HK Balkonbau

Systeme und Services aus einer Hand

Das Familienunternehmen HK Balkonbau aus dem Ruhrgebiet zählt deutschlandweit zu den branchenältesten Spezialisten für Anbaubalkone. Alleinstellungsmerkmale sind seine komplett vormontierten Aluminiumsysteme, häufig in Sondergrößen bzw. Sonderformen, und das Realisieren von Projekten von der Planung bis zur Montage aus einer Hand.

Die Stahlbaufirma wurde 1983 vom Schlossermeister Hermann Kreyenberg gegründet. Damals stellte er, neben schweren Bauteilen für die Industrie, auch Stahlbetonbalkone her. Einhergehend mit der Weiterentwicklung von Stahl- und Stahlbeton-Balkonsystemen rief der damals 36-Jährige 1990 eine Balkonbau-Firma ins Leben und konzentrierte sich nunmehr fast vollends auf diesen Geschäftszweig: „Mit über 40.000 erstellten Konstruktionen seit Gründungsjahr sind wir heute eines der branchenältesten Unternehmen im Segment Anbaubalkone deutschlandweit“, so Kreyenberg. Der Betrieb, die Produktpalette und die Fertigungsanlagen wurden von Beginn an stetig erweitert; 46 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen derzeit. Der älteste ist, neben dem Chef selbst, seit Anbeginn dabei.

2019 nun trat Inga Kreyenberg die Unternehmensnachfolge ihres Vaters an. Sie wuchs schon früh in die Firma hinein; den ersten Berührungspunkt hatte sie über die Gespräche am Küchentisch, später jobbte sie während ihres Studiums im Betrieb als Sekretärin und im Backoffice der Bauleitung. Die Lehrerin für Geographie und Geschichte verantwortet heute die Bereiche Finanzen, Vertrieb und Personal. Ihre Berufserfahrung und Fachkenntnisse kann die akademische Quereinsteigerin gut einbringen. „Im Lehrberuf und in der Geschäftsleitung muss man gleichermaßen lösungsorientiert vorgehen“, führt sie an. Ein weiterer Vorteil ist ihre Menschenkenntnis: „Anspruchsvolle Kunden sind ähnlich wie besorgte Eltern. Man braucht in beiden Fällen sehr viel Taktgefühl.“ Mit zur neuen Geschäftsführung gehört der Wirtschaftsingenieur der Metallbautechnik Marco Dobes. Seine Zuständigkeiten sind die technische Beratung, Produktion und Projektabwicklung. Der Unternehmensgründer steht ihnen weiter beratend zur Seite.

Investitionen in die Zukunft

„Spezialisiert sind wir auf die Planung, Herstellung und Montage von modularisierten Balkonen und Metallbauarbeiten. Hierfür bieten wir einen umfangreichen Service aus einer Hand“, so der Seniorchef. Präzise heißt das: Bauherren und Architekten werden von dem Balkonbauer von der Planung bis zur Montage durchgehend betreut. Der Familienbetrieb übernimmt, neben der Fertigung, auch die Bauleitung inklusive der Erstellung von Fundamenten, eventuelle Abrissarbeiten sowie die Lieferung der vorgefertigten Elemente mit eigenem Fuhrpark. Um kleinere Metallbauarbeiten wie z.B. Wechselträger, Wandauflager und Treppen kümmern sich die vier Kollegen der angegliederten Stahlbauwerkstatt. Darüber hinaus gibt es noch die Firma Balkonservice Duisburg. Deren fünf Mitarbeiter sind auf die Wartung, Reparatur und Sanierung von Aluminiumbalkonen spezialisiert.

Die Aluminiumbalkone, die Hermann Kreyenberg bereits 2000 ins Programm aufnahm, machen heute rund 75% des Auftragsvolumens aus. 20% der Aufträge entfallen auf Stahlbetonbalkone, die restlichen 5% auf Geländer und Metallbauarbeiten wie Kaltfassaden, Schiebeläden und Treppen. Um die 8 Mio. Euro netto werden so jährlich generiert. Dafür hat der Balkonbauspezialist aber auch kontinuierlich investiert: 1 Mio. Euro etwa ließ er sich im Jahr 2000 eine 1.000 qm große Fertigungshalle kosten, ausgestattet wurde sie mit modernster CNC-Technik. Ausgelegt war die Investition damals auf eine Jahreskapazität von 2.000 Aluminiumbalkonen.

