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Ist die DIN EN 1090 für Wintergartenbauer ein Schreckgespenst oder eine Chance? Wer sich in den letzten Jahren nicht den Entwicklungen verschlossen und seinen Betrieb qualifiziert hat, wird nun die Ernte einfahren können. Die Verbreitung dieses Themas und die Information der Betriebe erfolgte seitens der Verbände und Fachmedien frühzeitig.

Zudem war die Koexistenzphase ausreichend, sich mit dem Thema zu beschäftigen und seinen Betrieb für die Zukunft fit zu machen. Die bisherigen Normen DIN 18800-7 für den Stahlbau und DIN V 4113-3 für Aluminiumkonstruktionen wurden durch die DIN EN 1090-1-3 ersetzt. Wer sich als Wintergartenbauer mit diesen neuen Vorgaben rechtzeitig auseinandergesetzt hat, hebt sich heute vom Metallbauer ab, der das Abfahrtsignal des Schaffners verpasst hat und den nächsten Zug nehmen muss.

Im Wintergartenbau ist Aluminium als Material vorherrschend. Diese Konstruktionen werden im Allgemeinen durch den Systemgeber statisch vorbemessen, und es werden vorgefertigte Verbindungen hergestellt. Schweißarbeiten werden normalerweise im Rinnenbereich oder nichttragenden Bereich ausgeführt. Werden seitens der Kunden oder Gegebenheiten spezielle Anforderungen wie übergroße Spannweiten oder spezielle Formen an den Wintergarten gestellt, die mit vorgefertigten Teilen nicht herstellbar sind, hat der qualifizierte Betrieb die Chance, diesen Auftrag abzuwickeln. Zudem kann dann auch der Einsatz von Stahl notwendig werden.

Betriebe, die ihre Qualifikation spätestens zum Stichtag vorliegen hatten, sind im Vorteil, heben sich vom Durchschnittsbetrieb ab und können nun neue Märkte erschließen. Den qualifizierten Betrieben im Wintergartenbau muss man Respekt zollen und kann ihnen nur wünschen, dass die Auftraggeber ebenso aufgeklärt sind und diese Qualifikation auch abfordern. Unternehmen, die diese Entwicklung nicht mitgehen, bleibt nur die Montage von Fertigelementen.

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