BVM unterstützt Kampagne

„Handwerk ist Wirtschaftsmacht von nebenan“

Im Januar startete die bundesweite, auf fünf Jahre angelegte Imagekampagne des Handwerks. Der Deutsche Handwerkskammertag (DHKT), Dachverband der 53 Handwerkskammern, hat sie initiiert. Der Bundesverband Metall (BVM) unterstützt die Initiative nach eigenen Angaben kräftig.

Während die Unternehmen und die Arbeitswelt im Handwerk längst im 21. Jahrhundert angekommen sind, ist das Bild vom Handwerk noch viel zu oft aus dem letzten Jahrhundert geprägt. Dies gilt gerade auch für das Metallhandwerk in Deutschland. Ziel der Kommunikationsoffensive ist es, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks zu verdeutlichen und Jugendliche für eine Ausbildung dort zu begeistern. Eine Forsa-Umfrage hatte ergeben, dass die Bedeutung des Handwerks in der Gesellschaft, besonders unter Jugendlichen, unterschätzt wird. Dabei ist das Handwerk mit 4,8 Mio. Beschäftigten und rund 500 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft. Mit der Kampagne soll dem Handwerk zu dem Image verholfen werden, das es angesichts seiner Modernität und Innovationskraft verdient. Sie soll vor allem Jugendliche begeistern, damit sie sich vermehrt für einen der 151 Ausbildungsberufe des Handwerks entscheiden. Bundesweite Plakat- und Anzeigenschaltungen und ein Webauftritt auf www.handwerk.de flankieren die Ausstrahlung von TV-Spots. Alle Handwerksbetriebe Deutschlands sind als Botschafter der Kampagne mit Werbemitteln ausgestattet. Das Budget der Kampagne beläuft sich auf 10 Mio. Euro jährlich.

Peter Mader, Präsident des Bundesverbandes Metall, freut sich vor diesem Hintergrund über die Kampagne: „Wir begrüßen diese Initiative für das Handwerk und unterstützen sie nach Kräften über die gesamte Laufzeit. Sie ist nicht nur eine großartige Chance für das Handwerk, sondern auch für die Gesellschaft und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Metallhandwerk ist eine der technologisch und zahlenmäßig wichtigsten Branchen in Deutschland. Gerade für das Metallhandwerk trifft die Kampagnenaussage zu: Handwerk ist die Wirtschaftsmacht von nebenan.“
In nachfolgendem Interview mit metallbau erläutern Peter Mader und Siegfried Huhle, Vorsitzender des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit beim BVM, wie sich der Bundesverband an der Imagekampagne des Handwerks beteiligt, beziehungsweise diese eigenständig begleitet.  
Herr Mader, die Imagekampagne ist eine Initiative des DHKT. Inwieweit war bzw. ist der BVM an der Idee und an der inhaltlichen Entwicklung sowie Gestaltung der Kampagne beteiligt?
Peter Mader: Wir haben die Kampagne von Beginn an aktiv unterstützt und zunächst dafür gesorgt, dass unsere Fachbetriebe durchgängig informiert waren. Dazu haben wir beispielsweise die Macher der Kampagne auf unseren Bundes- und Landesverbandsveranstaltungen seit 2008 regelmäßig zu Gast gehabt und unser Informationswesen mit Details zum Stand der Kampagne aktuell gehalten. In erster Linie über unsere Website metallhandwerk.de, die täglich von mehr als 1000 Gästen besucht wird. Inhaltlich haben wir ebenso unseren Beitrag geleistet, wenn es zum Beispiel darum ging, Motive zur Kampagne zu bewerten oder mit Foto-Shootings die richtige Arbeitssituation eines Metallhandwerkers zu treffen. Beispiel ist das Event "Fußballtor", das in der Münchener Allianz-Arena stattfand und Metallbauer bei der Arbeit an einem Fußballtor zeigt (Zu sehen ab Ende 2010; Anm. d. Red.). Darüber hinaus hat der BVM dafür gesorgt, dass eine Auswahl von Fachbetrieben getroffen wurde, die für repräsentatives Foto- und Filmmaterial den richtigen Einblick in Metallbetriebe gewährleistet. Im Kampagnenforum finden Sie außerdem jede Menge Bilder und Geschichten aus dem  Metallhandwerk, die wir im Laufe des vergangenen Jahres dort eingestellt haben, um auch hier die Leistungsfähigkeit unserer Fachbetriebe herauszustellen. 
 

