Anwenderbericht

Trumpf Nibbler trennt Dickbleche

Stahlrückbau in der Schlosskapelle Weimar

Aus dem bis vor Kurzem im Schloss Weimar angesiedelten, mehrstöckigen Bücherei-Archiv soll wieder eine Schlosskapelle werden. Bei der Sanierung mussten die aus Riffelblechböden bestehenden Zwischengeschosse entfernt werden. Für diesen Rückbau hat die Firma Spezialbau Erfurt den Dickblechnibbler TruTool N 1000 eingesetzt. Das Gerät wurde für die Anwendung getestet.

Das Stadtschloss Weimar ist ein geschichtsträchtiger Ort. Es bildete über mehrere Jahrhunderte das kulturelle Herz der Stadt und war Residenz der Herzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach. Gegenwärtig wird das Schloss saniert und wieder nahe an den ursprünglichen Zustand gebracht. Im Zuge dessen haben die Verantwortlichen rund um die Klassik Stiftung Weimar entschieden, die ursprüngliche Schlosskapelle, die inzwischen als Bücherei-Archiv genutzt wurde, wieder herzustellen.Hierbei ist von allen Beteiligten viel Fingerspitzengefühl gefordert. Für Restauratoren ein tägliches Geschäft, für Handwerker nicht unbedingt − aber ebenso wichtig.

Dementsprechend umsichtig vergeben die Verantwortlichen die Aufträge. Unter anderem suchten sie ein Unternehmen, das den Stahlrückbau in der ehemaligen Schlosskapelle übernimmt. Hintergrund: In Zeiten der deutschen Teilung wurden mehrere Stockwerke eingezogen, um ein Bücherarchiv zu beherbergen. Dies gilt es nun wieder zu entfernen.

Die Klassik Stiftung entschied sich letztlich für Spezialbau Erfurt als Partner. Mit dem Unternehmen hatte sie bereits im Goethe Archiv gute Erfahrungen gemacht und es erledigt aktuell im Stadtschloss auch andere Aufträge; Geschäftsführer Jens Ludwig freut sich über das Vertrauen, betont aber selbstbewusst: „Wir haben als Sanierungsspezialist viel Erfahrung und arbeiteten unter anderem auch im Schloss Schwarzburg sowie an der historischen Brücke in Wilhelmsthal. Meine Mitarbeiter wissen also genau, was umsichtiges Arbeiten heißt.“

Historische Substanzen nicht beschädigen

Im Rahmen der Auftragsanfrage und -beschreibung machten die Bauherren der Klassik Stiftung Weimar deutlich, worauf es ankommt: Die noch vorhandenen historischen Substanzen – wie Säulen und Wandgemälde – dürfen bei den Arbeiten nicht beschädigt werden. Eine besondere Herausforderung, da die Zwischengeschosse als Stahlkonstruktion zu 90 Prozent verschweißt sind – bestehend aus Doppel-T-Trägern und Bodenplatten mit acht bis zehn Millimeter dickem Riffelblech. „Wir müssen den gesamten Stahl mechanisch in tragbare Einheiten zerteilen und einzeln abtransportieren“, erläutert Maurermeister Ludwig.

Der Zuschlag für den Auftrag hing in erster Linie von der umgebungsschonenden und dennoch produktiven Trennung der Bodenplatten ab – insgesamt rund 320 Quadratmeter Stahlblech sind zu entfernen. Dementsprechend machte sich der Geschäftsführer von Spezialbau Erfurt im Jahr 2019 daran, ein geeignetes Werkzeug zu suchen. Aufgrund der denkmalgeschützten Umgebung kamen nur kaltgängige Verfahren in Frage. Brennschneider schieden wegen extremer Hitze- und Rauchentwicklung ebenso aus wie Metallkreissägen und Winkelschleifer, deren Funkenflug nicht kontrollierbar ist. Ludwig ergänzt: „Winkelschleifer wären bei Zehnmillimeterblechen auch viel zu langsam, vom hohen Scheibenverbrauch ganz abgesehen.“

So überlegten die Rückbauspezialisten, eine Säbelsäge aus dem Firmenbestand einzusetzen. Problem: Die Arbeitsgeschwindigkeit für die Bodenplatten liegt bei lediglich rund drei Meter pro Stunde und der Sägeblattverschleiß bei drei Stück pro Meter. „Für die Doppel-T-Träger ist das Werkzeug okay, für die Bodenplatten zu unwirtschaftlich“, sagt Ludwig. Also suchte er weiter und fand im Internet einen Fachbeitrag über einen leistungsstarken Dickblechnibbler von Trumpf.

