„Unser Vertrieb ist fünfsprachig“

Im Gespräch mit Metallbauunternehmer Johannes Schmid
metallbau: Herr Schmid, bevor wir über Strategien sprechen – bitte beschreiben Sie kurz den Beginn in Salach.

Johannes Schmid: Ab 1922 gibt es die ersten Aufzeichnungen der Schmiedewerkstatt Schmid in Salach. Seit dem Jahr 1900 etwa ist der Betrieb aber schon im Familienbesitz. 1985 führte ich als Geschäftsführer das Unternehmen weiter. Zu diesem Zeitpunkt waren nur ein Mitarbeiter und ein Azubi dort angestellt.

metallbau: Diese beiden haben dann ein paar Kollegen bekommen. Wie ist das gelungen?

Schmid: Mit zunehmendem Wachstum entstand 1986 die erste Produktionshalle. Neun Jahre später haben wir eine weitere Produktionshalle gebaut. Die gesamte Produktionsfläche beträgt 4.500 m².

metallbau: Zu diesem Zeitpunkt hieß der ­Betrieb noch Schmiedewerkstatt Schmid?

Schmid: Wir firmieren tatsächlich erst seit 2009 als MetallArt Metallbau Schmid GmbH.

metallbau: Was hat sich noch alles geändert seitdem?

Schmid: Heute beschäftigt das Unternehmen ca. 80 Mitarbeiter. 30 % des Umsatzvolumens werden mittlerweile im Ausland generiert. Aktuell in Frankreich, Nigeria, in der Schweiz sowie in Österreich, Rumänien und Polen.

metallbau: Wir haben in unserem Magazin eine Treppe in einem Büroturm vorgestellt. In welchen Gebäudetypen realisieren Sie noch Ihre ­Treppen?

Schmid: Treppen von MetallArt findet man nicht nur in Wohn- und Geschäftsbauten, sondern auch bei einer Serie von Kreuzfahrtschiffen und Yachten.

metallbau: Bis es so weit kam, mussten Sie aber bestimmt einige Weichen stellen. Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen?

Schmid: Diverse, wie beispielsweise die Umsetzung der englischsprachigen Homepage, SEO, die Präsenz auf internationalen Messen etc., werden von einer eigene Marketingabteilung durchgeführt.

metallbau: Welche Messen waren das zum Beispiel?

Schmid: Exklusive Auslandsaufträge erhielt MetallArt beispielsweise durch den wiederkehrenden Auftritt auf der internationalen Messe „BAU“ in München.

metallbau: Sicherlich haben Sie nicht nur auf Messen wichtige Kontakte geknüpft?

Schmid: 2015 nahm MetallArt an einer von Handwerk International Baden-Württemberg organisierten Delegationsreise nach Saudi-Arabien teil, bei der potenzielle Geschäftspartner, namhafte Architekturbüros sowie die größte Baumesse im Mittleren Osten, BIG 5 in Dubai, besucht wurden. Im Zuge der zunehmenden internationalen Ausrichtung stellte MetallArt im Februar 2016 auf dem Gemeinschaftsstand von Handwerk International Baden-Württemberg auf dem Janadriyah Festival in Saudi-Arabien aus.

metallbau: Wodurch reüssierten Sie dann letztlich?

Schmid: Die Präsenz in strategisch wichtigen Ländern durch Partnerunternehmen und die dadurch mögliche Betreuung der Kunden vor Ort sind weitere wichtige Faktoren, die zum internationalen Erfolg von MetallArt beitragen.

metallbau: Welche Veränderungen waren für diesen Weg ­notwendig?

Schmid: Im Rahmen der zunehmenden Internationalisierung des Unternehmens wurde die Vertriebsstruktur ausgebaut. Inzwischen ist das Personal in diesem Bereich mehrsprachig aufgestellt. Neben Englisch, das für MetallArt selbstverständlich ist, sprechen die Mitarbeiter u.a. auch Französisch, Türkisch und Arabisch.

metallbau: Worin sehen Sie die nach wie vor größte Heraus­forderung auf dem internationalen Markt?

Schmid: Eine bürokratische Herausforderung der Internationalisierung ist die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Einfuhrbestimmungen der einzelnen Länder. Dies stellt jedoch kein unüberwindbares Hindernis dar, zumal auch die Handwerkskammer bei Fragen beratend zur Seite steht.

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