Roto pro präventiven Einbruchschutz

Mit über 167.000 Fällen ist die Zahl der Einbrüche 2015 in Deutschland auf ein 20-Jahres-Hoch geklettert. Angesichts dieser Situation hat sich Vorstandsvorsitzender Dr. Eckhard Keill bei der Roto Fachpressekonferenz in Berlin pro vorbeugenden Einbruchschutz ausgesprochen. Der Erfolg der Kampagne „Quadro Safe“ stehe für den Wunsch der Bauherren, die Sicherheitstechnik an Fenster und Türen zu optimieren. 2016 wurde die Kampagne auch in Österreich aufgegriffen, 2017 wird diese spezielle Kooperation nun den schweizer Fensterbauern angeboten.
Was den gesetzlichen Einbruchschutz betrifft, gilt die Niederlanden als vorbildlich. „Dort ist ein einfacher mechanischer Einbruchschutz bei Neubauten Pflicht. Das hat zu einer um fast 30 % geringeren Zahl vollendeter Delikte geführt“, berichtete Keill.

Ergebnisse der forsa-Umfrage
Die Fragen rund um Maßnahmen pro Einbruchschutz haben den internationalen Bauzulieferer veranlasst, forsa mit einer repräsentativen Umfrage unter den Bundesbürgern zu beauftragen. Demnach gibt es in der Bevölkerung eine mehrheitliche Zustimmung zu gesetzlichen Vorgaben für Mindeststandards im Wohnungsbau. Laut forsa-Studie halten 62% eine derartige Pflicht für „sehr/eher sinnvoll“. Lediglich 15% könnten sich damit überhaupt nicht anfreunden. Zu den besonderen Befürwortern spezieller Sicherheitsauflagen gehören, wie es hieß, die ostdeutschen Bürger (66 %) und die in mittelgroßen Städten lebenden Personen (67 %). Überraschend sei der mit 71 % sehr hohe Zuspruch in der Altersgruppe „18 bis 29 Jahre“.

Sicherheit an Fenster und Türen
Noch aufgeschlossener zeigten sich die Deutschen für gesetzliche Sicherheitsvorschriften bei Fenstern und Türen, die sich in der Praxis oft als „leichtester Weg“ für Diebe erweisen. Mit 66 % steige die Quote derer, die verbindliche Regelungen im Baurecht als „sehr/eher sinnvoll“ bewerten, auf exakt zwei Drittel der Gesamtbevölkerung. Analog dazu lehnten das nur 15 % kategorisch ab. Erneut zeige sich in der tieferen Analyse die weit überdurchschnittliche Akzeptanz in Ostdeutschland (76 %) und in Städten ab 20.000 Einwohnern (70 %) bzw. ab 100.000 Einwohnern (71 %). Gleiches gelte außerdem wieder für unter 30-Jährige (79 %).

Prävention vor Subvention
Aus dem eindeutigen Umfragevotum leitete Keill eine „klare Handlungsaufforderung an die Politik“ ab. Er appellierte an die zuständigen Ministerien in Bund und Ländern, Maßnahmen zum vorbeugenden Einbruchschutz fest in den Bauordnungen zu verankern – gerade mit Blick auf die zu erwartende Unterstützung durch die Bevölkerung. Die Investitionen für Bauherren und Hausbesitzer seien „überschaubar und in jeder Hinsicht gut angelegt“. Außerdem sorge der Gesetzgeber damit für eine Reduzierung der „rasant gestiegenen“ und letztlich von allen Versicherten zu tragenden Assekuranzleistungen für Einbruchschäden. Das schaffe u. a. mehr finanzielle Gerechtigkeit.

KfW-Förderung für nachrüstbare Sicherheitstechnik
In Deutschland sei die 2017 vorgesehene Aufstockung des Volumens für staatliche Zuschüsse bei nachträglichen Einbruchschutz-Maßnahmen auf 50 Mio. Euro als derzeit einziges Instrument zwar im Prinzip zu begrüßen, aber im Kern lediglich „zweite Wahl“. Komme es zu der auch durch die forsa-Studie gestützten Fixierung des Einbruchschutzes im Baurecht, könne der Fiskus am Ende auf finanzielle Anreize für spätere Nachrüstungen verzichten. Daher gelte der Grundsatz „Prävention vor Subvention“.

Metallbauer als Errichterfirmen
--> zum Bundeseinheitlichen Pflichtenkatalog
Roto rät Haus- und Wohnungseigentümern sowie Mietern zur „aktiven Selbsthilfe“. Sie beginne damit, sich bei Fachbetrieben über Lösungen und Systeme zu informieren. Auf Seiten der Metallbauunternehmen besteht die Möglichkeit, ein Aufnahmeverfahren der Polizei zu durchlaufen und sich als Errichterfirma zu zertifizieren. Im Rahmen des Verfahrens müssen sich die Firmen zu folgenden vier Punkten verpflichten:

  • zu fachgerechter Kundenberatung
  • zum Angebot einer breiten Palette von Nachrüstelementen der mechanischen Sicherungstechnik aus dem Bereich Schloß und Beschlag, insbesondere zur Nachrüstung von Türen und Fenstern
  • zur fachgerechten Montage
  • zur Beachtung der Einbauvorschriften der Hersteller
 
Die Errichterfirmen sind auf den Websites der Polizei in den jeweiligen Bundesländern gelistet. In den drei beispielhaften Listen sind auch einschlägige Metallbauunternehmen zu finden.

-> zur Landesliste der Errichter in Baden-Württemberg

-> zur Landesliste der Errichter in Bayern

-> zur Landesliste der Errichter in NRW