Verbände im Metallbau − Teil 2

BVTG, IFGS & bauforumstahl

Wie richten sie sich in diesem Jahr thematisch aus? Welche Leistungen erbringen sie? Was ist neu und speziell auf die Situation unter Corona ausgerichtet? Diese und andere Fragen stellten wir den relevanten Branchenverbänden. Für den zweiten Teil der Serie sprachen wir mit dem Bundesverband Treppen- und Geländerbau (BVTG), dem Internationalen Fachverband Gestaltender Schmiede (IFGS) und mit Vertretern von bauforumstahl.

Auf die Fragen der Redaktion an den BVTG hat Lars Oemmelen von der Geschäftsstelle des Bundesverbandes Treppen- und Geländerbau (BVTG) geantwortet: „Ursprünglich waren für Anfang März dieses Jahres die Deutschen Treppenbautage (DTT) bei der Firma MicroStep in Bad Wörishofen geplant. Der Verbandsvorstand entschied jedoch im November, diesen Termin aufgrund der instabilen Infektionslage abzusagen bzw. zu verschieben. Die Veranstaltung wird nun voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober stattfinden. Des Weiteren ist geplant, die DTT mit einem Jubiläumsfest zu verbinden. Denn der BVTG e.V. wird in diesem Jahr 40 Jahre alt. Zudem bereitet der Verband momentan einen regelmäßigen Newsletter-Versand für Mitglieder und Interessierte des BVTG vor. Darin werden Projekte von Mitgliedern vorgestellt oder interessante Themen behandelt. Im Dezember haben wir z.B. über ein prämiertes Projekt der Firma Hammer (Mitglied des BVTG) berichtet.

Bei der Vorstandssitzung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, die DTT und Jubiläumsveranstaltung nicht 2021 durchzuführen. Geplant in diesem Jahr ist eine Herbstveranstaltung mit voraussichtlich vier Referenten im Raum Frankfurt. 2022 soll es dann eine kleinere Frühjahrsveranstaltung geben, das Jubiläumsfest im Mai/Juni. Hierfür befinden wir uns derzeit in der Planungsphase.

Das Angebot, treppenspezifische Fragen und Probleme an den Vorstand zu richten, wird auch in Coronazeiten gut angenommen. Die Fragen haben sich pandemiebedingt aber nicht geändert und werden meistens per E-Mail übermittelt. Die Mitgliedsbeiträge im Bundesverband richten sich nach dem Umsatz der Firmen.

Der Vorstand besteht zurzeit aus fünf Mitgliedern. Zusätzlich haben wir drei Beisitzer, die im nächsten Jahr bei der Mitgliederversammlung zur Wahl stehen. Ziel ist es, die Beisitzer an die Vorstandsarbeit heranzuführen. Unterstützt wird der Vorstand von einer weiteren Person in der Geschäftsstelle. Die Anzahl der Mitglieder ist in den vergangenen Jahren stetig steigend. Zurzeit hat der Bundesverband knapp über 90 Mitglieder, als Nächstes streben wir die 100 an.“

