Die Branchenkonjunktur

2015 ist besser ausgefallen als erwartet

Die Auswertung der Umfrage basiert auf 124 ausgefüllten Fragebögen aus dem Bundesgebiet. Die Haupttätigkeitsfelder dieser Unternehmen sind Bauschlosserei (71 %), Stahlbau (44 %), Türen (38 %), Tore (38 %), Balkone (35 %), Hoftore und Zäune (34 %) Metallgestaltung (31 %), Brandschutz (24 %), Aluminiumbau (23 %), Fenster (23 %), Sicherungstechnik (23 %), Fassadentechnik (22 %), Sonnenschutz (16 %), Wintergartenbau (15 %) und Hallenbau (10 %).

Die Metallbauunternehmen, die ihre Betriebszahlen zur Verfügung gestellt haben, beschäftigen im Schnitt 23,5 Mitarbeiter. 62 % dieser Unternehmen zählen bis zu 10 Angestellte, 28 % beschäftigen zwischen 11 und 50 Mitarbeiter und nur 10 % haben eine größere Belegschaft als 50 Mitarbeiter. Im Schnitt bilden die Unternehmen 2,2 Azubis aus. Vielleicht ein Ergebnis der zahlreichen Initiativen, die die Betriebe an ihre Verantwortung für künftige Fachkräfte erinnern, und nicht zuletzt der anziehenden Konjunktur des vergangenen Jahres.

Die metallbau Leser sind überwiegend regional ausgerichtet: 76 % sind im Umkreis bis 200 Kilometer tätig, 10 % haben ein erweitertes Tätigkeitsfeld bis zu 600 Kilometer von ihrem Standort entfernt, und 13 % führen Aufträge in einem größeren Radius als 600 Kilometer Entfernung aus.

Umsätze und Aufträge 2015 gestiegen

Eine anziehende Konjunktur im Jahr 2015 signalisieren die Angaben zu den Parametern Umsätze, Auftragseingänge und Betriebslage: 54 % der Betriebe melden Umsatzzuwächse, für 28 % blieb der Umsatz zumindest gleich. Sinkende Umsätze mussten 18 % der Unternehmen hinnehmen — immerhin 2,5% der Betriebe weniger als noch im Jahr 2014.

Trifft die Prognose für 2016 zu, werden die Betriebe mit rückläufigen Umsätzen wieder mehr. Die Erwartungen an das Jahr 2016 sind eingetrübt: Steigende Umsätze prognostizieren 26 %, von einer gleichbleibenden Entwicklung gehen immerhin 48 % aus, rückläufige Umsätze befürchten 26 %.

Bei der Frage nach den Auftragseingängen wird im Überblick der Jahre 2011 bis 2015 deutlich: Das verflossene war ein gutes Jahr. 44 % verzeichneten eine steigende Auftragslage, obwohl ein Zuwachs nur von 26 % erwartet worden war. Eine ähnliche Steigerung wurde zuletzt 2011 erreicht, seinerzeit gaben 61,5 % der Betriebe steigende Auftragszahlen an.

Indes zeigt sich für den Parameter Betriebsauslastung, dass lediglich die Erwartungen erfüllt wurden: Die Unternehmer hatten eine Prognose von 88,5 % gestellt, der Ist-Wert liegt bei 89 %. Für 2016 gehen die Geschäftsführer von verhaltenen 84 % Betriebsauslastung aus. Hinsichtlich der Reichweite des Auftragsbestandes deuten die Prognosen auf keine wesentlichen Änderungen hin. Im Jahr 2014 waren die Auftragsbücher 8,8 Wochen im Voraus gefüllt, ebenso im Jahr 2015. Dass die Prognose für 2016 mit 7,6 Wochen leicht geringer ausfällt, ist vielleicht den vorsichtigen Antworten der Unternehmer geschuldet.

