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Coatinc treibt nachhaltige Forschung

„Qualität ist nicht verhandelbar!“

Hat die Corona-Pandemie das Thema Nachhaltigkeit ein wenig auf das Abstellgleis verschoben? Ja, sagt zumindest Coatinc-Geschäftsführer Tobias Wesselow. „Wir hoffen aber, dass nach der Pandemie Themen wie Klimaschutz wieder die Oberhand bekommen werden, und dann gehen wir gerade in diesen Bereichen von steigender Nachfrage aus.“

Coatinc ist in Würzburg zu Hause, hat aber Standorte in fünf weiteren europäischen Ländern sowie in Mexiko und den USA. Mit seinen 2.200 Mitarbeitern erlöst der Konzern einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro. Vor der Pandemie hatte man die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz noch als Wachstumstreiber ausgemacht. „Corona und seine Auswirkungen haben bei vielen Kunden die Prioritäten verschoben“, so Wesselow.

Nachhaltigkeit habe man „in den Genen“ und wende dies auch bei der Technologie und im Prozess an. Als Beispiel nennt Wesselow das Hochtemperatur-Feuerverzinken (HTV). Damit könne man präzisere Schichten auftragen und somit Ressourcen sparen. Die Anlage wird mit Ökostrom betrieben und ist somit CO2-frei. „Wenn man so will, ist sie das Elektroauto der Branche“, so Wesselow. Die Oberfläche der HTV sei in vielen Bereichen besser als die von konventionellen Schichten. „Sie hat eine höhere Oberflächenhärte und durch die geringere Nacharbeit ist auch die Gefahr von Beschädigungen geringer.“ Aus Sicht des Korrosionsschutzes sei dies ein klarer Vorteil. Doch der Markt tut sich noch mit der Optik schwer: Das etwas andere Erscheinungsbild der HTV wird noch häufig als störend empfunden. Allmählich deute sich hier aber ein Gesinnungswandel an: Immer öfter würden Architekten und Metallbauer es bewusst als gestalterisches, weil veränderndes Element einsetzen.

Auf der anderen Seite wurde aber auch in der Vergangenheit viel in den konventionellen Werken getan. „Wir haben begonnen, die Zinkschmelzen bleifrei zu fahren. Vorbehandlungen wurden eingehaust. Das bedeutet, dass wir die entstehenden Emissionen der Vorbehandlungslinie durch einen Nasswäscher blasen und so die Chloride auswaschen.“ Anschließend können diese den Vorbehandlungsbädern zugeführt werden. Das ist ein konkretes Beispiel für In-Process-Recycling. Coatinc sei kurz davor, die Feuerverzinkereien abfallfrei zu fahren. „Mehr als 95 Prozent aller Prozessstoffe gehen in die Wiederverwertung“, sagt Wesselow.

Nachhaltige Prozesse sind bei Coatinc sogar Kernaufgabe einer konzerneigenen Forschungseinheit. Von deren Ergebnissen sollen auch die Kunden profitieren, wie Wesselow erklärt: „Neben den eigenen Prozessen sehen wir uns in erster Linie als Teilprozess im Gesamtprozess unserer Kunden und da gilt es, gemeinsam die Fertigungsprozesse abzustimmen.“

Bei Nachhaltigkeit werde man nicht an der Qualität sparen. „Wenn es eine nachhaltige Alternative mit einer schlechteren Qualität gäbe, dann wäre es nicht wirklich eine Alternative“, so Wesselow. „Die Qualität ist nicht verhandelbar. Über sie definiert sich am Ende des Tages auch die Nachhaltigkeit des Gesamtprozesses.“

www.coatinc.com

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