Arbeitskosten & Materialpreise
Preise für Lohn steigen stärker an als für Material 02.11.2026 |Die Kosten für professionelle Handwerksarbeiten am Eigenheim sind in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich 36,0 Prozent gestiegen. Rohstoffkosten haben um 24,3 Prozent zugenommen. Damit stiegen die Kosten für die Handwerksleistung selbst inzwischen rund 1,5-mal so stark wie die Materialkosten. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von Aroundhome, einer Vermittlungsplattform von Fachfirmen für Hausprojekte. Demnach wurden die vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Preisindizes für Bauleistungen am Bauwerk sowie die Erzeugerpreisindizes gewerblicher Produkte (Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken) analysiert.
Mit einem Zuwachs von durchschnittlich 81,7 Prozent müssen Hausbesitzer vor allem bei Dämm- und Brandschutzarbeiten an technischen Anlagen wesentlich mehr zahlen als noch vor fünf Jahren. Mit weitem Abstand folgen Gebäudeautomation (49,1 Prozent), Beschlagarbeiten (44,1 Prozent), Verglasungsarbeiten (42,6 Prozent), Dachdeckungsarbeiten (40,9 Prozent) sowie Tischler- (40,4 Prozent), Ausbau- (39,0 Prozent) und Klempnerarbeiten (38,9 Prozent). Auch die Kosten für Estricharbeiten (36,5 Prozent), Trockenbauarbeiten (35,9 Prozent), Rollladenarbeiten (35,7 Prozent), Metallbauarbeiten (35,4 Prozent), Betonwerksteinarbeiten (35,3 Prozent), Erdarbeiten (34,6 Prozent), Abdichtungsarbeiten (32,8 Prozent), Maler- und Lackierarbeiten (31,0 Prozent) und Naturwerksteinarbeiten (30,8 Prozent) sind in den vergangenen fünf Jahren merklich gestiegen.
Demgegenüber verzeichnen Gerüstarbeiten mit einem Anstieg von 20,6 Prozent den geringsten Preiszuwachs unter allen untersuchten Handwerksarbeiten. Auch Zimmer- und Holzbauarbeiten (22,4 Prozent), Maurerarbeiten (22,6 Prozent) sowie Stahlbauarbeiten (23,8 Prozent) und Betonarbeiten (24,1 Prozent) haben eine vergleichsweise stabile Preisentwicklung durchgemacht.
Rohstoffpreise
Der Spitzenreiter unter allen untersuchten Kostengruppen ist die Energieversorgung mit einem Zuwachs von 56,2 Prozent, gefolgt von Kohle (42,6 Prozent) auf Platz zwei – beide Werte werden als eigenständige Stufen der Wertschöpfungskette erhoben und bilden keine Teilmengen voneinander. Es folgen Steine und Erden, sonstige Bergbauerzeugnisse (41,9 Prozent) sowie Glas und -waren, Keramik, Steine und Erden (32,4 Prozent). Auch Erdöl und Erdgas (28,7 Prozent), Wasser und Dienstleistungen der Wasserversorgung (21,8 Prozent), Metallerzeugnisse (21,1 Prozent) und elektrische Ausrüstungen (20,5 Prozent) verzeichnen hohe Preisanstiege.
Zudem fallen die Preisentwicklungen bei Holz (13,3 Prozent), Gummi- und Kunststoffwaren (13,6 Prozent) sowie Kokerei- und Mineralölerzeugnissen (14,1 Prozent), Metallen (14,3 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (19,8 Prozent) relativ moderat aus.
Eine Beispielrechnung:
Fenstertausch (10 Kunststofffenster inklusive Einbau): Aktuell kostet der Austausch im Schnitt rund 9.300 Euro. Vor fünf Jahren waren es noch etwa 6.910 Euro – ein Anstieg von rund 2.390 Euro bzw. 34,6 Prozent, bedingt durch die gestiegenen Kosten für Verglasungsarbeiten (+42,6 Prozent) sowie das Fenstermaterial selbst (+32,4 Prozent).
