Tenado, Verkaufsleiter André Kohut

„2D- und 3D-Programm sind kompatibel.“

Flexibel konstruieren, dank praktischer Arbeitshilfen Zeit sparen und professionelle Ergebnisse erzielen – das ermöglicht die Tenado CAD-Software für das Metallhandwerk. André Kohut, Verkaufsleiter beim Bochumer Softwareentwickler, erklärt die Stärken der 2D- und 3D-Zeichensoftware, welche Überraschungen die neue Version bereithält und was Anwender in Zukunft erwarten können.


metallbau: Herr Kohut, was leisten die beiden Programme für Metallbauer?

André Kohut: Tenado Metall 2D und Tenado Metall 3D sind maßgeschneidert auf das Metallhandwerk. Unsere Anwender arbeiten materialorientiert. Das bedeutet, dass die einzelnen Konstruktionselemente nicht nur die gleichen Namen, sondern auch die gleichen Eigenschaften haben, die das Material im Werkstatt-Lager auch hat. Die finale Konstruktion hat dadurch ganz automatisch alle Materialeigenschaften immer dabei. Man arbeitet also schon am PC mit Stahlrohren, I-Trägern oder Aluminiumprofilen. Linien und Kreise werden automatisch zu Stäben, Rahmen und Profilen. Außerdem sprechen wir metallhandwerkisch. Stäbe werden durchgesägt, abgesägt, auf Gehrung oder Stoß zugeschnitten. Füllungen heißen Flächenmaterial und Lochbleche. Und Ankerplatten heißen eben schlicht Ankerplatten. Unsere Anwender finden sich so schnell im Programm zurecht, auch wenn sie noch nie damit gearbeitet haben. Man muss keine neuen Vokabeln lernen, um zu verstehen, was man am PC tut. Und wer bekannte Materialien sucht, findet diese ganz leicht in unseren Bibliotheken. In unserer Datenbank gibt es nicht nur zahlreiche Profile oder Flächenmaterialien, übrigens viele nach DIN-EN-Normen, sondern auch Materialien aus verschiedenen Herstellerkatalogen. Und all das, was es nicht gibt, kann man einfach selbst erstellen und in der Bibliothek speichern. Alles soll so einfach, praktisch und effizient wie möglich sein. Auch deswegen erstellen beide Programme sofort eine Auswertung, also eine Stück- und Sägeliste, die die Anwender sofort an die entsprechenden Kollegen weitergeben können. Das spart enorm Zeit und Arbeit.

metallbau: In Ihren Broschüren heißt es, Generatoren übernehmen das Zeichnen — was sind eigentlich Generatoren?

André Kohut: Die Generatoren sind echte Arbeitsabnehmer. Dabei übernimmt die Software das Zeichnen. Der Anwender gibt nur noch die Maße ein, wählt das Material aus und bestimmt das Aussehen, der Rest wird automatisch erledigt. Tenado Metall 2D oder Tenado Metall 3D konstruieren selbst und automatisch und fertigen natürlich auch die passende Auswertung an. Natürlich kann man jederzeit alles ändern und die Konstruktion wunschgemäß anpassen. So sind Treppen, Tore, Geländer oder zum Beispiel Gitterroste ruckzuck erstellt und fertig.

metallbau: Sind das 2D und das 3D Programm kompatibel?

André Kohut: Natürlich arbeiten beide Programme eng zusammen. Zwar deckt jede Software für sich wichtige Aufgaben im Konstruktionsprozess ab, aber richtig effizient wird es im Team, wie im echten Leben. Konstruiert man zum Beispiel ein Tor oder einen Zaun in 2D, enthält diese Zeichnung bereits alle Materialeigenschaften und Informationen, um auch als 3D-Modell dargestellt und bearbeitet zu werden. Es lässt sich also die 2D-Zeichnung in Tenado Metall 3D importieren und anschließend zum Beispiel ein 3D-PDF dem Kunden präsentieren.

metallbau: Welche Präsentationsmöglichkeiten gibt es?

André Kohut: Die erste Möglichkeit ist die eben erwähnte 3D-PDF. Viele Kunden unserer Anwender haben kein CAD-Programm, um sich die fertigen Entwürfe anzusehen. Die 3D-PDF zeigt eine 3D-Darstellung des fertigen Modells, die der Kunde drehen und wenden kann, wie er will. So kann er das neue Balkongeländer von allen Seiten betrachten und weiß genau, was ihn erwartet. Für unser 2D-Programm bietet sich außerdem die Fotovisualisierung an. Einfach ein Foto von dem Objekt machen, an das zum Beispiel das Geländer angebracht werden soll, das Foto in Tenado Metal 2D einfügen, die Skizze der geplanten Arbeit hinzufügen und schon hat man eine realistische Darstellung des Ergebnisses. Im 3D-Programm lassen sich außerdem realitätsgetreue Bilder rendern. Das Ergebnis ist kaum von Fotos zu unterscheiden. Der entscheidende Vorteil: man kann in die Darstellung zoomen und sie verschieben. Dank der 3D-Perspektive hat man die Konstruktion so von allen Seiten im Blick. Besonders beeindruckend sind kinematische Animationen, so lassen sich zum Beispiel Kamerafahrten animieren. Man kann Bewegungsabläufe simulieren und so außerdem gleich sehen, ob alles einwandfrei läuft. Für einen Blick auf jede kleinste Schraube bietet sich die Explosionsansicht an. Bedeutet: Mit nur einem Klick zerlegt sich das Modell virtuell in seine Bestandteile. Die einzelnen Elemente „fliegen“ aus der Kons-truktion und ordnen sich systematisch auf dem Zeichenblatt an. Das kann man sogar als Video aufzeichnen, rendern und dann dem Kunden präsentieren.

metallbau: Was hat es bei Tenado Metall 3D mit dem Blechtool auf sich?

