Skywalk auf Glas NURonline

Tolle Aussicht für Schwindelfreie

Ein Skywalk auf dem Sonnenstein im Eichsfeld (Nordthüringen) bietet eine wunderschöne Aussicht auf den Harz, das Kyffhäusergebirge, das Ohmgebirge, die Goldene Mark und das angrenzende Leinebergland. Im Mai 2017 hat die Aussichtsplattform eröffnet.

Beim Bau des gläsernen Stegs legten Saint-Gobain Glassolutions und Werner Metall in Beuren ihr Know-how zusammen. Nach Plänen des Thüringer Architekturbüros Stadermann ist über der etwa 100 Meter hohen, fast senkrechten Felsfront am Westrand des Berges ein 13,4 Tonnen schwerer, 14 Meter langer und 2,8 Meter breiter, frei auskragender Aussichtssteg aus Beton, Stahl und viel Glas entstanden. Diejenigen, die sich auf  der kühnen Konstruktion bewegen, werden während ihres Gangs immer mehr zu einem Teil der Landschaft: Ein massives, fest im Gelände verankertes Gegengewicht aus Beton sichert den „Skywalk“ an der Bergseite und vermittelt zunächst ein Gefühl des festen Bodens unter den Füßen. Zum Ende des Steges hin verjüngen sich jedoch die seitlichen Brüstungen, der Boden wirkt immer transparenter, kurz: der Blick öffnet sich zunehmend in alle Richtungen - auch nach unten.

Glasaufbau mit vier Schichten
Die spezifischen Qualitäten des Glases, das für die begehbare Fläche eingesetzt wurde, mussten besonderen Ansprüchen genügen: Faktoren wie Regen, Wind oder Schnee sowie das Gewicht der zahlreichen Besucher, die zuvor im freien Gelände unterwegs waren und die Fläche nicht immer mit sauberen Schuhen betreten, wurden berücksichtigt.
Hinter der technisch anspruchsvollen Lösung für den 5,2 Zentimeter starken Glasboden steckt das Know-How von Glaskontor Erfurt, einem Standort der Unternehmensgruppe Saint-Gobain Glassolutions. Zum Einsatz kam das begehbare Verbundsicherheitsglas LITE-Floor, das für Fußböden und Treppenstufen im Innenraum entwickelt wurde und normalerweise einen dreischichtigen Aufbau hat.
Aufgrund des besonderen Einsatzzwecks beim Skywalk wurde ein spezieller vierlagiger Verbundsicherheitsglas-Aufbau entwickelt. Trotz des zusätzlichen Gewichts der vierten Glasschicht, die als Schutzglas fungiert,  blieben die Tragkrafteigenschaften des Glases vollumfänglich erhalten, der gesamte Glasboden erhielt auf diese Weise einen höheren Bruchschutz.
Die dem Steg vorgeschaltete, ungewöhnlich lange Sauberlaufzone dient dazu, dass die Besucher den Glasboden nur mit weitgehend sauberen Schuhen betreten. Damit wird ein Verkratzen der Gläser verhindert. Die Sauberlaufzone besteht aus einem Gitterrost und einer grob strukturierten, durchlässigen Matte. Damit der Steg auch bei Feuchtigkeit gefahrfrei begehbar ist, wurde der Glasboden mit einem siebgedruckten Raster zur Rutschhemmung versehen.

Scheiben mit Silikon gefügt
Gelagert ist das Glas in einer Stahlkonstruktion auf speziellen Silikonprofilen. Auch die einzelnen Scheiben sind über Silikonfugen miteinander verbunden, sodass leichte Bewegungen des Stegs gut abgefangen werden können. Durch die Neigung der gesamten Konstruktion und unsichtbar eingebrachte Ablaufprofile wird die Entwässerung bei Regen gewährleistet. Der Aufbau des gläsernen Stegs erforderte ein hohes Maß an Detailgenauigkeit: So wurde er nicht vor Ort montiert, sondern vorgefertigt und als Gesamtkonstruktion angeliefert. red, 10.12. 2017

www.werner-metall.de





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