Herr Huhle, wie sieht die „Unterstützung nach Kräften über die gesamte Laufzeit“ des BVM konkret aus?
Siegfried Huhle: Wir planen, die Kampagne aktiv über die gesamte Laufzeit zu unterstützen, indem wir beispielsweise die Motive, die zu uns passen, aktiv in unsere eigene Nachwuchs- und Imagewerbung integrieren. Die ersten Motive werden ab September 2010 für uns verfügbar sein. Darüber hinaus prüfen wir derzeit die Entwicklung eigener Motive im Kampagnendesign. Verwendung finden die Motive in Plakatwerbung, bei Aufklebern, Flyern etc. Wir werden im Laufe des Jahres unsere gesamten Werbemittel einer Überarbeitung unterziehen, die eine hohe Wiedererkennung und die unmittelbare Nähe zur Gesamtkampagne herstellen. Dazu gehören auch die Artikel aus dem Merchandising, die im Rahmen der Kampagne angeboten werden. Diese werden soweit möglich mit unserem M-Logo versehen und unseren Mitgliedern angeboten, also von der Kaffeetasse bis zum Schlüsselanhänger.  
Wie wird die Öffentlichkeitsarbeit des BVM mit den Zielen der Imagekampagne verbunden? Siegfried Huhle: Wir wissen, dass eine vergleichbare Kampagne in Frankreich messbare Erfolge gebracht hat. Wenn das Gesamthandwerk daher in Deutschland mit einer so intensiven und aufmerksamkeitsstark angelegten Kampagne über fünf Jahre das Image in der Öffentlichkeit verbessert, sollen unsere Betriebe sich da wiederfinden. Wir wollen die Kraft dieser Kampagne gezielt für unsere Betriebe nutzten und zeigen, dass das Metallhandwerk eine zentrale Stellung im Gesamthandwerk einnimmt. Fachlich als echte High-tech-Branche und in seiner gesellschaftlichen Verantwortung als Ausbilder der Nation mit 41.000 Ausbildungsplätzen. Metallhandwerk ist verlässlicher Partner von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft und unter den Handwerken ein Leithandwerk. Das soll herausgestellt werden.
     Herr Mader, welches Budget steht seitens des BVM für die Unterstützung der Imagekampagne zur Verfügung? Und entstehen dadurch den Mitgliedsbetrieben zusätzliche Kosten? Peter Mader: Wir bestreiten zum Start die Entwicklung der genannten Maßnahmen über das vorhandene Jahresbudget für die Öffentlichkeitsarbeit des Bundesverbandes Metall. Sollten darüber hinaus weitere Mittel erforderlich sein, um fachspezifische Anpassungen an den Auftritt der Feinwerkmechanik oder des Metallbaues zielgerichtet umzusetzen, sind wir bereit, dafür in den folgenden Jahren über die Kampagnenlaufzeit weitere Mittel in die Hand zu nehmen. Wir denken außerdem daran, über Elemente wie Sammelbestellaktionen Kostenvorteile in der Produktion an die Landesverbände weiterzugeben, um so die Umsetzung in der Fläche attraktiv zu gestalten.
 
Herr Mader, Herr Huhle, wir danken für das Gespräch. 
 
 
 
Info + Kontakte:
 
Kampagnenbüro Handwerk
Kerstin Seehawer
Tel. +49 (0)30/20619-381
Fax +49 (0)30/20619-59381
kampagnenbuero@zdh.de www.handwerk.de


BVM
Ruhrallee 12
45138 Essen
Tel. +49 (0)201/89619-0
Fax +49 (0)201/89619-20
info@metallhandwerk.de
www.metallhandwerk.de 
 

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