Die Blechexpo 2017

Leichte Zuwächse bilanziert

Die Zahlen bestätigen das Messe-Duo Blechexpo und Schweißtec, auch im Jahr der Schweißen & Schneiden. Mit 39.280 Fachbesuchern und 1.336 Ausstellern verzeichnen beide Zahlen ein leichtes Wachstum, ein Drittel der Besucher kommt inzwischen aus dem Ausland nach Stuttgart.

Der internationale Markt für Umformtechnik und Blechbearbeitung wird jüngst dominiert von den Ländern China, USA und Deutschland. Auf der Pressekonferenz zum Auftakt der Blechexpo legte Sylke Becker vom VDW die Marktzahlen dar: Demnach betrug 2016 der Weltmarkt für Umformtechnik 20,5 Mrd. Euro, im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von vier Prozent. Der größte Markt ist mit Abstand China mit 36 Prozent, es folgen die USA und Deutschland, wobei der deutsche Markt 2016 um 14 Prozent gewachsen ist.

In Deutschland machte die Umformtechnik im vergangenen Jahr etwa 26 Prozent der Gesamtproduktion von Werkzeugmaschinen aus (ohne Teile, Zubehör und Dienstleistungen), das entspricht einem Wert von 2,9 Mrd. Euro und bedeutet ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben vor allem durch Großaufträge und florierende Geschäfte mit der Automobilindustrie. Die größte Maschinengruppe stellen die Pressen dar, gefolgt von Abkant- und Biegemaschinen für die Blechbearbeitung sowie  Stanzmaschinen.

Knapp 60 Prozent der deutschen Produktion ging 2016 in den Export, ein Prozent mehr als im Vorjahr. Größter Abnehmermarkt ist dabei China, es folgen in großem Abstand die USA. Damit führt Deutschland die Liste der internationalen Exporteure von Umformtechnik mit einem Anteil von fast 19 Prozent an, gefolgt von Italien, Japan, China und Südkorea.

Im laufenden Jahr scheinen Auftragseingang und Umsatz leicht rückläufig zu sein, der VDW geht jedoch davon aus, dass dies bis Jahresende noch ausglichen werden kann, nicht zuletzt dank der von der Blechexpo zu erwartenden Impulse.

Kombimaschinen für Einsteiger

Mit der TruPunch 1000 zeigte Trumpf eine Einstiegsmaschine, die Blechfertiger entsprechend der Geschäftsentwicklung zur Stanz-Laser-Maschine TruMatic 1000 fiber ausbauen können.

Sie bearbeitet Blechdicken bis zu 6,4 Millimetern mit bis zu 600 Hüben pro Minute und benötigt eine vergleichsweise geringe Aufstellfläche von 6,5 auf 4,9 Metern. Will ein Blechfertiger zu einem späteren Zeitpunkt von der höheren herstellbaren Teilevielfalt der Kombitechnik profitieren, muss er sich keine zweite Maschine anschaffen:  Dank des neuartigen modularen Baukastensystems kann er die TruPunch1000 nachträglich mit einem Laserschneidsystem, einer Absaugung und einem Strahlschutz ausstatten.

Mehr Online-Plattformen

Die Angebote, Bleche online zu bestellen, nehmen zu. Ob mabudo.de, steelonline oder laserteile4you.de – die Online-Plattformen werden mehr. Laser- und Biegeteile lassen sich seit diesem Jahr auch via Laserhub.de bestellen. Ein automatisierter Prozess prüft CAD-Zeichnungen auf Machbarkeit, kalkuliert Preise und identifiziert den passenden Produzenten. Laserhub ist dabei Vertrags- und Ansprechpartner seiner Kunden und kümmert sich um alle Prozesse von der Bestellung, Umsetzung über die Logistik bis hin zur Abrechnung. Das Unternehmen ist für den Gesamtprozess verantwortlich, bis der Kunde die fertigen Teile in seinen Händen hält. Das Start-up-Unternehmen verspricht seinen Kunden die Möglichkeit, Prozesskosten um bis zu 70 Prozent zu senken. Dies wirkt sich insbesondere bei Kleinserien aus, für die ein Blechbearbeiter nicht spezialisiert ist. Statt aufwändiger Produktion will man den metallverarbeitenden Unternehmen mit dem Online-Zukauf eine kostengünstige Alternative bieten.⇥red ◊

Aussteller über die  Blechexpo im Rückblick

Axel Pohl, Leiter des Vertriebsbereichs Color bei ThyssenKrupp Steel:

„Die Blechexpo und die EuroBlech in Hannover sind für uns die wichtigsten Termine im jährlichen Messekalender. Der diesjährige Ausstellerrekord beweist, dass die Blechexpo weiter an Bedeutung gewinnt. Sicherlich hatten wir auf unserem neu gestalteten Messestand mehr Gäste als bei der letzten Blechexpo 2015.  Einer meiner Schwerpunkte im Bereich Bau sind organisch beschichtete Qualitätsflachstähle unserer Produktfamilie pladur, mit der wir im Geschossbau verschiedenste Kunden und Projekte betreuen – vom Verwaltungsgebäude über Shoppingmalls bis hin zu Museen.

