Industriebau für Stobag Alufinish

Fassadenspezialist Freyler plant und setzt um

 

Der erste Bauabschnitt mit einer Halle für die Horizontalbeschichtung, einem Büro-, einem Technikgebäude und einem Lager sind fertiggestellt. Die Horizontalbeschichtung ist eine Linien-Anlage, die entlang der Längsfassade aufgestellt ist. Mit ihr lassen sich Werkstücke von bis zu 7,3 m Länge beschichten, sie verfügt über eine vollautomatisch geregelte AOC-Vorbehandlung und eine Vielzahl technischer Finessen. Da in der Anlage mit Säuren und Laugen gearbeitet wird, hat Freyler dahinter, zur restlichen Halle hin, eine Betonaufkantung realisiert. Zudem sorgen speziell beschichtete, chemisch beständige „Abwasserschächte“ gemäß Wasserhaushaltsgesetz (WHG) dafür, dass keine gefährlichen Stoffe ins Erdreich oder Grundwasser eindringen, sollte bspw. an der Maschine ein Schlauch platzen. Über die Schächte gelangen die Flüssigkeiten in die firmeneigene Wasseraufbereitungsanlage, die Säuren und Laugen vom sauberen Wasser trennt. In der Produktionshalle und im Lager sind zudem Sprinkleranlagen installiert, die Horizontalbeschichtung verfügt darüber hinaus über eigene eingebaute Löschanlagen.

Kooperation mit Freyler Metallbau
Die Produktions- sowie die seitlich angedockte Lagerhalle wurden mit Thermowänden mit PU-Dämmung realisiert, der U-Wert der Außenwand sowie des gedämmten Foliendachs beträgt 0,24 W/m2K. Die Tragwerksplanung der Hallen übernahm Freyler Stahlbau in enger Zusammenarbeit mit den Industriebaukollegen. Die solide Stahltragkonstruktion ist im Freyler-Werk in Kenzingen entstanden und wurde auf der Baustelle montiert. Insgesamt 500 Tonnen Stahl wurden bei dem Projekt in Wutösching bislang verbaut. Die Fensterbänder sind eine Anfertigung des Freyler Metallbaus. Durch die kurzen Abstimmungswege und das Verständnis der einzelnen Bereiche füreinander war durchweg ein reibungsloser Ablauf gegeben.

Enorme Energieeffizienz
Mit der richtigen Kombination einzelner Komponenten, wie Gebäudehülle und Haustechnik, lassen sich auf lange Sicht Betriebs- und Energiekosten deutlich senken. Die neue Produktionshalle wurde sogar bewusst so ausgeführt, dass sie die geforderten Werte der Energieeinsparverordnung um mehr als 20 % unterschreitet und damit auch von der KfW gefördert werden konnte. Der Heizenergiebedarf des gesamten Gebäudes liegt mit 167,7 kWh/(m2a) deutlich unter dem Anforderungswert von 341,7 kWh/(m2a). Beheizt wird über ein eigenes Blockheizkraftwerk. Dessen Dimensionen sowie die der Wärme- und Kältetauscher wurden im Zusammenspiel mit allen anderen baulichen und technischen Komponenten exakt berechnet. Außerdem wird die Produktionsabwärme für andere Betriebsprozesse genutzt: Die Abwärme der Druckluftkompressoren heizt beispielsweise die Wasserbäder vor. Das Hallendach ist zudem vorgerüstet für die Installation einer Photovoltaik-Anlage.

Helle, weitläufige Produktionshalle
Bei der Produktion waren Stobag zwei weitere Aspekte wichtig: Die Halle sollte hell und sauber sein sowie großzügig dimensioniert. Zum einen, damit die Mitarbeiter sich wohlfühlen und Qualitätsarbeit leisten können, und zum anderen soll das Werk auch genutzt werden, um Kunden zu zeigen, wie bei Stobag gearbeitet wird. Oberlichter und Fensterbänder beleuchten die Produktion natürlich mit Tageslicht. Eine helle Epoxidharzbeschichtung des Bodens lässt die Halle zudem von unten aus strahlen und unterstreicht die freundliche Wirkung.

Gebäudeautomation kontrolliert Sicherheit und Energie
Abgerundet wird die hochwertige Ausführung des Neubaus durch intelligente Lösungen der Gebäudeautomation. So werden unter anderem die Beleuchtung, Lüftung, Beschattung und die Heizung über ein Bus-System bedarfsgerecht gesteuert, eine Zugangskon-trolle sorgt für Sicherheit. Stobag wird in Zukunft zudem sämtliche Maschinendaten auslesen und visualisieren, um deren Einsatz mit Hilfe eines Energiemanagement-Systems zu optimieren. red

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