Schweißnähte bearbeiten

Vor- und Nachbearbeiten mit Schleifprodukten

Für eine gute Qualität der Schweißnähte müssen diese mit geeigneten Werkzeugen und passenden Schleifmitteln vorbereitet, gereinigt, abgetragen und danach oft auch gefinisht werden. Und zwar materialspezifisch.

Die Auswahl der optimalen Methode ist vor allem auch für die Bearbeitung von Edelstahl- und Kehlnähten entscheidend. Nicht nur die Schweißnahtvorbereitung, sondern auch die anschließende Bearbeitung der Schweißnähte erfordert passende Schleifmittel, die sowohl für die gewünschte Oberfläche als auch die Geometrie des Werkstücks und das Material optimal geeignet sind.  Das Multitechnologieunternehmen 3M bietet ein breit gefächertes Produktportfolio für unterschiedlichste Materialien von Aluminium bis Edelstahl.

Thermisch vor mechanisch

Um eine Schweißnaht zu platzieren, muss entweder eine V- oder X- Fuge vorbereitet werden. Gängige Methoden sind das thermische Brennen, Fräsen, das Anfasen mit Hilfe von Schleifbändern, aber auch die Fasenvorbereitung mit einem Winkelschleifer. Ein Grundsatz dabei lautet: „thermisch vor mechanisch“. Das hat sich mit der Entwicklung der 3M Cubitron II Fiberscheiben geändert. Mit einer 3M Cubitron II Fiberscheibe auf einem harten roten Spezialstützteller ist schnelles, sauberes und metallisch blankes Anfasen mit dem Winkelschleifer problemlos möglich. Je nach Anwendervorliebe können hier auch 3M Cubitron II Fächerscheiben oder Schruppscheiben sowie 3M High Performance Scheiben zum Einsatz kommen.

Für das Reinigen bzw. Finishen gibt es spezielle Schleifmittel, die in den unterschiedlichsten Einsatzgebieten und auf den unterschiedlichsten Materialien Verwendung finden. Es spielt hierbei keine Rolle, ob eine Naht optisch der Oberfläche angepasst oder eine Oberfläche generiert werden soll, die direkt weiterbearbeitet werden kann.

Soll eine Naht optisch der Oberfläche angepasst werden, wird sie zunächst bis auf die Höhe der Anschlussfläche abgetragen. Für diese Aufgabe eignen sich beispielsweise die 3M Cubitron II Fiberscheiben 987C durch ihre hohe Abtragsleistung besonders gut. In einem zweiten Arbeitsschritt werden durch das sogenannte Verblenden große Schleifriefen aus dem ersten Arbeitsschritt entfernt. Ziel ist es, die Naht als solche nicht mehr zu erkennen. Scotch-Brite Vliesscheiben stellen dazu eine ideale Lösung zum Angleichen dar, da sie die Geometrie des Werkstücks nicht verändern und keine unerwünschten Oberflächengrate erzeugen. Bei kleineren WIG-Nähten auf der Fläche oder in der Kehle können mit den Scotch-Brite Vliesscheiben RC-UW und GB-DH Abtrag und Finish der Schweißnaht in einem Arbeitsschritt erfolgen.
Sind feinere Oberflächen gewünscht, findet sich in der Palette der Scotch-Brite Surface Conditioning Scheiben mit ihren vielfältigen Feinheitsgraden immer ein passendes Produkt für die geforderten Endergebnisse. Grundsätzlich sollte bei der Bearbeitung einer Schweißnaht auf folgende Punkte besonders geachtet werden:

Mit der feinstmöglichen Körnung beginnen, wenn spätere Oberflächenverbesserungen gefordert sind.

Sollte die Abtragsleistung nicht ausreichen oder bei zu kräftiger Schweißnaht auf die nächstgröbere Körnung wechseln (zu grobes Korn führt aber zwangsläufig zu höherem Nacharbeitsaufwand).

Empfohlene Werkzeug-Drehzahl:

- max. UPM bei Baustahl, Schmiedestahl und Aluminium

- ca. 20-30% reduzierte Drehzahl bei Edelstahl rostfrei

Mit angemessenem Anpressdruck arbeiten, um ein Verglasen der Scheibe zu verhindern: Angemessen bedeutet: nicht zu wenig drücken, da das ein sofortiges Verglasen erzeugt (kein Schnitt – nur Reibung und Wärme). Zu hoher Druck ist am Maschinengeräusch hörbar und führt ebenfalls zu einer höheren

Wärmeentwicklung und reduziert die Lebenszeit des Schleifmittels drastisch.

Mit einem Anstellwinkel von 10–15° (Winkel zwischen Scheibe und Werkstück) bei Fiberscheiben arbeiten, um die Spannmutter nicht mit dem Werkstück in Kontakt kommen zu lassen.

Sonderfall Edelstahl

Nicht nur wegen der optischen Qualität stellt die professionelle Bearbeitung von Nähten an Edelstahlmaterial (z.B. Handläufe, Edelstahlbehälter, Rohrmaterial) eine besondere Herausforderung dar. Je feiner Nähte geschliffen werden, umso höher fällt ihre Beständigkeit gegen Korrosion aus. Denn auch Edelstahl kann vor allem beim Kontakt mit Normalstahl und anderen metallischen Werkstoffen durchaus korrodieren.
So muss etwa bei der mechanischen Behandlung von CrNi-Stahl-Nähten durch Bürsten oder Schleifen darauf geachtet werden, dass nur eisenfreie Schleifmittel verwendet werden. Niemals darf ein Schleifwerkzeug erst auf Normalstahl und danach auf Edelstahl eingesetzt werden. Schleifstäube sind von allen Flächen stets gründlich zu entfernen. Die Bearbeitungstemperaturen müssen niedrig genug sein, um die Bildung von Anlauffarben zu verhindern. Diese würden zu Korrosion führen.
Wer schweißt, muss meistens auch schleifen. Und für die Schweißnahtvor- und nachbearbeitung hat 3M herausragende Produkte entwickelt, die dem Nutzer hinsichtlich Qualität, Produktivität und Ergiebigkeit große Vorteile verschaffen.⇥red◊

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