Unterkonstruktionen für VHF-Fassaden

Marktübersicht

Die Unterkonstruktion von vorgehängt hinterlüfteten Fassaden (VHF) übernimmt sowohl konstruktive, brand- und blitzschutztechnische als auch energetische Aufgaben. Die Marktübersicht in der Printausgabe stellt Lösungen aus Metall von neun Herstellern vor. Abonennten finden die Exceltabelle im digitalen Archiv.


Für VHF-Unterkonstruktionen wird bevorzugt Aluminium eingesetzt, außerdem auch nicht rostende oder feuerverzinkte Stähle, Holz oder Kombinationen daraus. Welches Material zum Einsatz kommt, entscheiden in der Regel konstruktive Vorgaben und/oder der Preis. Profile aus Aluminium sind am weitesten verbreitet. Edelstahl- und Stahl-Elemente sind tragfähiger und steifer, sind aber durch ihr größeres Eigengewicht deutlich schwerer. Unterkonstruktionen sind über Gleit- und Fixpunkte dreidimensional justierbar und können Unebenheiten oder Wandvorsprünge absolut lot- und waagerecht ausgleichen. Außerdem sind leitend verbundene, metallische Unterkonstruktionen in der Lage, Blitze sicher zur Erde abzuleiten und das Gebäude elektromagnetisch zu schirmen.

Vielfältige Produkte

Das Produktportfolio für VHF-Unterkonstruktionen besteht bei den Herstellern standardmäßig aus Wandhaltern (auch Konsolen genannt) und verschiedensten Profilen für eine horizontale oder vertikale Bauweise. Sogenannte Agraffenprofile werden für nicht sichtbare Vorsatzschalen verwendet. Einige Hersteller bieten darüber hinaus z.B. spezielle Platten- bzw. Steintragprofile oder Brandsperren-, Lüftungs- oder Regenabweisprofile an. Komplette Fensterzargen, Sturzhalter, Abschlussprofile usw. werden überwiegend als Sonderbauteile individuell angefertigt, selten sind dies Standardbauteile. Die Auswahl der Profile ist immer objektbezogen und vor allem von der vorgegebenen Dämmstoffdicke, der Bekleidung sowie der Konstruktionsart abhängig, weshalb dies in der Marktübersicht keine Berücksichtigung findet. Der Metallbauer hat bei der Planung einer Unterkonstruktion zunächst auf den Verankerungsgrund zu achten, d.h. ob das Gebäude z.B. aus Mauerwerk oder Beton besteht, ob es mit einem Stahlskelett oder in Holzbauweise errichtet wurde. Die dazu passenden, normgerechten Verankerungselemente bezieht er entweder vom Hersteller bzw. Lieferanten der Unterkonstruktion oder direkt von einem Fachhändler. Ein weiteres Kriterium ist die Fassadenbekleidung. Sollen Tafeln oder Formkörper aus Aluminium, Edelstahl, Kupfer, Zink, Bronze oder aus Materialkombinationen wie HPL, Faserzement oder Aluminium-Verbundwerkstoff usw. angebracht werden oder sind es Keramik- oder Glaselemente, Ziegel, Naturstein oder Putzträgerplatten? Es gibt nahezu keinen Werkstoff, der sich nicht für eine Vorsatzschale eignet. Die verschiedenen Bekleidungselemente divergieren im Gewicht teils erheblich und benötigen materialbedingt unterschiedliche Fixiermöglichkeiten, weshalb die Hersteller von Unterkonstruktionen hierfür eine ganze Reihe an zugehörigen Befestigungselementen anbieten — entweder für eine sichtbare oder eine nicht sichtbare Befestigung.

Trend zur Passivhaustauglichkeit

Besonders wichtig ist die Auswahl der Konsolen. Sie tragen die gesamte vorgehängte Fassade inklusive der Unterkonstruktion und werden direkt auf dem Verankerungsgrund montiert. Es gibt sie vorwiegend in Aluminium, Edelstahl oder Spezialkunststoff. „Energetisch gesehen stellen die Konsolen eine erhebliche, punktförmige Wärmebrücke in der isolierten Fassade dar“, erläutert Fred Hofmann, Technischer Leiter bei Maas Profile in Ilshofen. Hersteller bieten deshalb wärmebrückenarme Wandhalter an, die mit thermischen Trennelementen kombiniert sind. „Der Trend geht sogar zu wärmebrückenfreien, passivhaustauglichen Konsolen, die wie unsere Tekofix-Konsole aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt sind“, so Hofmann.

Bei der Auswahl sollte auf entsprechend zertifizierte Produkte geachtet werden; nur solche erfüllen nachweislich die Energieeinsparanforderungen. Ebenso wichtig sind Zertifikate zum Brandverhalten. Auch hier sollten Herstellernachweise eingefordert werden. Bauphysikalische Nachweise gibt es beispielsweise zum Einsatz in verschiedenen Windzonen und zur U-Wert- bzw. Feuchteschutzberechnung.

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