ups aus der Biotech-Branche vorgesehen. Den Kern des Gebäudes bildet eine orthogonale Stahlbetonkonstruktion, die sowohl Aufzüge als auch Funktionsräume sowie die geschwungene Treppe im Zentrum beherbergt. Ausgehend von diesem Mittelpunkt schließen sich beidseitig Flure mit Büros und Laborarbeitsplätzen an. Die Räumlichkeiten lassen sich den jeweiligen Bedürfnissen flexibel anpassen. Über die Decke werden die Laborbereiche mit Strom, Daten oder auch Gasen versorgt. Damit schafft das ZMB hinter einer außergewöhnlichen Oberfläche optimale Bedingungen für die Forschung.