Fachpressekonferenz

„Akkugeräte besser als Netzgeräte“

Bosch feilt an seiner Marktposition

Wie im vergangenen Jahr wartet Bosch Power Tools auch im Jahr 2019 wieder mit 100 neuen Produkten auf. Highlight für den Metallbau war auf der Fachpressekonferenz in Leinfelden-Echterdingen die Biturbo-Maschinen-Serie. Henk Becker, Vorsitzender der Bosch Power Tools Geschäftsführung, sagt über die Neuheit: „Jetzt sind Akkugeräte besser als Netzgeräte.“

Bosch wächst schneller als der Markt. „Während wir im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre jährlich um vier Prozent Umsatz zugelegt haben, ist der Weltmarkt in dieser Zeit nur um 3 Prozent gewachsen“, konstatiert Henk Becker. Mit Blick auf den deutschen Markt fällt der Unterschied noch deutlicher aus: „Der Umsatz ist hierzulande in dieser Zeitspanne ebenfalls um drei Prozent gestiegen, wir waren mit einem Wachstum von acht Prozent deutlich erfolgreicher.“ In mehr als 20 Ländern ist Bosch zweistellig gewachsen, darunter waren die wichtigen aufstrebenden Märkte Brasilien, China und Indien. Rund 55 Geräte wurden speziell für die Bedürfnisse der Anwender dort entwickelt.

Im Geschäftsjahr 2018 erzielte der Bosch-Geschäftsbereich 4,6 Milliarden Euro Umsatz. Wechselkursbereinigt ist Power Tools im vergangenen Jahr um zwei Prozent gewachsen, nominal entspricht das einem Rückgang von zwei Prozent. Wechselkurseffekte in Höhe von rund 200 Millionen Euro belasten den Umsatzausweis deutlich. Becker: „Das konjunkturelle Umfeld wird rauer. Wir spüren die Belastungen durch gegenläufige Wechselkurseffekte und eine zunehmende Volatilität der Märkte. Dennoch konnten wir unsere Profitabilität im vergangenen Jahr verbessern – und wir streben eine weitere Steigerung an. Nur so können wir auch künftig in Innovationen investieren. Damit sichern wir unseren Erfolg langfristig ab.“ Zudem investiert Bosch Power Tools in Arbeitsplätze: Für rund 35 Millionen Euro wurde am Standort Leinfelden ein neues Bürogebäude gebaut.

„Kein Online-Direktvertrieb“

Die Zusage an den deutschen Fachhandel bleibt bestehen. Geschäftsführer Lennart de Vet betonte, dass in Deutschland weiterhin kein Direktvertrieb über ein Online-Portal geplant ist. „Wir bleiben bei unseren Vertriebskanälen über den Fachhandel, es ist nichts anderes geplant.“

Mit den Biturbo-Werkzeugen für Handwerker, die ab September in den Markt eingeführt werden, hat Bosch erstmals Akku-Geräte vorgestellt, die besser sind als Netzgeräte, leichter und über ein interaktives Display verfügen. Mit dieser Neuerung möchte der Hersteller die technische Entwicklung der Branche gestalten. Becker, erläuterte die neue Technologie: „Grundlage ist eine optimale Abstimmung ihres bürstenlosen Motors mit Elektronik und Akku. Mit ProCORE18V-Akkus sind die Profiwerkzeuge für Höchstleistung optimiert.“

Biturbo Winkelschleifer

Für Metallbauer interessant sind beispielsweise die Biturbo-Winkelschleifer GWS/GWX 18V-15 C Professional, GWS 18V-15 SC Professional und GWX 18V-15 SC Professional. Die Geräte sind für den Einsatz mit ProCORE18V-Akkus mit 8,0 und 12 Ah optimiert, der GWX 18V-15 SC Professional ist mit dem X-LOCK- Schnellwechselsystem (siehe Titelstory S. 18) ausgestattet.


Geschäftsführer Stephan Hölzl verspricht: „Die Geräte arbeiten bis zu 50 Prozent schneller als unser aktuell stärkster Akku-Winkelschleifer von Bosch.“ Der GWS/GWX 18V-15 SC Professional soll 20 Prozent mehr Abtrag schaffen und trennt elf Prozent schneller als das Netzgerät GWS 13 Professional.