Großprojekte und Sonderanfragen

Hauptauftraggeber des Balkonspezialisten sind Wohnungsbaugenossenschaften, -gesellschaften und Privatkunden. „Wir liefern in der Regel in einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern an. Uns liegt viel an der Heimatverbundenheit. Weil wir für den Kunden damit sofort erreichbar sind“, erläutert die Juniorchefin. Die 30-jährige Expertise der Firma macht es leicht, komplexe Großprojekte und Sonderanfragen zu stemmen. Anwendung finden die in drei Varianten verfügbaren, thermisch entkoppelten Alu-Anbaubalkone des Duisburger Spezialisten vor allem bei Sanierungen. Doch auch im Neubau wird dieses Produkt immer beliebter, ergänzt Inga Kreyenberg. Immer häufiger realisiert ihr Unternehmen auch abgehängte Balkone und Sonderformate und -größen. Nicht selten sind die Konstruktionen 3,7 auf 10 m groß. Geliefert wird dann per Schrägtransport, in einem Stück.

Über das Kerngeschäft hinaus bietet der Duisburger Balkonbauspezialist seit 2020 die Profilbearbeitung in Lohnarbeit an. Angeschafft wurde dafür ein 5-Achsen-CNC-Profilbearbeitungszentrum der Firma Auratronic, das „Herzstück unserer Fertigung“, wie Dobes meint. Bearbeiten lassen sich mit ihm Profile von bis zu 17.200 mm Länge und Profilquerschnitte von 400x300 mm. Seine Spannbalkenkonstruktion ermöglicht eine präzise Bearbeitung bis zu schwergewichtigen Aluminiumprofilen jeglicher Art. Die AT-520 SBZ, die jetzt Am Alten Viehhof 19 steht, ist eine Maßanfertigung. So verfügt sie über eine eigens für den Balkonbauer entwickelte Funktion, in der Toleranzen von Aluminiumprofilen durch eine Sägeschnittvermessung und hieraus generierten, optimierten Sägeschnitt kompensiert werden können. Konsequent erweiterte die Firma ihren Fuhrpark und nennt einen Manitou MRT 2550 Privilege Plus ihr Eigen. Mit den jüngsten Anschaffungen strebt der Balkonbauer ein Unternehmenswachstum von 5% an.

Seit 2020 neu im Sortiment sind korrosions- und farbbeständige Eloxal-Oberflächen. Das umweltverträgliche Verfahren leistet einen Beitrag zugunsten nachhaltiger Produkte. Darüber hinaus fertigt der Spezialist verschiedene Geländervariationen, vorzugsweise aus Aluminium, an. Auch erfüllen seine Balkonsysteme nach eigener Angabe die Schallschutzanforderungen der DIN 4109-1:2018-01. Im Frühjahr 2020 führte  das Prüfinstitut STEP einen Schallschutztest mit positivem Ergebnis durch.

Auswirkungen der Corona-Krise

„Der Schutz unser Mitarbeiter und Kunden hat für uns oberste Priorität. Wir reagierten während der Pandemie schon frühzeitig. Sowohl Quarantäne-, Masken-, Test- und Kontaktregelungen haben wir bei HK praktiziert, bevor sie gesetzlich angeordnet wurden“, erklärt Dobes. Vor Einführung einer gesetzlichen Maskenpflicht im Frühjahr 2019 hatte man zum Beispiel für alle Mitarbeiter alltagstaugliche Schlauchschals, später medizinische Masken angeschafft. Zur Kontaktminimierung wurden getrennte Pausenräumlichkeiten und -regelungen eingeführt. Die wöchentlichen Tests macht eine Arzthelferin im Haus, zur weiteren Abklärung stehen drei Dekra-geschulte Mitarbeiter, unter anderem die Geschäftsleiterin persönlich, und ein großes Testkontingent zur Verfügung. Die Baubesprechungen finden seit Beginn der Pandemie in der Produktionshalle oder bei gutem Wetter draußen statt. „Durch die Maßnahmen und das vorbildliche Verhalten des Personals hatten wir bislang keine interne Infektionskette, mussten keine Kurzarbeit oder andere Leistungsminimierung anordnen“, sagt Dobes.

Geschäftlich zeigt sich derzeit die Pandemie vor allem mit längeren Lieferzeiten. Das bedeutet, dass die Firma vermehrt in Vorkasse gehen muss. Positiv findet Dobes, dass ein deutlicher Anfrageanstieg von Privatkunden zu verzeichnen ist. Dies liege vermutlich auch an der Mehrwertsteuersenkung im zweiten Halbjahr 2020. Außerdem hätten aus dem gleichen Grund viele Kunden ihre Projekte vorverlegt. Private Auftraggeber seien momentan entscheidungsfreudiger, die gewerblichen hingegen noch zögerlich bei der Beauftragung. Die Gründe hierfür sieht der Prokurist in der derzeitigen Preisentwicklung im Baugewerbe aufgrund der steigenden Rohstoffpreise. Man rechnet im Hause HK Balkonbau allerdings damit, dass sich die Situation in den kommenden Wochen normalisieren wird.

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