Vergleich: Nibbler & Säbelsäge

Die dort beschriebenen technischen Daten machten den Geschäftsführer neugierig. Bis zu zehn Millimeter Blechdicke trennt der N 1000 mit einer Arbeitsgeschwindigkeit von bis zu 1,6 Meter pro Minute, was etwa dem 30-Fachen der Säbelsäge entspricht.

Um mehr über den Nibbler zu erfahren, nahm Jens Ludwig Kontakt mit dem in Gotha ansässigen TruTool-Händler Hiweso auf. Dort konnte er das Gerät erstmals testen. Fachberater Michael Fritzsche führte die Maschine kurze Zeit später im Schloss Weimar vor und überzeugte an den Aufgaben des Auftrags die Mitarbeiter von Spezialbau Erfurt samt Chef. Vor Ort wurde der Kauf fixiert, die Maschine wenig später geliefert, und inzwischen wurde kräftig genibbelt.

Von oben nach unten bauen die Sanierungsexperten ein Stockwerk nach dem anderen ab. Dabei werden stets zuerst die zu trennenden Ausschnitte markiert und dann mit einer Magnetbohrmaschine Startlöcher mit einem Mindestdurchmesser von 75 mm eingebracht. Dann schaltet Facharbeiter Mirko Jähnigen den Nibbler ein und führt ihn ins Blech. Einmal angesetzt, beißt sich das TruTool N 1000 von Trumpf regelrecht von selbst in das Material und ermöglicht sehr schnelles Arbeiten. Jähnigen bestätigt die hohe Arbeitsproduktivität ebenso, wie er sich von dem ergonomischen Aufbau mit verstellbaren Griffen überzeugt zeigt: „Die Maschine wiegt zwar knapp 15 kg, liegt aber gut in der Hand. Da sie außerdem auf dem Blech aufliegt und ich sie nur mit leichtem Druck nach vorne führen muss, spielt das Gewicht keine große Rolle.“

Gute Wartung – geringe Verschleißteilkosten

Auch den Vergleich in punkto Verschleißkosten gewinnt der Nibbler extrem deutlich gegenüber der Säbelsäge. Ein scharfer Stempel knabbert sich mehrere Stunden mit voller Geschwindigkeit durch das Material, obwohl das Riffelblech wegen seiner ungleichmäßigen Oberflächenstruktur auch für den N 1000 eine Herausforderung darstellt. Wichtig ist es allerdings, die Maschinen regelmäßig gut zu reinigen und zu ölen.

Zudem empfiehlt Fachberater Fritzsche: „Lässt die Leistung des Nibblers nach beziehungsweise geht die Drehzahl nach unten, sollte umgehend ein neuer Stempel eingesetzt werden. Den Stumpfen aber bitte nicht entsorgen – er kann mehrfach nachgeschliffen werden, bis insgesamt zehn Millimeter.“ Der Aus- und Einbau des Stempels ist in wenigen Sekunden erledigt. Ebenso komfortabel ist der Austausch der Matrize. Mit wenigen Handgriffen und einem Standard-Innensechskantschlüssel lässt sich diese Arbeit in weniger als einer Minute auf der Baustelle durchführen.

Die permanent erreichbare, hohe Arbeitsgeschwindigkeit ermöglicht es, die dicken Bleche in handliche Größen zu zerschneiden. Das ist insofern bedeutend, als diese aus den oberen Geschossen über einen kleinen Fensteraufzug nach unten transportiert und dort wieder händisch in einen Container entsorgt werden. So schont Jens Ludwig die Gesundheit seiner Mitarbeiter ein weiteres Mal. Darüber hinaus schließt er auf diese Weise aus, dass beim Abtransport Säulen oder andere wertvolle historische Substanzen beschädigt werden.

Fazit

Die Investition in den TruTool N 1000 hat sich für die Spezial-baufirma bereits gelohnt, wie Meister Ludwig bekräftigt: „Es ist tatsächlich das einzige Werkzeug, mit dem wir den Auftrag im Schloss Weimar produktiv und wirtschaftlich erledigen können. Zudem bin ich überzeugt, dass der Dickblechnibbler uns auch in Zukunft noch so manche Arbeit erleichtern wird.“  ⇥red ◊

Das Unternehmen Spezialbau Erfurt

Der Betrieb in Thüringen wurde im Jahr 2005 gegründet und beschäftigt rund 35 Mitarbeiter. Als Geschäftsführer leitet Maurermeister Jens Ludwig das Unternehmen, das neben Wohnungs-, Brücken- und Gewerbebauaufträgen auch umfangreiche Erfahrungen bei anspruchsvollen Sanierungen von historischen Gebäuden vorweisen kann.

Spezialbau Erfurt GmbH
Julius-König-Straße 6
99085 Erfurt Tel.: 0361 - 66 35 81 80 Fax: 0361 - 66 35 81 84
E-Mail: info@sb-erfurt.de www.sb-erfurt.de

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