Schlosserei Piel

„Wir sind froh um Monique Brock!“

Stefan Piel führt mit seinem Sohn Jakob Schiffl, studierter Wirtschaftsingenieur, in Wehrheim einen Metallbaubetrieb.  Bei seinen Privatkunden handelt es sich meist um Bauherren von Ein- und Zweifamilienhäusern. Im vergangenen Jahr hat der Betrieb mit dem Portfolio Balkone, Geländer, Treppen, Carports, Garagen und Terrassenüberdachungen ca. 600.000 Euro erwirtschaftet.

„Außer in den ersten zwei Monaten des Lockdowns hat uns die Corona-Krise bislang nicht betroffen, unsere Auftragsbücher sind voll; wir sind eher überlastet“, berichtet Senior Piel. Der Geschäftsführer setzt auf Fachkräfte: Von acht Mitarbeitern beschäftigt er vier Metallbauer, einer davon ist als Meister qualifiziert; drei sind Gesellen. Zudem bildet er zwei Metallbauer Fachrichtung Konstruktionstechnik aus.

Wegen der zahlreichen Anfragen hat die Schlosserei Piel im Sommer Personal aufgestockt. Auf der Suche nach einer Fachkraft war ihnen die Metallfachschule Hessen in Oberursel behilflich. Den Kontakt zur Metallfachschule hält Stefan Piel seit vielen Jahren, bei Anfrage empfahl ihm Schulleiter Helge Rühl eine seiner Absolventinnen. Der Metallbaumeister freut sich, dass er trotz Fachkräftemangel fündig wurde: „Die Ausbildung an der Metallfachschule Hessen ist gründlich und genießt einen guten Ruf, Monique Brock soll sich künftig vor allem um die Arbeiten rund um Edelstahl kümmern.“ Glas-Edelstahl-Konstruktionen im Privatsegment sind seit Langem Trend. Ein Mitarbeiter, der darauf spezialisiert ist, passt gut zum Unternehmensprofil. Mit Einstieg der 30-Jährigen sind nun alle Arbeitsplätze in der 400 Quadratmeter großen Werkstatt besetzt.

Betriebsmanagement

Die Piels stellen sich den digitalen Anforderungen. Mithilfe der kaufmännisch ausgerichteten In-Software bearbeiten sie Vor- und Nachkalkulationen, organisieren die Dokumentenablage papierlos und gemäß Datenschutz-Grundverordnung. Das technische Büro nutzt seit dem Eintritt von Jakob Schiffl in den väterlichen Betrieb an zwei Arbeitsplätzen eine 3D-CAD-Software, via Onlineshops werden Laserbauteile von externen Dienstleistern zugekauft. „Eine papierlose Fertigung ist noch Zukunftsmusik“, so Piel. „Dennoch, wir verschlanken fortlaufend unsere Betriebsprozesse; das ändert allerdings nichts daran, dass am Ende alles vom Mitarbeiter abhängt, der die Aufgaben gemäß den zahlreichen Vorgaben umsetzen muss.“

Die Qualität im konstruktiven Metallbau sichert die Zertifizierung nach EN DIN 1090. „Wir folgen hier strikt unserem Handbuch für Qualität, die Dokumentation darüber wird mithilfe der WPK sichergestellt“, erklärt Piel. Die Führungskräfte in seiner Werkstatt begleiten Aufträge von der Akquise bis zur Montage, unter den Gesellen werden Tätigkeiten auch arbeitsteilig verteilt. So wird Monique Brock alle Aufgaben übernehmen, die sich mit dem Edelstahlschweißen beschäftigen, ihre Fertigkeiten in diesem Bereich wird sie bei einer Weiterbildung an der Metallfachschule vertiefen. „Im Prinzip muss aber jeder unserer Gesellen alles können – vom Aufmaß über die Fertigung bis hin zur Montage.“

www.schlosserei-piel.de

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