Im Sinne des Arbeitsschutzes verfügen die neuen Akku-Winkelschleifer über sensorbasierte Funktionen wie „Drop Control“ und „KickBack Control“. „Drop Control“ stoppt den Motor, sobald das Gerät nach einem Fall auf dem Boden auftrifft, „KickBack Control“ macht das bei einem plötzlichen Blockieren des Winkelschleifers, etwa beim Verklemmen der Scheibe. Darüber hinaus sind alle drei Geräte mit einer Bremsfunktion ausgestattet. So steht beispielsweise der GWX 18V-15 SC Professional dank „X-Brake“ in nur einer Sekunde still. Zusätzlich sorgen Sanftanlauf, Wiederanlaufschutz und Zusatzhandgriff mit Vibrationsdämpfung für kontrolliertes Arbeiten.

Mit Connectivity-Funktionen ausgestattet lassen sich die Geräte mit dem Smartphone vernetzen, um beispielsweise bequem die Drehzahl einzustellen. Hier bieten die Modelle GWS 18V-15 SC Professional und GWX 18V-15 SC Professional einen besonderen Vorteil: Um die Geschwindigkeit noch genauer an die jeweilige Anwendung anzupassen, können die drei voreingestellten Drehzahlstufen um drei weitere ergänzt und damit auf sechs erhöht werden. Alle Drehzahlwerte sind dabei individuell einstellbar. Mit der Vernetzung ist bei allen drei Modellen auch die Pflege und Wartung einfacher: Handwerker erhalten auf dem Smartphone Informationen zum Werkzeugstatus. Darüber hinaus kann ein Reparaturauftrag per App schneller verschickt werden. GWS 18V-15 SC Professional und GWX 18V-15 SC Professional punkten außerdem mit ihrem User Interface: Profis haben den Werkzeugstatus und den Ladezustand des Akkus immer im Blick und können die Drehzahlstufe auch bequem über das Display einstellen.

Akku-Bohrhammer für Stahlbeton

Aber auch die neue Technologie des Akku-Bohrhammers SDS-max-Hammer GBH 18V-45 C Professional ist beeindruckend. Laut Bosch ist er der Leichteste seiner Klasse und bietet mit 12,5 Joule dieselbe Schlagleistung wie der 1.500 Watt starke GBH 8-45 DV Professional. Mit einem Vollhartmetallkopf mit vier Schneiden ist die Maschine für Gebäude aus Stahlbeton ausgelegt. Nach Information von Bosch ist in knapp fünfzehn Jahren der Anteil der Gebäude aus Stahlbeton um zehn Prozent gestiegen und macht inzwischen schon fast 60 Prozent der Nichtwohngebäude aus. Bei Verwendung eines 340 Millimeter langen Bohrers mit 20 Millimeter Durchmesser hält der SDS-max-8x mehr als 20 Bohrungen in Stahlbeton stand. Das sollen bis zu dreimal mehr Bohrungen als bei vergleichbaren Wettbewerber-Modellen sein. Weil er keine abgeschrägten Schneidkanten, sondern flache 180-Grad-Schneidkanten hat, wird die Schlagkraft ohne Energieverlust in den Randbereichen maximal übertragen, die Bohreffizienz wird gesteigert. Zudem wurde auf Robustheit der Maschine geachtet: „Der Einsatz der Induktions-Diffusions-Schweißtechnologie (IDS) sorgt für eine dauerhafte Verbindung von Bohrkopf und Spirale und auch mehr als 400 Grad hohe Temperaturen können dem Bohrhammer nichts anhaben“, so Becker.
Der Biturbo-Hammer bietet „KickBack Control“, ist vernetzbar und mit einem User Interface ausgestattet. So hat der Metallbauer jederzeit Ladezustand und Temperatur im Blick.

Optimierte Mess-App

Obwohl Laserentfernungsmesser in Genauigkeit und Schnelligkeit kaum zu übertreffen sind, arbeiten die meisten Handwerker weiterhin mit Zollstock. Dabei sind die Geräte für 80 bis 250 Euro erhältlich, die App für das Handling wird fortlaufend optimiert. Wurden bei bisherigen Mess-Apps einschließlich der Measuring Master App Daten über eine klassische Ordner-Struktur in Einzelschritten dokumentiert und weiterverarbeitet, wird bei der neuen App alles auf einer Oberfläche zusammengeführt: Grundriss, Skizzen, Messwerte, Bilder, Notizen und Kommentare. Zu den Funktionen, die die App künftig ergänzen werden, zählen z.B. digitale Checklisten sowie die Möglichkeit, von Hand gezeichnete Skizzen zu bemaßen.⇥sm ◊

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