Marktpotenzial in China

Der Industriepark „Metal Eco City“ (MEC) im südchinesischen Jieyang soll deutschen Unternehmen den Einstieg in den chinesischen Markt ermöglichen. Von Deutschland aus leistet die Zhongde Metal Group Unterstützung.

2012 schließen sich rund 700 chinesische Metallfirmen aus der Region Jieyang in der südchinesischen Provinz Guangdong zu einem Verband zusammen und legen ­einen Investmentfonds für den Start des Industrieparks „Metal Eco City“ (MEC) auf. Entwickler, Investor und Betreiber der MEC ist die Zhongde Metal Group Co., Ltd. unter dem Vorsitz des ­Unternehmers Wu Kedong. Als Schnittstelle zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen wird Anfang 2015 in Stuttgart die Zhongde Metal Group GmbH gegründet. Sie besitzt mehrere Standorte deutschlandweit.

Über Kooperationen mit ortsansässigen chinesischen Firmen ermöglicht die MEC deutschen Mittelständlern unter anderem aus den Bereichen Metallbau und Umwelttechnik den Einstieg in den chinesischen Markt. Die deutsche Tochtergesellschaft ist ihre erste Anlaufstelle und hilft bei der Ansiedlung in der MEC. Chinesische Firmen wiederum unterstützt die Zhongde Metal Group beim Zugang zum deutschen Markt.

Zahlen

Die Fläche der MEC soll sich auf 23 Quadratkilometern erstrecken. Das Investitionsvolumen gibt die Zhongde Metal Group mit 21 Milliarden Euro an. Wenn alles nach Plan läuft, soll die MEC bis 2020 rund 100.000 Menschen Arbeit bieten. Aktiv sind, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der deutschen Zhongde Metal Group, Mike de Vries, momentan vor allem Unternehmen aus der Umwelttechnologie und aus dem Galvanikbereich. In der Region selbst würden 30 Prozent des gesamten Metallherstellungsvolumens von Gesamtchina liegen. Pressesprecherin Anja Barlen-Herbig ergänzt: „Die Region Jieyang blickt auf über 1.000 Jahre Tradition in der Metallverarbeitung zurück. 7.600 Metallunternehmen mit 400.000 Fachkräften zählt die Branche dort.“

Namen

Die MEC wird von den Regierungen beider Länder politisch flankiert und wirtschaftlich betreut. So bilden den Aufsichtsrat Prof. Dr. Dieter Hundt, Ehrenpräsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dr. Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, und Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Unternehmensverbandes Metall und Elektro e.V., des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e.V. und der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V.

Besichtigung vor Ort

Jeden Monat lädt die Zhongde Metal Group deutsche Mittelständler zu einer dreitägigen Unternehmerreise nach ­Jieyang ein. Auf dem Programm stehen unter anderem eine Führung durch den Industriepark, Betriebsbesichtigungen sowie Gespräche mit individuell ausgewählten potenziellen chinesischen Partnern. Alle Kosten vor Ort übernimmt der Verband der Metallunternehmen Jieyang.

Ansiedlung in der MEC

Mittelständische Unternehmen können sich vor der Ansiedlung in der MEC um eine Mitgliedschaft bewerben. Die MEC-Mitgliedschaft ist kostenlos und der erste Schritt des Markteinstiegs. Sie bietet die Möglichkeit, den Markt ohne Zeitdruck zu analysieren und den geeigneten chinesischen Partner zu finden. Die Mitglieder werden bei allen Aktivitäten wie dem Anbahnungs-, dem Vertrags- und dem operativen Ansiedlungsprozess vom deutschen Management der Zhongde Metal Group begleitet und betreut.

Facharbeiter-Qualifikation

Im September geht in der MEC ein Ausbildungszentrum nach dem deutschen dualen System an den Start.