Deutscher Stahlbautag 2026
Transformation, Wettbewerbsdruck & Innovation aus der Forschung 05.10.2026 |
Der Deutsche Stahlbautag fand 2026 in Bielefeld statt.
BN: bauforumstahl
Der Deutsche Stahlbautag gehört zu den zentralen Treffpunkten der deutschen Stahlbaubranche. Im September war es wieder soweit und der Kongress lieferte fachliche Weiterbildung mit dem Blick über das Tagesgeschäft hinaus. Technische Innovationen, neue Anforderungen an Planung und Ausführung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung trafen auf Fragen nach Wettbewerbsfähigkeit, Führung und der Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Wie leistungsfähig und vielseitig moderner Stahlbau ist, zeigten zahlreiche aktuelle Projekte. Vorgestellt wurden unter anderem die neue Elbebrücke der A14 bei Wittenberge, die Gottleubatalbrücke, der Fahrbahnplattentausch an der historischen Hängebrücke Köln-Mülheim sowie die moderne Fertigungsstätte für Schienenfahrzeuge in Berlin. Einen besonderen Blick über die deutschen Grenzen hinaus ermöglichte das begehbare Kreuz für die Sagrada Família in Barcelona. Auch der schnelle Hybridbau und die spätere Umnutzung von Gebäuden am Beispiel des Olympischen Dorfs Mailand-Cortina 2026 standen auf dem Programm.
Nachhaltigkeit blieb ein wesentliches Thema. Fachbeiträge beschäftigten sich unter anderem mit der Bewertung von Ingenieurbauwerken, der CO₂-Reduktion im Brückenbau sowie mit technischen Voraussetzungen für Re-Use und Retro-Fit. Zugleich richtete sich der Blick auf die Transformation der Stahlindustrie selbst. Am Beispiel der Direktreduktionsanlage in Salzgitter wurde deutlich, welche Rolle der Stahlbau bei der Umsetzung großer industrieller Transformationsprojekte übernimmt.
Der zweite Veranstaltungstag richtete den Blick über technische Fragestellungen hinaus. Unter dem Leitthema „Wirtschaft, Führung und Resilienz“ ging es darum, wie Unternehmen auf wirtschaftliche Unsicherheiten, strukturelle Veränderungen und neue Anforderungen reagieren können. Zum Auftakt diskutierte Alexandra Busch in ihrem Podcast „Architektourist“ gemeinsam mit Dr. Kati Herzog von Goldbeck, Dr. Martina Bender vom Institut Bauen und Umwelt e. V. (IBU) und Dipl.-Ing. Arno Sorger vom Österreichischen Stahlbau-Verband die Treibhausgasinventur im Bauwesen und die Frage, welche Konsequenzen sich daraus für die Wahl von Baustoffen ergeben. Prof. Dr. Henrik Müller vom Institut für Wirtschaftspolitischen Journalismus der TU Dortmund widmet sich der notwendigen Kehrtwende der deutschen Wirtschaft.
-> zum Artikel: Deutscher Stahlbaupreis 2026