www.bvtg.de

IFGS

Die Tradition des Konstruktiven Metallbaus liegt im Schmiedehandwerk. Viele Metallbaubetriebe bieten daher heute immer noch Leistungen aus dem Arbeitsfeld Metallgestaltung an. Deshalb hat die Redaktion auch den IFGS für diese Serie berücksichtigt. Die Antworten vom Internationalen Fachverband Gestaltender Schmiede (IFGS) gab Präsident Thomas Maria Schmidt: „Die Planungen für 2021/2022 gehen trotz der aktuellen Einschränkungen durch Corona intensiv weiter. In diesem Jahr stehen folgende Termine an: So sind einige Mitgliedsbetriebe für die Internationale Ausstellung „Sagen & Mythen“ von April bis Oktober im Kurpark des oberösterreichischen Bad Hall gemeldet. Diese Ausstellung soll auf jeden Fall stattfinden. Mitglieder des IFGS werden auch an der Internationalen Biennale der Schmiede vom 5. bis 8. August in Kolbermoor/Bayern teilnehmen. Der IFGS ist dort Partner eines Internationalen Jungschmiede-Workshops zur Gestaltung von praktischen Arbeiten am Bau. Dazu sind bekannte Referenten aus mehreren Ländern vorgesehen. Und vom 12. bis 15. August veranstaltet der Ring der Europäischen Schmiedestädte in Oude-IJsselstreek (NL) ein Rennfeuer-Symposium. Auch vom IFGS sind Teilnehmer gemeldet. Zudem wird unser Verband auch beim größten Europäischen Schmiedetreffen auf Burg Helfstyn in Tschechien sein. Es finden Gespräche statt, mit einer Mannschaft bei der vorausgehenden Projektwoche im kommenden Jahr teilzunehmen. Darüber hinaus wird es wieder eine Beteiligung von Zweier-Teams und einer IFGS-Mannschaft bei der Schmiedeweltmeisterschaft vom 2. bis 5. September in Stia/Toskana geben. Wir treffen derzeit Vorbereitungen, erneut bei der gleichzeitig stattfindenden Ausstellung mit einem Stand vertreten zu sein. Weiter ist der IFGS Veranstaltungspartner beim internationalen „Creating Iron in Hasloch 2021“. Wir werden dort mit einem Team teilnehmen und dem Veranstalter fachlich unter die Arme greifen. All diese Aktivitäten stehen unter Vorbehalt der Entwicklung der Corona-Pandemie.

Die Jungschmiede im IFGS haben im vergangenen Jahr Workshops und andere Aktivitäten gegründet, um Zeiten der Pandemie zu überbrücken und ein Netzwerk in Form einer Internet-Plattform zu organisieren. Dazu gehört ein Wettbewerb („Werkzeugkiste“) mit internationaler Beteiligung (bis Argentinien), in dem die Teilnehmer die Herstellung von Hilfsmitteln in der Werkstatt entwerfen und dokumentieren. Außerdem gibt es eine monatliche Videozusammenkunft für Schmiede und Metaller mit Vorträgen bekannter Schmiede und Metallgestalter. Diese werden dann im Anschluss diskutiert. Die Präsentation und die Fragerunde werden aufgenommen und nach dem Treff auf dem YouTube-Kanal der Jungschmiede des IFGS veröffentlicht. Nach den Erfahrungen beim letzten Treff haben die Veranstalter in der Zwischenzeit einen Zoom-Account angeschafft. Sie hoffen, dadurch mehr Komfort für die Teilnehmer und einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. (https://jungschmiede-ifgs.de)

Der IFGS hat ein Vorstandsmitglied in den laufenden Antragsprozess zum Erasmus-Projekt „Harmonisierung der Ausbildungsrichtlinien in Europa“ nach EQF-Levels entsandt. Die Fakten für das Erasmus-Projekt werden derzeit erarbeitet und dann eingereicht. Über den Fortgang des Projekts berichten wir auf unserer Homepage und in unseren Newslettern.

Die Mitgliederentwicklung ist sehr positiv, da es in Deutschland keinen weiteren Verband gibt, der Schmiede an der Basis fachlich ausbildet und fördert. Momentan haben wir über 100 Mitglieder. Selbst der Bundesfachverband hat sich auf dieser Ebene verabschiedet, und so laufen uns die Jungschmiede regelrecht die Tür ein. Auch indem wir Perspektiven vermitteln (z.B. Restaurator im Handwerk der Handwerkskammer Münster oder Designmeister der Hwk Aachen), ermutigen wir junge Menschen, den Beruf des Schmieds zu lernen und Mitglied zu werden. Die Mitgliedskosten halten sich momentan im Rahmen des Möglichen, da wir ehrenamtlich arbeiten. Wir können sogar ein Polster für die Zeit nach der Pandemie schaffen, um die Ausbildung von Jungschmieden und deren Weiterbildungen zu fördern.“

