Branchentreff Fenstertage

35 % Fenster- und Fassadenbauer in Rosenheim

„Der Klimawandel hat sich vom akademischen Diskurs zum erlebbaren Fakt gewandelt“, mahnte die Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer in ihrer Begrüßung. Prof. Dr. Mojib Latif forderte in seinem Vortrag mehr politische Konsequenz und eine Nachbesserung des Pariser Klimaabkommens, damit eine Temperaturerhöhung von ca. 3 °C vermieden wird. Technologien wie Photovoltaik, Windenergie oder moderne Fenster und Fassaden geben Anlass zur Hoffnung, den Klimawandel rechtzeitig zu begrenzen.

Die strategischen Herausforderungen des Fenstermarkts formulierte Dr. Constantin Greiner in vier Punkten:

  • Der Absatz entwickelt sich zwar selten gut, doch kaum ein deutscher Hersteller kann davon profitieren.
  • Der Import absorbiert das Wachstum auf dem deutschen Markt – die Produktionsmenge verlagert sich nach Osten.
  • Trotz steigender Kosten für die Entwicklung können die Innovationen die Ertragserwartungen nicht erfüllen.
  • Fachfremde digitale Marktplayer beeinflussen den Entscheidungsprozess der Kunden und steuern die Nachfrage.

Zur zügigen Integration des digitalen Fortschritts in die Betriebsabläufe riet Prof. Dr. Winfried Heusler. „Es ist deutlich absehbar, dass sich zukunftsfähige Planungs-, Herstellungs- und Betriebsprozesse von Gebäuden durch eine geschlossene digitale Kette auszeichnen.“
Prof. Ulrich Sieberath referierte, wie Betriebe den zukünftigen Aufgaben begegnen können, die durch den demografischen Wandel, durch Nachfrage nach bezahlbarem Wohnungsbau, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit oder durch eine Vereinfachung der Bau- und Planungsprozesse entstehen. „Wer Erfolg haben will, muss eine unkomplizierte Kombination der Eigenschaften sowie einfache Systeme zur Montage, zur Integration der Elektronik und mit umfassender Vorfertigung bieten. Dann werden Neubau und Umrüstung mit geringem Planungsaufwand möglich.“ Es geht um eine ganzheitliche Planung und Verwendung von Glas, Lüftung, Sonnenschutz und Photovoltaik. Auch Sieberath unterstrich die Digitalisierung der Daten, die sowohl die autonome Steuerung automatischer Systeme als auch die individuelle Regelung durch das Smartphone ermöglichen. Player wie IBM, RWE oder Bosch haben sich dem Trend „Smart Home“ angenommen und spätestens seit dem Einstieg von Apple mit der Software „HomeKit“ wird klar, dass Bewegung in den Markt kommt. „Wer keine smarten und kompatiblen Produkte anbietet, ist bald draußen“, so der Institutsleiter.

3D-Druck für Fenster- und Fassadenbau

Mit dem 3D-Drucker steht eine weitere Technologie vor der Tür, mit der sich nicht nur Produkte, sondern auch Prozesse und Geschäftsmodelle ändern werden. Mit dem Fused Deposition Modeling (FDM) und dem Selective Laser Sintering (SLS) stellte Nikolas Zimmermann zwei Verfahren vor, die für Produkte der Fenster- und Fassadenbranche geeignet sind. Mit diesen Geräten lassen sich Individualisierung und komplexe Geometrien erheblich einfacher realisieren, und das mit hoher Materialeffizienz im Vergleich zur spanenden Herstellung. Zimmermann warnte: „Aspekte wie die Reproduzierbarkeit (thermischer Verzug), Prozesse (Fertigung auf Baustelle), der Schutz von Daten sowie die Anpassung der Geschäftsmodelle dürfen nicht übersehen werden.“ ⇥ma ◊

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