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Die Branche im Norden

In den nördlichen Gefilden Deutschlands sind Metallbauunternehmen etwas weitläufiger gestreut als im Süden. Diese Situation haben wir zum Anlass genommen, die Freien Hansestädte Bremen und Hamburg sowie die Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein als eine Region in den Blick zu nehmen.

Für die Tradition des Metallhandwerks im Norden Deutschlands waren die Seefahrt und die Pferdewirtschaft wichtig. Die Werften ließen den Stahlbau florieren, die Pferdewirtschaft sorgte bei den Schmieden für eine gute Auftragslage. Für den konstruktiven Metallbau heute sind diese Anfänge Geschichte.

Die 17 Innungen der Freien Hansestadt Hamburg und des Bundeslandes Schleswig-Holstein sind im Metallgewerbeverband Nord zusammengeschlossen. 70 % der Mitglieder zählen zur Branche des konstruktiven Metallbaues, das sind rund 350 Betriebe. Vom Umsatz her betrachtet, führen die Marktsegmente Fenster, Türen und Fassaden das Ranking an. Unter dem Gesichtspunkt Personaleinsatz ergibt sich die Reihenfolge Geländer, Stahlbau und Zaunbau. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Enno de Vries, geht davon aus, dass 60 % der relevanten Metallbauunternehmen auch Mitglied im Metallgewerbeverband Nord sind. Ein Interview mit ihm über die Lage der Branche in Hamburg und Schleswig-Holstein sowie die Tätigkeit des Fachverbandes finden Sie ab Seite 42.

Zum Norden gehören auch einige Inseln. Ein   Inselselunternehmen – Grebien auf Fehmarn – stellen wir ab Seite 32 vor. Meist sind Metallbauer auf den Inseln Einzelkämpfer – mehr als ein oder zwei Mitarbeiter beschäftigen sie nicht. Gebhard Grebien ist es gelungen, 45 Mitarbeiter aufzubauen. Fast die Hälfte seiner Aufträge generiert er auf der Ferieninsel.

Die Betriebe aus Hamburg und dem Hamburger Umland konzentrieren sich vor allem auf die Metropolregion Hamburg, Betriebe aus dem übrigen Verbandsgebiet sind grundsätzlich landesweit tätig. Einige dieser Betriebe sind international in Skandinavien oder anderen Ostseeanrainerstaaten tätig.

Niedersachsen/Bremen. Die 51 Innungen des Bundeslandes Niedersachsen und der Freien Hansestadt Bremen sind im Landesverband Metall Niedersachsen/Bremen zusammengeschlossen. Mit der Landesfachschule Metall in Lüneburg und dem überregionalen Bundesfachzentrum Metall und Technik Northeim bildet Niedersachsen eine Hochburg für Berufswege in die Metallbaubranche. Welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt und wie durchlässig das Ausbildungssystem ist, lesen Sie ab Seite 44.

Neben den Fachverbänden bestehen auch andere Netzwerke. Im Emsland beispielsweise organisieren sich Metallbau- und Maschinenbaubetriebe seit 2004 über das MEMA-Netzwerk. Der Zusammenschluss ist über den Landkreis organisiert und zählt inzwischen ca. 950 Partner. Die Betriebe kooperieren auf Zuruf, so werden kurzfristig frei gewordene Kapazitäten intern im Netzwerk angeboten.

Als Objekt im Regionalteil wird die Kirche St. Marien der Gemeinde Wangerland im niedersächsischen Landkreis Friesland vorgestellt. Das Gotteshaus, nur etwa 200 Meter vom Nordseestrand entfernt, wurde im vergangenen Jahr eingeweiht. Der Grundriss der „Kirche am Meer“ ist kreuzförmig, so auch das Glasdach, das zugleich die Form einer Welle hat. Die bläulichen Scheiben spielen im Kirchenraum mit dem einfallenden Licht und geben den Besuchern den Blick gen Himmel frei. Der Kamm der Welle erreicht eine Höhe bis 21 Meter und bildet den Glockenstuhl. Die Glas-Aluminium-Elemente hat Oltmanns Metallbau in Barßel ausgeführt.⇥red ◊


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Regionale Zulieferer & regionale Metallbauunternehmen

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