Marktzahlen

Stimmungsbild Metaller

Bürokratie und schwache Marge belasten Betriebe

Vorab: Aufgrund der unterschiedlichen Beteiligung aus Bundesländern und Gewerken handelt es sich bei der Umfrage im Oktober um ein Stimmungsbild und nicht um eine repräsentative Erhebung des Metallhandwerks, so der Hinweis in der Pressemitteilung des Bundesverbands Metall.

Demnach gehen die Metaller in Deutschland mit einer verhaltenen wirtschaftlichen Stimmung in das Schlussquartal 2026. Die aktuelle Konjunkturumfrage des Bundesverbandes Metall (BVM) zeigt: Kosten, Bürokratie und schwache Margen drücken auf die wirtschaftliche Substanz.

47,9 %: melden eine verschlechterte Ertragslage

61,3 %: berichten von gestiegenem Bürokratieaufwand

56,2 %: keine spürbaren Verbesserungen sind absehbar

Auch bei der Weitergabe gestiegener Kosten bleibt der Spielraum begrenzt: Nur 15,8 Prozent der Unternehmen können höhere Kosten überwiegend oder vollständig an ihre Kunden weitergeben. 40,0 Prozent gelingt dies zumindest teilweise, während 44,2 Prozent gestiegene Kosten kaum oder gar nicht über ihre Verkaufspreise kompensieren können.

Beim Auftragseingang bleibt das Bild gemischt. 29,6 Prozent der Betriebe melden gegenüber den vorhergehenden drei Monaten steigende Auftragseingänge, bei 34,2 Prozent ist die Situation weitgehend unverändert. 36,2 Prozent berichten dagegen von rückläufigen Auftragseingängen.

Beim Umsatz zeigt sich ebenfalls keine eindeutige Richtung: 35,4 Prozent konnten ihren Umsatz im dritten Quartal 2026 gegenüber dem dritten Quartal 2025 steigern. Bei 31,2 Prozent blieb der Umsatz ungefähr unverändert, 32,1 Prozent verzeichneten einen Rückgang.

Bei den aktuell größten Belastungen liegen drei Themen nahezu gleichauf: 47,9 Prozent nennen Lohn- und Lohnnebenkosten, 45,8 Prozent die Energiepreise und 45,4 Prozent Bürokratie und Dokumentationspflichten. Danach folgen zu geringe Nachfrage beziehungsweise zu wenige Aufträge und die wirtschaftliche Unsicherheit mit jeweils 27,1 Prozent sowie hoher Preisdruck durch Kunden und Wettbewerber mit 26,3 Prozent.

Auch die Investitionsentwicklung zeigt Zurückhaltung: 28,3 Prozent investieren 2026 weniger als im Vorjahr, 23,3 Prozent planen derzeit keine Investitionen. 22,5 Prozent investieren mehr.

Bürokratie bleibt zentrale Belastung

61,3 Prozent der Unternehmen berichten von einem höheren bürokratischen Aufwand innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Besonders belastend sind Steuern und Finanzverwaltung (41,7 Prozent), öffentliche Ausschreibungen und Vergaben (35,8 Prozent) sowie Statistik- und Meldepflichten (35,0 Prozent).

Bei der Frage nach dem größten Verbesserungsbedarf nennen 64,6 Prozent Bürokratie und Verwaltungsaufwand. Dahinter folgen Sozialabgaben und Lohnzusatzkosten mit 47,9 Prozent sowie Energiepreise mit 47,1 Prozent.

71,2 Prozent erwarten in den kommenden sechs Monaten eine gleichbleibende Beschäftigtenzahl. 8,8 Prozent rechnen mit steigender Beschäftigung, 20,0 Prozent mit einem Rückgang.

Für die wirtschaftliche Entwicklung im vierten Quartal erwarten 52,1 Prozent keine wesentliche Veränderung. 22,1 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, 25,8 Prozent mit einer Verschlechterung. Für 56,2 Prozent ist derzeit keine spürbare Verbesserung der wirtschaftlichen Lage absehbar.

Ein zusätzlicher Schwerpunkt der Q4-Befragung lag auf der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft. 47,1 Prozent der Betriebe können sich grundsätzlich vorstellen, künftig entsprechende Aufträge zu übernehmen oder sind bereits in diesem Bereich tätig.

Bei grundsätzlich interessierten Betrieben zeigen sich Hürden:

· 62,8 % nennen fehlende Kontakte zu Auftraggebern oder Systemlieferanten als Hindernis.

· 61,9 % nennen fehlende Informationen über konkrete Auftragsmöglichkeiten.

Gleichzeitig bestehen relevante industrielle Kompetenzen: 62,8 Prozent können Schweißtechnik und Schweißkonstruktionen einbringen; 58,4 Prozent verfügen bereits über eine Herstellerqualifikation nach EN 1090.

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