Forster Gruppe

Mit Herz, Hand & Sachverstand

Die Forster Unternehmensgruppe hat ihren Hauptsitz im bayerischen Mitterteich. In den drei Geschäftsbereichen Fenster und Fassaden aus Aluminium, Blechbearbeitung und Brandschutzelemente sind 135 Mitarbeiter beschäftigt.

„Was für eine Spinnerei!“ fuhr es Wolfgang Forster durch den Kopf, als er zum ersten Mal vor dem imposanten Bauwerk auf dem ERBA-Gelände stand: Zwei ganz offensichtlich zu unterschiedlichen Zeiten errichtete Baukörper, verbunden durch ein vorgelagertes Treppenhaus. Beide mit meterhohen Industrieverglasungen, wobei die Fensteröffnungen linkerhand merklich größer waren als die rechts. Dass das Gebäude seit geraumer Zeit leerstand, ließ sich nicht leugnen. Etliche Glasscheiben zerbrochen, die Eingangstür verbarrikadiert, auf dem Flachdach wuchsen Birken und anderes Gestrüpp. Der Blick ins Innere reichte bis zur gegenüberliegenden Fassade, auch hier wieder riesige Fensteröffnungen, die den Innenraum erhellten. Neugierig umrundete Forster das Gebäude. „Was könnte man hieraus nicht alles machen …“, dachte er. Kurz: Von den vielen Gebäuden, die die Stadt Wangen auf dem einstigen ERBA-Gelände zum Kauf anbot, hatte es ihm die Neue Spinnerei ganz besonders angetan.

Forster kauft die Spinnerei

„Was für eine Spinnerei!“ wehrte Wilhelm Forster ab, als sein Sohn ihm begeistert von seiner Entdeckung berichtete. Sicher, als Metallbauer und Seniorchef der Forster Fassadentechnik hatte er im Laufe seines Berufslebens viel Erfahrung gesammelt. Zuletzt bei der Sanierung der Porzellanfabrik Mitterteich, die inzwischen der Hauptsitz der Forster Unternehmensgruppe ist. Aber er hatte sich erst kürzlich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, ja sogar die Firma seinem Sohn Christian übergeben, um mehr Zeit zu haben für Familie und Enkelkinder! Trotzdem ließ er sich zu einem Spaziergang über das ERBA-Gelände überreden.

Ein „Fehler“, wie sich zeigte, denn beim Anblick der Neuen Spinnerei war sein Herz verloren: „Für einen Senior bin ich doch noch viel zu jung und das Arbeiten macht mir immer noch Spaß“, so das Fazit nach der Besichtigung mit Sohn Wolfgang. Inzwischen hatte man recherchiert; der Erweiterungsbau der Neuen Spinnerei wurde seinerzeit von H. J. Manz erbaut. Manz galt als Pionier unter den Industriebauarchitekten, hatte er doch den Stahlbetonskelettbau aus den USA nach Deutschland gebracht und derart perfektioniert, dass die nach seinem Entwurf gebaute Textilfabrik Augsburg gar als „Glaspalast“ in die Architekturgeschichte einging. Das war ein Jahr später, und vieles von dem, was Manz in Augsburg aufs Äußerste ausreizte, war hier, an der Neuen Spinnerei in Wangen, bereits deutlich zu sehen.

Der Entschluss war gefasst: Vater und Sohn bewarben sich bei der Stadt Wangen um den Kauf des sanierungsbedürftigen Baudenkmals. Ihr Konzept für die Umnutzung zu einem Wohn- und Geschäftshaus, vor allem aber ihre Kompetenz im Metallbau, überzeugten die Gemeindeväter. Überzeugend dann auch das Musterfenster, das man Denkmalpflegern präsentierte: Eine filigrane Sprossenkonstruktion aus dem Stahlprofilsystem Janisol Arte 2.0; gefertigt in der Werkstatt von Sohn Christian, dem geschäftsführenden Gesellschafter der Unternehmensgruppe Forster. „Fenster- und Fassadenbau hat mich schon immer fasziniert und so habe ich bereits im Betrieb meines Vaters diese Sparte etabliert“, so der Metallbaumeister und Betriebswirt.

Die Unternehmensgruppe

Heute besteht die Forster Unternehmensgruppe aus den drei Geschäftsbereichen Fenster und Fassaden aus Aluminium, Blechbearbeitung und Brandschutzelemente. Die beiden ersten Bereiche sind am Stammsitz im bayerischen Mitterteich angesiedelt; die Brandschutzelemente und alles, was aus Stahlprofilen gefertigt wird, in Reichenbach im Vogtland; so auch die 100 neuen Fenster und Festverglasungen für die Neue Spinnerei. Hatte man das Musterfenster noch aus Janisol Arte 2.0 gefertigt, wurden alle übrigen Fenster und Festverglasungen  aus dem Fenstersystem Janisol Arte 66 hergestellt. Forster hatte die Systemerweiterung der äußerst schmalen Stahlprofilserie am Messestand der Jansen AG zur BAU in München entdeckt. Dass mit Janisol Arte 66 nun auch die Öffnungsart „Drehkipp“ möglich war, gab den entscheidenden Impuls. „Mit Janisol Arte 66 ließen sich alle Anforderungen an ein modernes und zugleich historisch anmutendes Fenster, das auch den Vorgaben des Denkmalschutzes entspricht, erfüllen“, so der geschäftsführende Gesellschafter Christian Forster. „Die Bautiefe von 66 mm erlaubte es zudem, stärkere Gläser einzusetzen, und das bis zu einer Flügelhöhe von 2.300 mm. Damit ließ sich die Öffnungsart „Drehkipp“ trotz der besonderen Anforderungen der Denkmalpflege an schmale Rahmen realisieren.“

Sanierung in Eigenleistung

Die Metallbauarbeiten für die Neue Spinnerei Wangen waren der größte Posten in der Gesamtkalkulation von Wolfgang Forster; für Bruder Christian handelte es sich volumenmäßig um einen „eher kleineren“ Auftrag. „Die Herausforderung lag vielmehr darin, ein modernes Fenster zu bauen, das den heutigen Erwartungen entspricht und zugleich ‚alt’ bzw. historisch einzigartig aussieht,“ so Christian Forster. Mit 135 Mitarbeitern an den beiden Standorten Mitterteich und Reichenbach setzt er alles daran, alle nur irgendwie machbaren Wünsche der Auftraggeber umzusetzen, ganz gleich wie anspruchsvoll diese auch sein mögen. Viele der Mitarbeiter sind seit Jahren und Jahrzehnten bei der Forster Unternehmensgruppe beschäftigt und entsprechend erfahren. Von dieser Kompetenz im Metallhandwerk profitieren auch die aktuell vier Auszubildenden. Nun steht eine erneute Vergrößerung an: Seit November 2021wird das Unternehmen um ein Projektbüro in Hamburg erweitert. „Von hier aus wollen wir die Baustellen im norddeutschen Raum koordinieren“, so Christian Forster, „um unsere Auftraggeber noch besser und vor allem schneller beraten zu können.“

www.fassadentechnik-forster.com

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