Betriebliche Altersvorsorge

Metallbauunternehmer Felix Huth

"Für Mitarbeiter ist mehr Netto vom Brutto besser."

Felix Huth, Inhaber von Huth Metall + Zaunbau in Bremerhaven, beschäftigt 50 Mitarbeiter. Der Familienbetrieb des 37-Jährigen, mit einem weiteren Standort in Cuxhaven, arbeitet zu einem Viertel für Privatkunden und zu drei Viertel für Firmen und die öffentliche Hand. Gegenstand des Unternehmens ist die Projektierung, Herstellung und Montage in den vier Bereichen Metallbau, Schlosserei, Service und Wartung sowie Zaun- und Torsystemen.

metallbau: Herr Huth, wie viele Ihrer Mitarbeiter nutzen die bAV?

Felix Huth: Ungefähr zehn Prozent. Aktuell wird die bAV kaum nachgefragt, jüngere Mitarbeiter interessieren sich selten für ihre Altersversorgung. Die Nutzer der bAV sind im Wesentlichen zwischen 30 und 50 Jahren alt.

metallbau: Informieren Sie bei Neueinstellungen über den Tarifanspruch?

Huth: Bestehende Verträge zur bAV wurden von uns in der Vergangenheit übernommen. Im Einstellungsprozess muss man schon so viel beachten, besprechen, belehren und hinweisen, dass dafür kein Raum und keine Zeit bleibt. Generell ist die bAV kein Thema, mit dem wir bei den Mitarbeitern besonders punkten könnten, daher kommen wir hier nur unserer minimalen Informationspflicht nach.

metallbau: Für wie attraktiv halten Sie die bAV?

Huth: Für unsere Mitarbeiter ist sie wohl nicht attraktiv, weil zu kompliziert zu verstehen, mit viel Aufwand verbunden, zu schlecht verzinst und mit zusätzlichen Abgaben im Alter belastet. Der Staat sollte sich lieber darum kümmern, dass den Arbeitnehmern vom Brutto mehr Netto bleibt. Die Abgabenlast ist viel zu hoch und der Unterschied zwischen regulär arbeitenden und steuerzahlenden Handwerkern und Sozialleistungsempfängern, die ihre Bezüge teils mit Schwarzarbeit aufbessern, ist viel zu gering. Schwarzarbeit müsste durch stärkere Kontrollen auch im Privatbereich verfolgt und geahndet werden.

metallbau: Wie kompetent sind Ihre Mitarbeiter in Sachen Finanzen und Altersvorsorge generell?

Huth: Unsere Mitarbeiter sind Spezialisten in ihrem beruflichen Fachgebiet. Die wenigsten sind aber Experten für Finanzen und Versicherungen, warum auch? Natürlich macht sich jeder Gedanken über seine Finanzen und seine Altersversorgung, die Lösungen sind hier aber eher individuell. Der eine spart monatlich in einem Investmentfonds, der Nächste kauft ein Haus. Pauschal ist das schwer zu sagen. Meine Vision ist, dass man auch im Alter vernünftig leben kann, wenn man sich in seinem Fachgebiet jahrzehntelang beruflich engagiert hat.

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