Mehrheit 2015 in guter und sehr guter Lage

Die Angaben zur Betriebslage bestätigen ebenfalls, dass die Unternehmen im vergangenen Jahr eine gute Ernte eingefahren haben. 17 % stuften ihre Betriebslage als sehr gut ein, nur 4 % hatten ein sehr gutes Jahr erwartet. Eine Zahl in dieser Größenordnung gab es zuletzt 2012 (14,5 %) und 2011 (19 %). Die Prognose für 2016 ist verhaltener: Nur noch 8 % erwarten für 2016 ein sehr gutes Jahr; mit 4 % war die Prognose für 2015 allerdings noch etwas pessimistischer ausgefallen.

Mitarbeiter können Stabilität erwarten

Die Informationen zur Belegschaft deuten auf Stabilität hin: In 69 % der Betriebe gab es keine Veränderung in punkto Personal, und in 74 % der Betriebe soll sich auch 2016 nichts am Personalstamm ändern. Dass 18 % der Betriebe im vergangenen Jahr Mitarbeiter aufgestockt haben, die Auftragseingänge aber um 44 % und die Umsätze um 54 % gestiegen sind, zeigt, wie wenig diese beiden Eckdaten miteinander verknüpft sind. Unterstrichen wird dies von den 13 % der Betriebe, die dieses Jahr Personal einstellen wollen, obwohl die Konjunktur für die Metallbaubranche 2015 vergleichsweise floriert hat.

Anders die Investitionen — dieser Bereich profitiert offensichtlich vom guten Jahr 2015: Im Schnitt 62.915 Euro lautete die Prognose für 2015, 85.917 Euro wurden dann tatsächlich investiert. Der angedachte Etat von 80.715 Euro für das laufende Jahr bleibt im Rahmen.

Eine signifikante Änderung ist bei den Erweiterungsinvestitionen auszumachen. Etwa 32 % haben im Jahr 2015 ihren Betrieb ausgebaut, obwohl dies nur 23,5 % vorhatten. Für dieses Jahr haben 34 % Erweiterungen geplant. Die Rationalisierungsinvestitionen stehen nach wie vor im Vordergrund: Im Jahr 2015 investierten 68 % der Betriebe in Effizienz.

Laut metallbau Umfrage soll das Geld dieses Jahr vor allem in Anschaffungen für Büroausstattung (37 %), Computer (37 %) und Software (34 %) fließen. Der Fuhrpark wird wohl kontinuierlich erneuert, die Angaben differieren nicht wesentlich von denen des letzten Jahres:  46 % haben für dieses Jahr die Anschaffung von Transportern auf ihrer Liste, 29 % die Anschaffung von Pkw. In der Fertigung steht wie in den Vorjahren die Werkstatt (61 %) ganz oben auf dem Investitionsplan. Im Vergleich zum Jahr 2015  ist das Kaufinteresse an Maschinen für die Bereiche Biegetechnik, Profilbearbeitung und Blechbearbeitung um ein paar Prozentpunkte gestiegen. In Handwerkzeuge und schweißtechnische Geräte wird fortlaufend investiert. Weitere Bereiche schlüsseln die Diagramme auf.

Fazit

Prinzipiell gilt die Konjunktur als stabil. Vergleicht man die Prognosen von 2015 mit denen von 2016 ist das Ergebnis ambivalent: Hinsichtlich der Betriebslage sollte sich demnach das laufende Jahr besser entwickeln als das vergangene. Für die Umsätze fällt die Prognose jedoch schlechter aus als die für 2015. Auch was die Reichweite des Auftragsbestandes und die Betriebsauslastung betrifft, sind die Unternehmer pessimistischer.

Der Abbau von Arbeitsplätzen, der sich im Jahr 2014 um ca. 5 % verstärkt hatte, hat im Jahr 2015 mit 13% wieder das Niveau von 2013 erreicht. Für die Mitarbeiter der Metallbaubranche zeigt das Barometer eine relativ stabile Wetterlage an: Die Prognose in punkto Personalabbau für das Jahr 2016 entspricht dem Ist-Wert von 2015, der Aufbau von Mitarbeitern soll dieses Jahr um 5% rückläufig sein.

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