Interview

Nachgefragt bei Cloos

Markus Rompf, Anwendungstechniker

Mit dem IRP-System lohnt sich das automatisierte Schweißen für Stahlbauteile in Losgröße 1. Seit Mai 2019 bietet Cloos Roboter mit IRPS-Software an. Wir haben auf der Blechexpo mit dem Anwendungstechniker Markus Rompf über die neue Technologie gesprochen, die den Programmieraufwand minimiert.

metallbau:  Könnten Sie den Ablauf für einen Schweißvorgang beschreiben?

Markus Rompf: Über dem Schweißtisch tastet der an einem Längsfahrwerk montierte Scanner die Arbeitsfläche des Bauteils ab und speichert das Ergebnis. Das IRPS wandelt die gespeicherten Daten des Scanners in ein 3D-Modell auf einem Bildschirm und zeigt die Schweißnähte an, die Übertragung einer Konstruktion aus einem CAD-Programm ist überflüssig. Dann wird das Schweißprogramm auf die gescannten Daten hin abgestimmt und automatisch erstellt. Korrekturen seitens des Bedieners sind möglich, dann überträgt das IRPS das Programm inkl. aller Schweißdaten an die Steuerung des Roboters.

metallbau:  Welche Korrekturen sind  möglich?

Rompf:  Beispielsweise kann die Schweißnahtlänge korrigiert werden oder die Schweißrichtung geändert werden, auch in die definierte Schweißreihenfolge kann eingegriffen werden oder der Schweißbrenneranstellwinkel lässt sich ändern, bevor das IRPS das Schweißprogramm erstellt.

metallbau:  Welche Schweißnähte erkennt das IRP-System?

Rompf: Das System erkennt Schweißnähte wie z. B. Kehl- und Ecknähte, V- und HV-Nähte sowie Stoß- und Lappnähte. Über den Scan werden auch Toleranzen und Verschiebungen erkannt.

Cloos hat einen Schweißparametersatz für vielfältig denkbare Nahtgeometrien eingespeist. Der Schweißprozess – ob WIG oder MIG mit allen Schweißparametern, wie z.B. Geschwindigkeit, Drahtvorschub und Gas ist vorgegeben. Was im System hinterlegt ist, wird zuvor mit dem Kunden nach dessen Bedarf abgestimmt.

metallbau: Lässt sich die Technologie auf Aluminiumschweißen übertragen?

Rompf:  IRPS ist unabhängig vom Prozess und somit übertragbar auf weitere Schweißverfahren. So auch auf das Aluminiumschweißen.

metallbau: In welchem Umfang trifft der Roboter für den Schweißprozess Entscheidungen?

Rompf: Nachdem das System die potenziellen Schweißnähte gefunden hat, werden die Koordinaten erzeugt, der Ablauftext und der komplette Programmablauf. Der Schweißer muss nicht mehr mit dem Programmierhandgerät die Positionen am Bauteil anfahren, die Brennerstellung kontrollieren usw. Die Schweißparameterlisten im System hinterlegt Cloos, das IRPS wählt abhängig von der vorgefundenen Nahtposition eine Schweißliste aus.

metallbau:  Was sollte der Bediener des Roboters können?

Rompf:  Wir haben die Technologie auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel in den Markt eingeführt, im Präsentationsvideo übernimmt nicht umsonst ein fünfjähriges Mädchen die Bedienung, also kinderleicht. Wir wollen ja den Stahlbauer entlasten.⇥ 

                                          

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