Roto forciert Bündnis für Einbruchschutz

Europa könnte ein „Bündnis für Einbruchschutz“ hilfreich sein. Warum sollen nicht analog zum serienmäßigen Airbag Fenster und Türen, für die ein Einbruchrisiko besteht, prinzipiell mit der Sicherheitsklasse RC1 ausgestattet werden? Roto sieht dafür die Politik in der Verantwortung und startete deshalb Mitte November 2015 gemeinsam mit rund 60 Bau-Fachjournalisten eine Initiative. Die Motive und Inhalte erläuterte Dr. Eckhard Keill auf  dem Internationalen Fachpressetag im ungarischen Lövö (Bericht in metallbau 12).
Die steigende Eigentumskriminalität führe zu „immensen materiellen und immateriellen Schäden“. Im Einzelnen nannte Keill Einbruchschutz-Mindeststandards bei Neu- und Altbauten, eine staatliche Förderung von privaten Einbruchschutzinvestitionen, europaweite Informationskampagnen zur Sensibilisierung der Bevölkerung, höhere Aufklärungsquoten durch Aufstockung der polizeilichen Ressourcen sowie die konsequente Anwendung existierender Strafgesetze.
Auf dieser Basis habe der global agierende Produzent von Systemlösungen und Serviceleistungen für Fenster, Türen, Wohndachfenster und Solarsysteme einen „Offenen Brief“ an die politisch Verantwortlichen der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlamentes und der 28 EU-Staaten formuliert. Er stehe unter dem Motto „Menschen schützen – Häuser sichern – Werte erhalten“. Keill bat die Fachpressetag-Teilnehmer darum, den Aufruf durch ihre persönlichen Unterschriften zu unterstützen und die Initiative medial zu begleiten. Im nächsten Schritt sei geplant, das Original-Dokument einem Mitglied der EU-Kommission in Brüssel persönlich zu überreichen und die Aktion damit auch in eine breite Öffentlichkeit zu tragen.

KfW-Bank fördert Sicherheitstechnik
Unterdessen hat die KfW-Bank ihr Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ erweitert. Das Bundesbauministerium stellt dafür von 2015 bis 2017 jährlich jeweils 10 Millionen Euro zur Verfügung. Ab sofort bietet die KfW-Bank privaten Haus- und Wohnungseigentümern sowie Mietern lukrative Zuschüsse zur Sicherung gegen Haus- und Wohnungseinbrüche an.

Änderungen ab dem 1. April 2016
Der Neueinbau von Fenstern mit der Sicherheitsklassifizierung RC2 wird aktuell nur über die Programme zur Energieeffizienz mitgefördert, was allerdings die Einhaltung vorgegebener Uw-Werte von maximal 0,95 W/m2K nach sich zieht. Auf den Einspruch des VFF hin wird aber ab dem 1. April 2016 das KfW-Programm für einbruchhemmende Fenster als Einzelmaßnahme mit einem Uw-Wert von maximal 1,1 W/m2K im Programm ‚Altersgerecht Umbauen‘ gefördert. Für den Neubau sei das neue Programm zum Einbruchschutz nicht vorgesehen.
Die Berechnung der Zuschüsse zum Einbruchschutz
Die Höhe der Zuschüsse liegt einheitlich bei 10 % der Investitionssumme. Wer also seine Wohnung oder sein Haus gegen Einbruch sichern möchte, erhält je nach Höhe der Investitionskosten Zuschüsse von mindestens 200 Euro bis maximal 1.500 Euro. Die Investitionskosten müssen daher bei einer Förderung von 10% mindestens 2.000 Euro betragen. Bezuschusst werden dabei Investitionskosten von maximal 15.000 Euro. Bei allen Maßnahmen sind sowohl Materialkosten als auch Handwerkerleistungen förderfähig. Voraussetzung für die Förderung ist die Durchführung durch ein Fachunternehmen des Handwerks.

red, 20.11.2015