André Kohut: Die Blechbearbeitung gehört zu den klassischen Disziplinen des Metallhandwerks. Mit dem Programm kann man ruckzuck Bleche bearbeiten, sie biegen, kanten, falzen, einen Flansch anfügen oder es mit dem Ausstanzwerkzeug bearbeiten. Alles voll parametrisch, flexibel und exakt. Anschließend schnell eine 2D-Abwicklung erstellen und über eine der Schnittstellen an den Laserschneider versenden.

Metallbau: Sie sprechen die Schnittstellen an. Welche bieten Ihre Programme?

André Kohut: Wir sind voll vernetzt. Grundrisse als DWG oder DXF importieren, Zeichnungen als PDF verschicken oder sofort als STL an den 3D-Drucker senden – Flexibilität ist wichtig und erleichtert den Arbeitsalltag und die Kommunikation. IGES, STEP oder andere native Schnittstellen, unsere Software kann mit allen gängigen 3D-Modellierern oder 2D-Zeichenprogrammen Daten austauschen.

metallbau: Was sind die wichtigsten Neuerungen in der 15er Version von Tenado Metall 3D?

André Kohut: Es hat sich eine Menge getan: eine neue Optik und mehr Funktionen. Unser Ziel ist es immer, Konstruieren noch einfacher zu machen. Wir haben die Benutzeroberfläche verändert. Sie ist jetzt übersichtlicher, komfortabler und intuitiver. Befehle und Bearbeitungen können leichter gefunden werden. Das ist natürlich vor allem für Anfänger toll, denn die finden sich so schneller zurecht. Es gibt jetzt außerdem eine intelligente Multifunktionsleiste. Die denkt sozusagen für den Anwender mit und erkennt, was er vorhat. Wechselt man beispielsweise von der 2D- zur 3D-Ansicht, passt sich die Leiste direkt an und wechselt den Modus. Bearbeitungen und Parameter stimmen also direkt. Die Multifunktionsleiste merkt sich außerdem die Registerkarte und die Befehle, mit denen der Anwender zuletzt gearbeitet hat und zeigt diese direkt an. Man kann also sofort da weitermachen, wo man aufgehört hat. Auch das spart Zeit. Zudem ist das 3D-Programm schneller als je zuvor. 3D-Modelle erstellen oder große Projekte managen, das geht jetzt fast doppelt so schnell wie vorher. Das ist ein echter Vorteil, denn Kundenwünsche können so spontan und unkompliziert verwirklicht und präsentiert werden. Wir haben aber auch einzelne Module überarbeitet. Beim Geländermodul lassen sich Geländer ab sofort noch individueller gestalten. Dabei können zum Beispiel Pfosten flexibel und Stäbe linear gesetzt werden. Im Tormodul lassen sich die konstruierten Tore automatisch mit Stäben füllen und danach gleichzeitig trimmen. Und natürlich haben wir neue Verbindungsarten hinzugefügt und CE-Symbole überarbeitet, schließlich soll immer alles auf dem neuesten Stand sein.

metallbau: Welche Schulungsmöglichkeiten gibt es?

André Kohut: Wir bieten für unsere Programme verschiedene Schulungen an. Der Kunde kann direkt beim Kauf unseren neuen Startklar-Service Tenado Express kaufen. Das Paket besteht aus einer Einführung, einem Training und einer Individualisierung. Dabei helfen meine Kollegen via Telefon und TeamViewer, also online, zum Beispiel bei der Installation, erklären die ersten Schritte und geben ein individuelles Training. Anschließend wird die Software speziell auf den Kunden angepasst: die Schriftfelder der Dokumente werden mit dem Firmenlogo versehen und die Benutzeroberfläche den Wünschen des Anwenders angepasst. Der Kunde kann damit einen richtigen Schnellstart hinlegen und eigentlich sofort mit seiner Arbeit beginnen. Und dann gibt es natürlich die Schulungen bei uns im Haus. Die Grundlagenschulung für das 3D-Programm geht über drei Tage, für das 2D-Programm über zwei Tage. Wenn man dann fit ist und einen tieferen Einblick in die Programme erhalten möchte, kann man die Aufbauschulungen besuchen. Solche bieten wir auch vor Ort an. Bedeutet, unsere Profis fahren in den Betrieb und führen dort Kurse durch, die speziell an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden. Und sollte es dann noch Probleme geben, kann man sich selbstverständlich an unseren Support wenden.

metallbau: Was kosten die beiden Programme?

André Kohut: Der reguläre Preis für unsere Standard-Lizenz liegt für Tenado Metall 2D bei 1195 Euro, für Tenado Metall 3D bei 3990 Euro. Beides inklusive ein Jahr Pro Service. Es gibt aber immer wieder Angebote und Aktionen. ⇥red ◊