Fenstermarkt in Osteuropa auf Erfolgsspur

Wie es in einer Pressemitteilung von Interconnection Consulting, Wien, heißt, verzeichnet der Markt für Fenster in den Ländern Polen, Tschechien und der Slowakei erstmals seit langer Zeit länderübergreifend wieder ein Absatzplus (1,5%). Die Branche profitierte vor allem von einem Anstieg im Neubausegment. Bis 2019 soll das durchschnittliche jährliche Wachstum in Menge in den drei Ländern 3,5% betragen. 
Den Löwenanteil des Gesamtwachstums steuerte 2015 Polen bei, das seinen Absatz um 1,9% auf 5,6 Millionen Fenster erhöhen konnte. Der Anstieg wurde unterstützt durch ein robustes Wirtschaftswachstum (+3,6%) was auch dazu führte, dass aufgrund der größeren Ausstattung mit verfügbaren Einkommen die privaten Ausgaben zunahmen. Davon profitiert vor allem der Fenstermarkt für den Wohnbau: Niedrige Kreditzinsen bei gleichzeitigem Anstieg der Gehälter und ein funktionierender Arbeitsmarkt mit sinkenden Arbeitslosenraten führen dazu, dass sich immer mehr Polen ihr eigenes Heim leisten können. Das Wohnsegment ist mit 58,7% der größte Abnehmer für den Fenstermarkt. Die stärkste Produktgruppe im Fensterbau ist in Polen PVC mit einem Marktanteil von 75,2%. Danach folgen Holz (16,5%) und Metall (6,5%).

Tschechien hat nach einer langen Talfahrt 2015 endlich wieder, wenn auch im überschaubaren Rahmen, positives Wachstum (+0,4% in Menge) am Fenstermarkt erzielt. Das gesamte Marktvolumen des Fenstermarktes beträgt dabei rund 240 Mio. Euro. 2016 soll der Anstieg bereits 2,5% in Menge betragen. Die tschechische Wirtschaft profitiert vor allem von den fallenden Ölpreis und der geringen Inflation, die den privaten Konsum ankurbeln. Insgesamt wurden 2015 1,345 Mio. Fenster verkauft. „In Tschechien wird vor allem das Neubausegment der Wachstumstreiber sein“, meint Dennis Rauen, Autor der Studie. Auf der anderen Seite wird der Renovierungsmarkt eher schwächer wachsen, wobei dieser mit 60,7% noch immer den größten Marktanteil einnimmt – jedoch mit sinkender Tendenz. Tschechische Konsumenten achten beim Fensterkauf vor allem auf den Preis. Die Preispräferenz führt dazu, dass auch in Tschechien PVC die dominierende Produktgruppe mit 58,4% darstellt. Metall folgt mit 23,5% vor Holz mit 9,4%.

Die Slowakei konnte nach langen Jahren der Kontraktion seine Fensterabsätze im letzten Jahr wieder um 1,0% steigern. Durch den Anstieg der nominellen Gehälter wird von Interconnection 2016 ein signifikantes Wachstum erwartet (+5,7% in Menge). Bezüglich des Umsatzes soll sich in diesem Jahr gar eine zweistellige Wachstumsrate (+10,1%) ergeben. Grund sind neue gesetzliche Anforderungen, die auch höhere Anforderungen an die Fensterproduktion stellen und somit automatisch zu einer Preiserhöhung führen. Der größte Treiber des Wachstums wird in diesem Jahr der Neubau sein, der seinen Marktanteil von 42,2% auf 43,3% erhöht und vor allem in der Hauptstadt Bratislava brummt. Die beliebteste Produktgruppe in der Slowakei ist PVC (75,2%), gefolgt von Holz (16,5%) und Metall (6,5%).
Trends: Metallfenster und Neubau
 
Aufgrund seines Preisvorteils bleibt PVC das dominierende Material im Fensterbau in Polen, Tschechien und der Slowakei. Jedoch geht sein Marktanteil ganz langsam zurück, weil vor allem in der Slowakei durch die gesetzlichen Neuregelungen sich der Markt allmählich in Richtung höhere Preissegmente verschiebt. Bis 2019 verliert das Segment, laut den Prognosen von Interconnection 0,9% Marktanteil. Davon profitiert vor allem das Metallfenster, das im Gegensatz dazu 0,8% an Marktanteil im gleichen Zeitraum hinzugewinnt. Dominierender Absatzmarkt für Fenster bleibt der Neubaubereich, der im Jahr 2015 56,8% ausmachte – Tendenz steigend. Auch der Wohnbau mit einem Anteil von 58,0% im Jahr 2015 wird weiterhin gegenüber den gewerblich genutzten Bauten klar die Oberhand behalten und bis 2019 seine Marktposition behaupten können.
red, 10.05. 2016

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