Marktübersicht

Terrassendachsysteme aus Alu und Stahl

Hochwertige Terrassendachsysteme, die optisch überzeugen, bieten trotz eines rasant wachsenden Billigmarktes für den Metallbauer ein lukratives Geschäft. Die Übersicht stellt elf Hersteller mit 38 Systemen vor. Die Übersicht finden Sie nur in der Printausgabe oder im digitalen Aboarchiv.

Terrassenüberdachungen laufen seit einigen Jahren dem klassischen Wintergarten den Rang ab. Zwei wesentliche Gründe sind festzumachen: Erstens der Trend zum Outdoor Living, der nichts anderes bedeutet, als unabhängig vom Wetter viel Zeit im Freien zu verbringen. Und zweitens die kostengünstigere Kalt-Konstruktion gegenüber teureren und aufwändiger zu bauenden Warm-Wintergärten.

Baumärkte, Gartendiscounter und diverse Online-Händler umwerben den Heimwerker daher vor allem mit Angeboten für den schmalen Geldbeutel und bieten die Überdachung vielfach nur mit einem einfachen Dach und zwei Stützen an.

Trotz Billiganbieter: Ein Markt mit Zukunft

Ist das ein Grund zur Sorge für den Fachhandwerker? „Nein“, sagt Rainer Trauernicht, Geschäftsführer des Systemherstellers TS Aluminium, „zwar bedienen auch die Billiganbieter den Klassiker ‚Dach mit einer Seitenwand‘. Aber der Unterschied liegt einerseits in der Ausführungsqualität und den verwendeten Materialien, andererseits in den Herausforderungen, wenn die Wände oder das Dach öffenbar sind.“ Denn der Trend beim Terrassendach heißt, dass es möglichst ringsum geschlossen sowie allseits lichtdurchflutet sein soll und bei Bedarf vollständig zu öffnen ist. Und hier trennt sich laut Trauernicht die Spreu vom Weizen. „Die Ausbildung der Ecken, die Wandanschlüsse, eine leichtgängige Mechanik für öffenbare Elemente, die Lösung der Bodenschwellen, eine unauffällige Entwässerung und vieles mehr – genau hier können sich Systemhersteller und die ausführenden Firmen profilieren und von der Massenware absetzen“, sagt er.

Eine vollständig geschlossene Terrassenüberdachung bleibt im Vergleich zum Wintergarten trotzdem eine einfachere Konstruktion. Sie ist nicht isoliert und Wind sowie gegebenenfalls Regenwasser können durch Spalten in Dach- und Wandsysteme eindringen. Mit der Möglichkeit, die Wände zu schließen, kann man aber auch bei schlechtem Wetter noch einen gemütlichen Abend draußen verbringen. In der Übergangszeit gibt es oft einen Wärmegewinn durch das Glas. Und noch einen Vorteil kann Rainer Trauernicht aufzählen: „Wenn man die Wände abschließbar ausführt, hat man sogar zusätzliche Sicherheit am Gebäude.“

Design, Qualität und Montage

Für den Endkunden sind Systeme aus den gängigen Materialien Aluminium, Stahl und Kombination aus Holz mit Aluvorsatzschale zunehmend erste Wahl. Selbst in Regionen, wo der Werkstoff Holz traditionell eine bedeutende Rolle spielt. Denn die Profile und Konstruktionen bieten eine schier unendliche Vielfalt für jeden Geschmack. Außerdem sind die lackierten bzw. pulverbeschichteten Oberflächen äußerst robust und pflegeleicht. Stefan Brüggemann, Produktmanager bei Weinor, sieht insgesamt „einen klaren Trend hin zum Design. Viele Terrassennutzer wollen eine Lösung, die sich harmonisch in die Gesamtarchitektur von Haus und Garten einfügt. Beliebt ist eine klare und minimalistische Optik.“ Bei Weinor, dem Spezialisten für Markisen, Terrassendächer und Glasoasen, spielt das Thema Design eine wichtige Rolle. Knapp 30 Designpreise hat das Unternehmen in den letzten Jahren erhalten.

