Zulieferer & Corona

Siegfried Weber von Assa Abloy

„Der Auftragseingang ist weiter gut“

Assa Abloy lässt im Werk Albstadt die Mitarbeiter soweit möglich im Home-Office arbeiten. Technisch ist der Konzern gut für Video- und Telefonkonferenzen gerüstet und wickelt so interne Besprechungen, aber auch Kundenberatungen ab. Werksleiter Siegfried Weber trägt Verantwortung für ca. 400 Mitarbeiter, wir haben ihn nach den Auswirkungen von Covid-19 fragen können.

metallbau: Welche hygienetechnischen Maßnahmen haben Sie für die Fertigung getroffen?

Siegfried Weber: In der Fertigung wurden die Arbeitsplätze, aber auch z.B. die Schichtübergaben entzerrt, um räumliche Distanz zwischen den Mitarbeitern zu schaffen. Wo dies nicht möglich war, haben wir mit Plexiglas/Folien/usw. physische Barrieren erstellt. Zudem wurden Materialübergabestellen zwischen den Gebäudeteilen eingerichtet. Im Werk wurde eine Selbst-Test-Station aufgebaut, in der eine Wärmebildkamera sowie ein berührungsloses Thermometer der Belegschaft zur Eigenkontrolle zur Verfügung steht. Wir sind gut mit Hand- und Flächendesinfektionsmittel ausgerüstet. Es wurden über das ganze Unternehmen hinweg Desinfektionsstationen zum individuellen Gebrauch aufgebaut. Auch sind zusätzliche Reinigungsintervalle mit entsprechenden Desinfektionsmitteln eingeführt worden und jedem Mitarbeiter wurden wiederverwendbare Mundschutzmasken sowie persönliche Desinfektionssprays zur Verfügung gestellt.

metallbau: Gab es bislang Probleme mit den Lieferketten?

Weber: Die Lieferketten aus Asien sind größtenteils wiederaufgebaut. Lieferanten, insbesondere aus Südeuropa, beobachten wir sehr genau und haben bereits vor geraumer Zeit geeignete Maßnahmen ergriffen um eine Lieferfähigkeit abzusichern. Wenn nötig und möglich, behelfen wir uns temporär mit der Eigenfertigung von nichtgelieferten Fremdbezugsteilen. Um den zu erwartenden Schwierigkeiten in der flächendeckenden Materialversorgung entgegen zu steuern, bereiten wir uns seit geraumer Zeit mit Zusatzbestellungen und Bestandserhöhungen vor.

metallbau: Stellen Sie Änderungen bei der Auftragslage fest?

Weber: Wir verzeichnen einen weiterhin guten Auftragseingang, auch wenn sich das Arbeitsaufkommen in manchen Bereichen und Abteilungen verringert hat.

metallbau: Wie ist das Vorgehen bei einer Mitarbeiter-Infektion?

Weber: Es wurde eine umfangreiche Anweisung und Verhaltensregeln für den allgemeinen Umgang mit der Corona-Situation insgesamt ausgearbeitet. Dies beinhaltet auch das Vorgehen in einem positiven Infektionsfall: Es wird u.a. eine Kontaktliste des betroffenen Mitarbeiters erstellt und nach den Empfehlungen des RKI bewertet. Entsprechende Erst-Kontakte werden vorsorglich in häusliche Quarantäne geschickt. Ziel ist es, mögliche Infektionsketten sofort zu unterbrechen. Wir informieren regelmäßig unsere Belegschaft in einem „Corona-Ticker“ über aktuelle Geschehnisse sowie über unsere Schutzmaßnahmen.

metallbau: Haben Sie bereits staatliche Unterstützung beantragt?

Weber: Vorerst haben wir die notwendige Anpassung der Personalkapazitäten durch flexible Arbeitszeiten gewährleistet. Um für die sinkende Nachfrage aus den Export-Märkten und die daraus resultierende geringere Beschäftigung gerüstet zu sein, laufen Vorbereitungen für die Einführung von Kurzarbeit.

metallbau: Haben Sie verstärkt Webbinare in Ihr Schulungsangebot aufgenommen?

Weber: Für Unternehmen, deren Sachkunde erneuert werden muss, bieten wir Ende April die Sachkunde-Seminare für Rettungswegtechnik und Türschließer- und Feststellanlagen inkl. Prüfung als Auffrischungs-Webinare an: www.assaabloy.de/seminare - weitere Webinare sind in Vorbereitung

www.assaabloy.de

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