Lesertest

3D-Laserscanner BLK360

Gesamtnote „gut“ (1,6) für das Gerät von Leica

Drei Metallbauer haben den 3D-Laserscanner getestet, den Leica zum Preis von ca. 16.000 Euro anbietet. Anwendungsbereiche waren Balkone, Geländer, Zäune und Treppen. SMB Stahl- und Metallbau hat den Test nach dem Aufmaß beendet, dem Betrieb fehlte das Converterprogramm Scalypso für das Konstruktionsprogramm HiCAD. Bei Verwendung von z.B. Revit, ArchiCAD, Sema, Vectorworks, u.a. ist nach Info von Leica keine zusätzliche Software nötig. Beratung tut not.

Das Messgerät BLK360 fertigt auf Knopfdruck 360-Grad-HDR-Bilder an, der Laserscan erfasst 360.000 Punkte pro Sekunde. 40 Millionen Messpunkte nimmt das Gerät in 2 Minuten auf. Die 3D-Punktgenauigkeit beträgt plus/minus 6 Millimeter auf 10 Meter. Die Ergebnisse stehen in drei Minuten für die Weiterverarbeitung zur Verfügung.

Unisono geben die drei Testbetriebe an, dass sich das Messgerät intuitiv und bei normalen Baustellenverhältnissen einfach bedienen lässt. „Wird der BLK einmal erklärt, ist das Gerät bedingungslos bedienbar“, stellt Martin Baumann fest. Das kommt dem Geschäftsführer von SMB Stahl- und Metallbau in Arnstein entgegen. Sein Ziel ist, dass jeder seiner 21 Mitarbeiter „ohne Hintergrundwissen zur Baustelle fahren kann und ein fehlerfreies und eindeutiges Aufmaß nehmen kann“.

An den Testobjekten der Betriebe lässt sich gut ablesen, dass der Zeitgewinn mit dem BLK umso größer ist, je komplexer die bauliche Situation des Objekts ist. Beim Aufmaß der Einhausung einer Müllpresse gewinnt der Metallbauer mit dem BLK im Vergleich zum 3D-Disto nicht mal eine halbe Stunde Zeit. Beim Aufmaß der runden Betontreppe, die sich der Betrieb MetallArt als Testobjekt gewählt hat, war der Konstrukteur mit dem BLK dreimal schneller als mit dem Disto. Ob eine Treppe in einer Stunde oder in drei Stunden vermessen ist, macht einen deutlichen Unterschied. Beim Aufmaß von Felix Huth zeigt sich durchgängig, der Metallbauer ist mit dem BLK doppelt so schnell — unabhängig davon, ob es sich um eine Balkonanlage, ein Geländer oder einen Zierzaun handelt. 

Beim räumlichen Gesamtbild im CAD loben alle drei Tester die genauen und umfassenden Informationen. „Im Vergleich zu den einzelnen Messpunkten, die uns der Leica Disto liefert, erhalten wir via Punktwolken ein genaueres Aufmaß“, sagt Martin Baumann, „so können komplizierte Raumstrukturen auf einfache Weise nachkonstruiert werden.“ Die Auswertung für die Scanergebnisse fällt gut aus, auch die optische Qualität der Daten wird gelobt. Eine virtuelle Baustellenbegehung mit dem Bauherren hat keiner der Tester versucht.

Entscheidend für die Nutzung der Punktwolke ist, dass der Konstrukteur nicht nur über ca. 200 Messpunkte wie beim 3D-Disto verfügt, sondern über 40 Mio.. Damit sich der Workflow mit dem BLK360 über das Aufmaß hinaus vereinfacht, brauchen z.B. die Programme Tenado oder HiCAD mit AutoCAD als Convertersoftware Scalypso (ca. 4.000 Euro). In Echtzeit überträgt das Programm die Punktwolke in HiCAD — entweder als 3D-Volumenkörper oder als intelligentes Bauteil. Zwei Betriebe konnten den Test nicht regulär zu Ende führen, weil sie nicht über Scalypso verfügen. MetallArt — mit Scalypso ausgestattet — entschied sich nach dem vollständigen Testlauf gegen den Kauf, weil dem BLK 360 die automatische Horizontrierung fehlt.                                     sm ◊

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