Für den Metallbauer sind außerdem die Montagefreundlichkeit, Erweiterungsmöglichkeiten und das Zubehör wichtig. Immer mehr Metallbauer schätzen die Vorteile von kompletten Terrassendachsystemen und hoher Qualität. Dazu gehört auch der einwandfrei funktionierende Sonnenschutz. „Niemand hat Zeit und Kapazitäten, um im Nachhinein Probleme zu lösen“, sagt Stefan Brüggemann. Firmen wie Weinor unterstützen die Fachbetriebe daher bereits bei der Kalkulation und Bestellung durch Software und Tools sowie mit Montagefilmen und speziellen Technikschulungen.

Sonnenschutztechnik

Für die Dacheindeckung haben sich im Fachhandel Sicherheitsglas und Stegplatten durchgesetzt. Andere transparente Werkstoffe wie z.B. Acrylglas oder Polycarbonat sind eher bei Billigprodukten beliebt. Nach der DIN 18008/Teil2 kommt Verbundsicherheitsglas aus teilvorgespanntem Glas (VSG aus TVG) zum Einsatz. Bei der Wahl der Gläser sind prinzipiell keine Grenzen gesetzt. Sofern die Zulassung besteht und die Statik erfüllt ist, können auch Sonnenschutzgläser, selbstreinigende, gefärbte, satinierte oder gelaserte Gläser verwendet werden. Für den Konstrukteur ist daher vor allem die maximale Glasdicke entscheidend, welche die Profile aufnehmen können. Die Dächer sind immer als Sparrenkonstruktion mit oben oder unten liegender Statik ausgebildet. Sehr beliebt sind öffenbare Dächer, um die sich bei großer Hitze bildende Stauwärme gut ableiten zu können. Entsprechend sinnvoll wird eine außen- oder innenliegende Beschattung sein. Stefan Brüggemann berichtet, dass neben Wintergartenmarkisen Vertikalmarkisen mit Zip-Technik immer beliebter werden, weil sie zusätzlichen Sonnen-, Blend- und Sichtschutz bieten. Da die Systemhäuser und Hersteller von Terrassenüberdachungen in der Regel mit bestimmten Beschattungslieferanten zusammenarbeiten und sich auf einige Lösungen spezialisiert haben, werden die Sonnenschutzmaßnahmen in der Marktübersicht explizit aufgeführt.

Befestigungen mit Zulassung

Systemhersteller geben oft die maximal mögliche Tiefe und Durchgangshöhe ihrer Konstruktionen an. In der Breite sind die Überdachungen theoretisch unendlich anreihbar, deshalb bezieht sich in der Marktübersicht die Breite auf den maximalen Abstand zweier Sparren bzw. Stützen. Und noch etwas: „Bei der Montage sollte der Metallbauer ganz besonders auf die Verankerungstechnik beim Wandanschluss achten“, mahnt Rainer Trauernicht. „Als Hersteller sind wir verpflichtet, den Wandanschluss statisch zu berechnen und anzugeben. Nur muss der Monteur auch über die Beschaffenheit des Mauerwerkes genau Bescheid wissen und darf nur zugelassene Befestigungstechnik verwenden. Vor allem bei Altbauten gibt es da manchmal Defizite.“ Hier haben Systemanbieter wie TS Aluminium die Nase vorn, die über einen flächendeckenden Außendienst verfügen. „Viele Metallbauer wünschen sich einen Ansprechpartner vor Ort“, weiß Trauernicht „Auch haben etliche unserer Kunden kleine Betriebe mit begrenztem Maschinenpark. Die nutzen gern unseren technisch versierten Außendienst, der auch mal mit auf die Baustelle kommt und Tipps gibt, wenn Fragen auftauchen.“

Terrassendächer in Eigenregie

Zu allerletzt: Unter dem Punkt Service unterscheidet die Marktübersicht zwischen dem Bezug fertig konfektionierter Überdachungen und dem Bezug von Profilen. Interessant ist das für diejenigen Metallbauer, die nur die Profile kaufen, aber den Zuschnitt und die Konfektionierung selbst erledigen möchten. Hier kann meist auch mit Unterstützung durch den Innendienst und entsprechende Software gerechnet werden. Viele Systeme können auch mit Bauelementen anderer Hersteller kombiniert werden. Bei Weinor können beispielsweise Ganzglas-Unterbauelemente und Sonnenschutzlösungen zugekauft werden. Angeboten werden unter- und aufgesetzte Wintergartenmarkisen sowie Senkrecht-Markisen, die vor allem als Zip-Systeme beliebt sind.

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