Mit NovoSpeed Thermo an die Spitze

Ein Tor anstatt zwei

Auf der BAU im Januar hat Novoferm mit seinem Schnelllauftor NovoSpeed Thermo das Interesse der Branche auf sich gelenkt, ab September wird die Innovation in den Markt eingeführt. metallbau hatte einen Redaktionstermin am Produktionsstandort im holländischen Waardenburg.

Im Vergleich zum Angebot der Mitbewerber öffnet unser Industrieschnelllauftor in kürzester Zeit, in punkto Wärmedämmung hat es bislang die besten Werte und zudem ist es deutlich preiswerter“, konstatiert der verantwortliche Produktmanager Harm Savenije.

Im beschaulichen holländischen Waardenburg, etwa eineinhalb Stunden Überlandfahrt von Düsseldorf entfernt steht ein Prototyp des NovoSpeed Thermo im Labor. „Fotografieren ist hier nicht erlaubt“, sagt Savenije, während er die Tür öffnet. In dem Raum ohne Fenster ist niemand, mehrere Tore sind im Rechteck montiert, ein Industrietor öffnet und schließt automatisch. Weil keiner im Raum ist, wirkt das Auf- und Abfahren des Tores etwas fremd. „Ein Dauertest läuft hier immer“, erklärt Savenije die Situation, drückt auf einen Knopf und lässt das Schnelllauftor mit 2 m/s hochfahren – fast zehn Mal schneller als ein gewöhnliches Industrietor.

Schneller aus vier Gründen. Um diese Geschwindigkeit zu erreichen, haben sieben holländische Entwickler an vielen Stellschrauben gedreht. Erstens verlaufen beim normalen Industrietor die Laufschienen abgeschrägter, sodass das Tor beim Schließen gegen einen Dichtungsgummi läuft. Dies sorgt für Reibung und reduziert die Geschwindigkeit. Derlei Bremsen haben die Ingenieure beseitigt und mit weiteren Modifikationen die Geschwindigkeit erhöht. So sind u.a. die Laufrollen von außen in die Paneelen eingesteckt (patentiert), anstatt mit Seitenscharnieren auf die Paneele aufgeschraubt.

Findige Dichtung. Ein sehr guter Wärmedämmwert des Schnelllauftores gehörte zu den Prioritäten des Engineering. Also wurde für die Abdichtung des Torblattes ein spezieller Mechanismus entwickelt. Dieser sorgt dafür, dass das geschlossene Tor dicht ist, obwohl kein Dichtband in die Laufschienen eingesetzt ist: Beim NovoSpeed Thermo trifft das schließende Tor kurz vor dem Boden beidseitig auf einen Hebel. Werden diese ausgelöst, drückt sich ein Dichtband aus den beiden Führungssäulen gegen das Torblatt.

Mit den isolierten Zargen, die nahezu hermetisch dicht mit dem Torblatt abschließen, tragen auch die mit PUR-Hartschaumkern gedämmten doppelwandigen Stahlpaneele zum U-Wert von 1,1 W/(m2K) bei. Die Werte beziehen sich auf eine Torgröße von 5.000 mm x 5.000 mm. „Mit unserer Bauweise gelang es, die Vorteile der Thermo-Industriesektionaltore und die der Schnelllauftore für ein Torsystem zu kombinieren“, stellt Savenije fest. Dank der zwei Funktionen in einem Tor sollen sich künftig die Kosten für die Bauherren von Industriehallen reduzieren. Bislang wurde meist ein Industriesektionaltor als Thermo-Abschottung und dahinter ein Schnelllauftor mit PVC-Blatt zum Schutz vor Zugluft installiert. Darauf kann künftig in den meisten Fällen verzichtet werden. „Mit unserem neuen Tor können die Unternehmen deutlich sparen“, meint Savenije.

Darüber hinaus hat Novoferm einen weitgehend vibrationsfreien Torlauf realisiert, der die mechanischen Teile weniger belastet und gleichzeitig die Geräuschemission reduziert. Die Ausgleichsfedern sind auf 100.000 Lastwechsel ausgelegt. Zum Sicherheitsstandard gehört zudem eine serienmäßige Lichtschleieranlage (Lichtgitter), die das Tor stoppt und auch reversiert, wenn beim Zufahren ein Hindernis erkannt wird.

Straffe Auftragsproduktion. Tore, die in Waardenburg hergestellt werden, sind von Kunden bestellt worden und werden auftragsbezogen gefertigt. „Wir produzieren nicht auf Lager“, erklärt Savenije. In der Lagerhalle, wo die Fertigungsstraße startet, sind Paneele in Spuren gestapelt. Krane transportieren die Torpaneele auf das Band. Damit sich Fenster und Schlösser einbauen lassen, wird das Material gesägt, gefräst und gebohrt. Die Abläufe der CNC-Maschinen werden über eine ERP-Software von SAP gesteuert. Vor der Lackiererei reihen sich die bearbeiteten Paneele. „Bis heute Abend sind die Teile hier alle lackiert“, sagt Savenije. Das CE-Kennzeichen mit Wartungshinweisen ist bereits aufgeklebt. In einem separaten Arbeitsbereich werden Schlupftüren in die Torblätter eingebaut, zwei Mitarbeiter testen auf einem Prüfstand die Funktion der Lichtschranken.

Der Ablauf der Herstellung ist straff organisiert, einmal wöchentlich treffen sich die Produktionsmitarbeiter zu einer sogenannten Stehung. Bei diesem Termin werden Arbeitsabläufe kritisch hinterfragt: Das Novoferm-Produktionssystem (NPS) nimmt Material, Menschen und Maschinen kritisch unter die Lupe und macht Probleme transparent, sodass sich zügig Lösungen entwickeln lassen. Savenije berichtet: „Seit einigen Jahren haben wir drei Stehungsinseln in den Hallen eingerichtet.“ Die drei Gruppen werden von einem Gruppensprecher betreut, die Teams wissen exakt von Woche zu Woche, wie viele Tore jede Gruppe und sie zu dritt gemeinsam produziert haben: Ein bis ins Detail ausgeklügelter Produktionsprozess, bei dem Reibungsverluste umgehend aufgedeckt werden und professionelle Problemanalyse den Fertigungsfluss gewährleistet. Diese differenzierten Abläufe tragen dazu bei, wenn es darum geht, das Schnelllauftor NovoSpeed Thermo im September günstiger auf dem Markt anzubieten als der eine oder andere Mitbewerber.


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