Metallhandwerk weiter im Aufwind

Wie der BVM in Essen meldet, ist zum Ende des ersten Halbjahres 2017 die Stimmung im deutschen Metallhandwerk von weitgehender Stabilität gekennzeichnet. Drei Viertel der Unternehmen schätzen ihre aktuelle Lage als gut oder besser ein, lediglich 7 % als ausreichend oder mangelhaft.

„Die konjunkturelle Lage im deutschen Metallhandwerk hat sich aktuell noch einmal verbessert“, fasst Dr. Michael Oelck, Hauptgeschäftsführer des BVM die Ergebnisse zusammen. Über 8 % der Metallbaubetriebe melden eine nochmals verbesserte Geschäftslage. Über 41 % verzeichnen eine gestiegene Auftragslage im Vergleich zum Jahreswechsel. Der Optimismus wird dabei von Erwartungen auf gleichbleibend hohem Niveau getragen. „Das Wachstum der vielen kleinen und mittleren Unternehmen wird jedoch von zwei wesentlichen Schwierigkeiten gebremst“; sagt Präsident Erwin Kostyra. 74% der Betriebe stellen den Fachkräftemangel als größtes Problem dar. Über 43 % klagen über verschärften Preiswettbewerb, was die Rentabilität und Investitionsbereitschaft belastet.

„Der Fachkräftebedarf spitzt sich immer mehr zu und bereitet uns große Sorge. Aufträge können mangels Fachpersonal nicht realisiert werden, trotz ansonsten guter Verfassung und technischer Ausstattung der Betriebe“, kommentiert Dr. Michael Oelck. „Der Bundesverband Metall liegt mit seinen Landesverbänden und Innungen daher richtig, wenn er einen Schwerpunkt auf die Imagewerbung für die Marke Metallhandwerk legt. Und auf die Nachwuchswerbung, bei der die Berufsorientierung bereits in den Schulen in den Regionen mit Material, Schulung und professioneller Begleitung intensiviert wird.“, führt Erwin Kostyra abschließend aus.

Allgemeine Geschäftslage Metallbau
Die wirtschaftliche Lage der rund 23.000 Metallbauunternehmen hat sich seit vier Jahren stetig verbessert. Mitte 2017 beschreiben knapp ein Viertel der Metallbauer ihre Lage als „sehr gut“. Das sind noch einmal 8 Prozent mehr als zum Jahreswechsel. 53 Prozent der Metallbauer beschreiben ihre Lage als gut. 16 Prozent der Unternehmen beschreiben ihre wirtschaftliche Lage als befriedigend, das entspricht ungefähr dem Wert zum Jahreswechsel 2016/2017.

Entwicklung des Auftragsbestands im zweiten Halbjahr 2016
Der Auftragsbestand im Metallhandwerk beträgt rund neun bis 10 Wochen. 41% der Betriebe verzeichneten seit Jahresbeginn 2017 gestiegene Auftragsbestände, 46% konnten ihr Niveau halten.
Die Mehrzahl der Unternehmen rechnet auch für den Rest des Jahres mit einer stabilen Auftragslage. Rund 20% erwarten eine Verbesserung, gut 70% unverändertes Niveau. Vor allem der Fachkräftemangel und unbesetzte Stellen bremsen das Wachstum aus. Preiswettbewerb beim Kunden liegt derzeit an zweiter Stelle der Schwierigkeiten. Wie auch im letzten Jahr, steht im Metallhandwerk die Sorge um den Fachkräftemangel bei den Schwierigkeiten an erster Stelle. Mit 74 Prozent steht dieses Problem an erster Stelle und ist noch einmal um 6 Prozent gestiegen. Für 43 Prozent der Betriebe bleibt die Sorge um den Preiswettbewerb unverändert auf Platz 2 der aktuellen Herausforderungen.

Die Investitionsbereitschaft ist leicht gesunken
Nach wie vor ist die Investitionsneigung der Metaller gebremst: Lediglich 42% der Unternehmen planen weitere Investitionen, 54% der Unternehmen planen keine Investitionen.

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Das Konjunkturblitzlicht ist eine Gemeinschaftsaktion von Bundesverband Metall in Essen und Landesverbänden des Metallhandwerks. Es erscheint zweimal pro Jahr. An der aktuellen Umfrage waren 729 Unternehmen beteiligt.red, 27.07.2017