www.ifgs.de

bauforumstahl

Auf die Fragen der Redaktion antwortete Dr. Rolf Heddrich, Geschäftsführer und Sprecher bauforumstahl e.V.: „In diesem Jahr stehen die Themen Brandschutz, Nachhaltigkeit und Verbundbau im Mittelpunkt unserer Aktivitäten. Wenn es um den baulichen Brandschutz geht, kämpft Stahl mit Vorurteilen. Und das, obwohl Stahl für jede Gebäudeklasse ganzheitliche Brandschutzkonzepte bietet. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Stahl brennt. Tatsächlich ist Stahl im Gegensatz zum Baustoff Holz als nicht brennbarer Baustoff mit dem Kürzel nb (nicht brennbar) in der Europäischen Normung klassifiziert. Auch die Annahme, dass eine feuerbeständige Tragkonstruktion (R90) nicht oder nur mit großem Aufwand in Stahl realisierbar ist, ist falsch. Für jedes Tragwerk in Stahl gibt es das passende Brandschutzkonzept. Und das muss ohnehin für jedes Gebäude unabhängig vom Baustoff erstellt werden. Die Entwicklung in diesem Bereich geht immer weiter. Gerade im Geschossbau begleitet der Deutsche Ausschuss für Stahlbau viele Forschungsvorhaben. Eines davon befasst sich mit der Ausnutzung der Membranwirkung von Deckentragwerken in Verbundbauweise. Auch hier zeigt sich, dass der passive Brandschutzaufwand weiter reduziert werden kann. Bis hin zur Ausführung von ungeschützten Stahldeckenträgern trotz R90-Anforderung.

Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt in der öffentlichen Wahrnehmung eine große Rolle. Leider wird oft übersehen, dass unsere Recyclingquote bereits heute bei 88 Prozent zuzüglich 11 Prozent Wiederverwertung liegt. Dazu kommt, dass sich die Stahlhersteller aktuell der Herausforderung stellen, weg von der klassischen Hochofenroute hin zu grünem Stahl auf Basis von Wasserstoff zu gelangen. Ziel der Stahlindustrie ist, bis 2050 in allen Stahlerzeugungsverfahren CO2-neutral zu produzieren. Und schon jetzt können wir sagen: Heute eingebauter Stahl wird in wenigen Jahrzehnten mit Sicherheit umweltfreundlich und ohne CO2-Emissionen recycelt. Das Thema Materialeffizienz spielt auch im Bereich des Verbundbaus eine entscheidende Rolle: Mit 302 Kilogramm pro Quadratmeter Geschossfläche wird für die Stahlverbund-Konstruktion bei einem dreigeschossigen Bürogebäude nur halb so viel Material benötigt wie für das Tragwerk aus Stahlbeton. Diese Themen so zu kommunizieren, dass sie bei Planern, Architekten und Bauherren ankommen, ist Aufgabe unseres Verbandes, der 15 Mitarbeiter beschäftigt. Dem gestiegenen Bedürfnis unserer Mitglieder nach mehr Information haben wir Rechnung getragen – mit der neuen Mitgliederzeitschrift „Stahlbau verbindet“, mit unserer Wirtschaftsdatenbank BfsDATA, dem Statistischen Jahrbuch, unseren Digitalen Stahlbautabellen und mit vielen Arbeitshilfen für die tägliche Praxis. Einen Großteil unserer Veranstaltungen bieten wir seit der Corona-Pandemie als Web-Seminare an. Informationen über das aktuelle Angebot gibt es auf der Veranstaltungsseite der Homepage.

Durch die Pandemie bedingte Einbrüche in der Mitgliederentwicklung gab es nicht. Die Mitgliederzahlen sind stabil. Unsere Mitgliedsbeiträge richten sich nach dem Unternehmenserfolg und werden individuell berechnet. Wer sich für eine Mitgliedschaft interessiert, der findet unter www.bauforumstahl.de/mitgliedschaft wichtige Informationen.“

//bauforumstahl.de:https://bauforumstahl.de

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