Interview

Selbstverriegelnde Schlösser

Multifunktional und aus dem Baukasten

Wilka Schließtechnik in Velbert hat mit der Schloss Serie 7000 eine Fluchttürserie im Programm, die sowohl Eigenschaften des Personen- als auch des Einbruchschutzes bietet. Die technischen Finessen der Selbstverriegelung erläutert Produktmanager Tobias Eckhoff im Interview.

metallbau: Weshalb ist die Funktion der Selbstverriegelung im Objektbau so wichtig geworden?

Tobias Eckhoff: Ein wesentlicher Grund ist die Sicherheit, sprich der Einbruchschutz. Denn eine verriegelte Tür bietet im Falle eines Einbruchs immer den vollen Versicherungsschutz. Die Selbstverriegelung hat aber auch den Vorteil, dass sich dadurch gerade in großen Gebäuden eine Minimierung der Betriebskosten erreichen lässt, denn es ist beispielsweise nicht mehr nötig, dass ein Hausservice regelmäßig die Türen kontrolliert. Wir haben einige Sicherheitsfeatures wie die intelligente Schließfolgeregelung integriert, die das Schloss immer erst dann verriegelt, wenn die Tür auch richtig verschlossen ist.

metallbau: Inwiefern profitiert der Metallbauer vom Baukastensystem?

Eckhoff: Alle Schlossabmessungen sind systemübergreifend vom Schließblech bis hin zu den Verbindungsstangen, den Schalt- oder Schnappschlössern oder einem einheitlichen Gegenkasten gleich ausgelegt. Egal ob es sich um die Serien 6000, 7000 oder um normale Rohrrahmenschlösser handelt. Ab einem Dornmaß von 30 mm ist eine Verwendung der selbstverriegelnden Schlösser selbst in schmalsten Profilen möglich. Der Riegelausschluss bei der Schloss-Serie 7000 beträgt 20 mm.

metallbau: Welche Vorteile haben die Fluchttürschlossserien 6000 und 7000 für Metallbauer?

Eckhoff: Die beiden Fluchttürschloss Serien verfügen über ein einheitliches Fräsmaß – und mit dem Hinterdornmaß von 15 mm sind sie auch in extrem schmalen Türprofilen verwendbar. Durch das einheitliche Fräsmaß kann der Metallbauer erst zu einem sehr späten Zeitpunkt entscheiden, ob die mechanische 6000er- oder die selbstverriegelnde 7000er-Variante eingebaut wird. Er ist also nicht schon zu Beginn seiner Planung festgelegt. Hinzu kommt, dass beide Serien die gleichen Schnittlängen haben und dass sämtliche Zubehörprodukte identisch sind.

metallbau: Die Serie 7000 ist in die Software LogiKal von Orgadata eingebunden. Warum ist man diesen Schritt gegangen?

Eckhoff: Die meisten Metallbauer nutzen für die Türenplanung die Software des Anbieters. Für uns ist es also selbstverständlich, dass alle relevanten Daten zur Serie, wie auch zu vielen weiteren Produkten, in der Software hinterlegt sein müssen.

metallbau: Welche Qualität verkaufen die Metallbauer mit dieser Schloss-Serie an den Bauherren?

Eckhoff: Nehmen wir nur das Beispiel des Fallenkopfs aus MIM Stahl, der im Metallspritzgussverfahren (MIM) hergestellt wird. Dieses Material ist vorgeschrieben, um die Rauch- und Brandschutzeignung unserer Schlösser gewährleisten zu können. Hinzu kommt, dass das Herstellverfahren die maximale Präzision hinsichtlich der Maßtoleranzen erfüllt.

metallbau: Über welche Normprüfungen verfügt die Schloss-Serie?

Eckhoff: Selbstverständlich werden die Produkte regelmäßigen Prüfungen durch verschiedene Institutionen – beispielsweise dem VdS oder dem MPA in Dortmund – unterzogen und sind entsprechend der EN 179/1125 für Panikverriegelungen sowie der EN 12209 für mechanisch betätigte Schlösser zertifiziert. Speziell für die Niederlande und Belgien ist die Serie 7000 nach SKG geprüft und zertifiziert. Das SKG gilt dort seit über 30 Jahren als das maßgebliche Prüfinstitut für den Bausektor.

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