Bei Gewerbe- bzw. Industriebauten und auch im Geschossbau rücken neben dem Thema Ressourcenschonung die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten immer mehr in den Vordergrund. Hinzu kommt der Trend zur „Customization“ mit dem Ziel, dem Bauherrn zu ermöglichen, ein für ihn maßgeschneidertes Objekt zu gestalten, das einzigartig ist und den öffentlichen Raum nachhaltig prägt. Unsere pladur- und Reflections-Produktpalette bietet im Design nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Wir sehen ein starkes und wachsendes Interesse, Qualitätsflachstahl im Geschossbau und somit auch im Bereich VHF anzuwenden, und schätzen die Entwicklung dieses Marktsegments positiv ein.“

Michael Schott, Leiter der Marketings bei Soyer

„Wir waren 2017 weltweit auf 23 Messen vertreten. Ein Großteil wurde zu 100 Prozent von Soyer organisiert und finanziert. Bei Auslandsmessen teilen wir uns, soweit möglich, die Kosten und Organisation mit unseren Partnern. Gerade zum Jahresende ist die Blechexpo/Schweisstec eine sehr wichtige Messe. Regional haben wir in dieser Region viele Stammkunden, die von dem kurzen Anfahrtsweg zur Messe profitieren. Im Hinblick auf Vertragsabschlüsse hat die Blechexpo/Schweisstec unsere Erwartungen übertroffen. Dies bedeutet für uns eine hohe Motivation für die Messeplanung 2018/2019. 2018 steht die EuroBlech als wichtigste Fachmesse auf der Agenda. Weiterhin geplant sind die IHM in München und die Hannover Messe. Bei den Auslandsmessen ist die Planung derzeit noch nicht abgeschlossen. Voraussichtlich werden wir auf bis zu 15 Messen präsent sein.

Was unsere Geräte betrifft, stehen derzeit besonders kleine, leichte, leistungsfähige und günstige Geräte im Focus, die den mobilen Einsatz ermöglichen. Entscheidungsfördend bei Verkaufsgesprächen ist auf alle Fälle eine kurzfristige Verfügbarkeit der Produkte. Wer sofort liefern kann, ist gegenüber den Wettbewerbern im Vorteil.

Die Weltleitmesse unserer Branche ist die Schweissen & Schneiden, die zukünftige Trends in der Branche aufzeigt. Auf 150 m² haben wir als Schwerpunkt unsere neuen Bolzenschweißgeräte mit Akkutechnik erfolgreich vorgestellt. Beim Messeduo Blechexpo/Schweisstec hatten wir 50 m² Standfläche, auf der wir bewährte Technik und nur einige Innovationen gezeigt haben. Die beiden Messen zu vergleichen ist schwierig. Die Schweissen & Schneiden dient uns als internationale Plattform. Hier werden die Weichen für die nächsten Jahre gestellt. Die Blechexpo/Schweisstec ist für uns eher eine regionale Verkaufsmesse. Beide Messen waren für unser Unternehmen sehr erfolgreich.“


Christian Behringer, Geschäftsführer von Behringer in Kirchardt:

„Wir waren mit der Anzahl an Messebesuchern zufrieden. Insbesondere Vertreter des baden-württembergischen Mittelstands machten einen Großteil der Standbesucher aus. Das macht die Blechexpo für uns interessant. Die zeitliche Nähe von EMO und Schweißen & Schneiden halten wir grundsätzlich für kontraproduktiv. Die Anzahl der Messen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Mehr Messen an sich bedeuten allerdings nicht automatisch mehr potenzielle Kunden.

In Stuttgart haben wir mittelstandsorientierte Lösungen gezeigt, die auch für Interessenten aus dem Handwerk oder für KMU geeignet sind. Nicht nur hochautomatisierte Anlagen waren unser Thema, sondern flexible Sägen- und Transportlösungen, die auf den Kunden zugeschnitten sind. Mit Industrie 4.0 beschäftigen wir uns nicht erst, seit der Begriff entstanden ist. Unsere Lösungen, um Daten auszutauschen und Maschinen miteinander kommunizieren zu lassen, sind bereits umfangreich im Einsatz und entwickeln sich ständig weiter. Neu ist, dass wir in diesem Bereich einfachere Lösungen zur Verfügung stellen, die standardisiert sind und schnell einen entsprechenden Mehrwert bieten können.“

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